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Autor: Bennie Lindberg

Triathlon Trainingslager Piktogramm mit Rad, Sonne und Palme

Brauche ich ein Trainingslager?

Brauche ich ein Trainingslager?

Brauche ich ein Trainingslager?

Nicht jeder Triathlet braucht ein Trainingslager. Entscheidend ist, wann du fährst, was du dort trainierst und ob es wirklich zu deinem Ziel passt.

Ob ein Trainingslager für dich sinnvoll ist, hängt von mehreren Dingen ab: Zeitpunkt, Ziel, Dauer, Inhalt, verfügbare Zeit, Budget und natürlich deinem Trainingsniveau.

Ein Trainingslager ist kein Selbstzweck. Nur weil im Februar viele Triathleten Richtung Süden fliegen, heißt das noch lange nicht, dass du das auch machen musst.

Entscheidend ist vielmehr: Was willst du mit dem Trainingslager erreichen?

Wann macht ein Trainingslager Sinn?

Ein Trainingslager früh in der Saison kann sehr sinnvoll sein, wenn du gezielt an deinen Schwächen arbeiten möchtest.

In dieser Phase kannst du noch relativ problemlos Schwerpunkte setzen. Vielleicht möchtest du deine Kraultechnik verbessern, auf dem Rad viele lockere Kilometer mit einer guten Trittfrequenz sammeln oder eine solide Laufbasis aufbauen.

Auch Krafttraining, Rumpfstabilität und Technikarbeit können in einem frühen Trainingslager einen größeren Stellenwert bekommen.

Das Entscheidende ist: Das Trainingslager sollte zu deiner aktuellen Trainingsphase passen – nicht umgekehrt.

Der klassische Zeitpunkt vor der Radsaison

Ein bewährter Zeitpunkt liegt einige Wochen bevor bei uns in Deutschland wieder vernünftig draußen Rad gefahren werden kann.

Mit einer Woche im Süden kannst du deine persönliche Radsaison praktisch ein oder zwei Wochen früher beginnen. Bei einem längeren Aufenthalt entsprechend mehr.

Gerade beim Radfahren kann das sinnvoll sein, weil lange lockere Einheiten im Winter zu Hause nicht immer angenehm oder überhaupt gut machbar sind.

Das bedeutet aber nicht, dass du jeden Tag sechs Stunden Rad fahren musst. Auch hier gilt: Der Umfang muss zu dem passen, was du vorher trainiert hast.

Muss ich im Januar oder Februar in die Sonne?

Nein.

Wenn dein Hauptwettkampf erst im Sommer stattfindet, deine Urlaubstage begrenzt sind und auch das Budget eine Rolle spielt, dann kann es aus meiner Sicht sogar sinnvoller sein, zusätzliche Trainingszeit näher an dein Hauptziel zu legen.

Vielleicht bringt dir eine Trainingswoche acht Wochen vor deinem Ironman mehr als eine Woche im Januar.

Oder du machst gar kein klassisches Trainingslager, sondern nimmst in den letzten beiden Monaten vor deinem Hauptwettkampf jede Woche einen zusätzlichen freien Tag. Auch daraus kann ein sehr effektiver Trainingsblock entstehen.

Ein Trainingslager muss also nicht zwangsläufig Mallorca, Fuerteventura oder Lanzarote bedeuten. Auch ein Trainingslager zu Hause kann funktionieren.

Trotzdem hat ein Winter-Trainingslager einen großen Vorteil

Motivation.

Eine Woche mit Gleichgesinnten in der Wärme kann mitten im Winter unglaublich guttun.

Du freust dich vorher darauf. Während des Trainingslagers hast du Spaß an der Gruppe und am Training. Und danach kommst du oft mit neuer Motivation und vielen neuen Ideen nach Hause.

Das darf man nicht unterschätzen.

Für jemanden mit einem frühen Saisonziel kann ein Winter-Trainingslager ohnehin sinnvoll sein. Für Profis gehört es häufig ganz selbstverständlich zum Jahresablauf.

Und manchmal braucht man einfach Sonne, Wärme und einen kleinen Motivationsschub.

Auch das ist ein guter Grund.

Gerade Anfänger können besonders profitieren

Bei Triathlon-Einsteigern sehe ich den größten Wert eines Trainingslagers nicht unbedingt in den Trainingskilometern.

Der Wissenstransfer ist oft viel wichtiger.

Wie fahre ich sicher in einer Gruppe? Wie teile ich mir mein Training ein? Wie funktioniert ein Wechsel? Wie ernähre ich mich auf längeren Einheiten? Wie trainiere ich Kraultechnik? Und wie kombiniere ich überhaupt drei Sportarten sinnvoll?

In einer guten Gruppe lernst du unglaublich viel – vom Trainer, aber auch von anderen Teilnehmern.

Genau deshalb habe ich gemeinsam mit Hannes Hawaii Tours ein eigenes Triathlon-Einsteigerseminar entwickelt. Dort geht es nicht darum, in einer Woche möglichst viele Kilometer zu sammeln. Es geht darum, Triathlon zu lernen.

Wer früh versteht, warum er etwas macht, kann sich später viele Fehler sparen.

Warum Erfahrung im Training eine so große Rolle spielt, habe ich auch in meinem Beitrag „Zwei Welten – eine Zukunft: Technologie und Erfahrung im Triathlontraining“ auf bennie-lindberg.com beschrieben.

Wie lange sollte ein Trainingslager dauern?

Das hängt stark vom Trainingsniveau ab.

Für einen Einsteiger kann bereits eine gut organisierte Woche enorm viel bringen. Gerade wenn Lernen, Technik und Wissensvermittlung im Vordergrund stehen.

Für einen erfahrenen Athleten können zehn bis vierzehn Tage sehr effektiv sein. In dieser Zeit kann man einen echten Trainingsblock setzen und anschließend ausreichend regenerieren.

Früher als Profi sah das bei mir ganz anders aus.

Ich habe teilweise vier bis fünf Monate pro Jahr im Trainingslager verbracht. Drei Monate davon in Neuseeland, anschließend noch Zeit in Australien.

Das war mein Beruf.

Für einen Amateur mit Familie, Beruf und begrenzten Urlaubstagen wäre es völlig unsinnig, so etwas kopieren zu wollen.

Was sollte ich im Trainingslager trainieren?

Je näher ein Trainingslager an einem wichtigen Wettkampf liegt, desto ausgewogener sollte das Training normalerweise werden.

Triathlon besteht schließlich aus Schwimmen, Radfahren und Laufen.

Früh in der Saison kannst du durchaus einen Schwerpunkt setzen. Vielleicht etwas mehr Schwimmen, vielleicht mehr Radkilometer oder einen Laufblock.

Ich würde aber gerade Amateuren nicht empfehlen, über viele Wochen eine Disziplin praktisch komplett zu vernachlässigen.

Profis können sehr große Trainingsumfänge verkraften und dadurch trotz Schwerpunkt in allen drei Disziplinen weitertrainieren. Bei einem Amateur sieht das anders aus.

Deshalb sollte man auch im Trainingslager nicht einfach kopieren, was irgendein Profi auf Strava macht.

Das Training muss zu dir passen.

Das größte Problem im Trainingslager: zu viel Training

Und damit kommen wir zu einem Punkt, den ich in über 35 Jahren als Trainer immer wieder erlebt habe.

Viele Athleten trainieren im Trainingslager zu viel.

Zu Hause wird vielleicht fünf- oder sechsmal pro Woche trainiert. Im Trainingslager plötzlich zweimal täglich.

Die Radausfahrt wird länger, weil das Wetter schön ist. Danach gehen die anderen noch laufen – also läuft man mit. Am nächsten Morgen steht wieder Schwimmen auf dem Programm.

Und weil man schließlich im Trainingslager ist, möchte man natürlich nichts auslassen.

Genau hier entsteht das Problem.

Der Körper kennt nicht den Begriff „Trainingslager“. Er kennt nur Belastung und Erholung.

Nach meiner Erfahrung macht ein großer Teil der Teilnehmer im Trainingslager mehr, als sie sinnvoll verkraften können.

Das Ergebnis sieht man manchmal erst danach: Erkältung, Müdigkeit, kleine Verletzungen oder mehrere Tage, in denen überhaupt kein vernünftiges Training mehr möglich ist.

Deshalb gilt im Trainingslager für mich noch stärker als sonst meine alte Trainingsregel:

Lieber etwas zu wenig als etwas zu viel.

Normalerweise sage ich gerne: Lieber 10 Prozent zu wenig trainieren als 1 Prozent zu viel.

Im Trainingslager würde ich daraus fast 20 oder 30 Prozent machen.

Denn ein gutes Trainingslager erkennst du nicht daran, dass du am letzten Tag völlig zerstört bist.

Du erkennst es daran, dass du danach stärker und motivierter weitertrainieren kannst.

Zusammenfassung

Du brauchst nicht automatisch ein Trainingslager.

Aber ein gutes Trainingslager kann sehr wertvoll sein, wenn Zeitpunkt, Ziel und Inhalt zu dir passen.

Für Anfänger ist es oft vor allem wegen des Lernens und des Erfahrungsaustauschs sinnvoll. Für erfahrene Athleten kann es ein gezielter Trainingsbaustein sein.

Und für alle gilt: Nicht blind kopieren, was andere machen, sondern das Trainingslager so gestalten, dass es zu deinem Leben und deinem Leistungsstand passt.

Wenn du mit der richtigen Erwartung hineingehst, kann ein Trainingslager nicht nur sportlich etwas bringen, sondern auch Motivation, Klarheit und neue Freude am Triathlon.

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Triathlon Einsteigerseminar Abbildung mit Triathlon Trainer Bennie Lindberg als sportlicher Leitung

Triathlon-Einsteigerseminar 2027 auf Fuerteventura

Triathlon-Einsteigerseminar auf Fuerteventura
6. bis 13. Februar 2027

Eine Woche Triathlon, Technik, praktische Erfahrung und jede Menge Spaß.

Auch 2027 bin ich wieder als sportlicher Leiter beim Triathlon-Einsteigerseminar von Hannes Hawaii Tours auf Fuerteventura dabei.

Eine Woche lang beschäftigen wir uns mit allem, was einen guten Einstieg in den Triathlonsport ausmacht: Schwimmtechnik, Radfahren, Laufen, Trainingsplanung und natürlich den vielen Fragen, die gerade am Anfang auftauchen.

Mir geht es dabei nicht darum, möglichst viele Trainingskilometer zu sammeln. Ich möchte, dass die Teilnehmer verstehen, warum wir etwas trainieren und wie sie das Gelernte anschließend zu Hause sinnvoll umsetzen können.

Warum kommen so viele Teilnehmer wieder?

Was mich jedes Jahr besonders freut, ist die große Zahl unserer „Wiederholungstäter“.

Nicht etwa, weil sie beim ersten Mal nichts gelernt hätten. Ganz im Gegenteil! Viele sind inzwischen sportlich deutlich weiter als die Einsteiger. Aber die gemeinsame Woche, das abwechslungsreiche Programm, die Stimmung und der Zusammenhalt haben ihnen so gut gefallen, dass sie wiederkommen.

Davon profitieren auch die Neulinge. Die erfahrenen Teilnehmer erzählen mit viel Begeisterung von ihren eigenen Erlebnissen, ihren ersten Wettkämpfen und den Erfahrungen, die sie inzwischen gesammelt haben.

So entsteht trotz unterschiedlicher Leistungsniveaus eine erstaunlich homogene Gruppe. Und genau diese Mischung macht für mich einen großen Teil des besonderen Seminarerlebnisses aus.

Gemeinsam erleben, individuell trainieren

Natürlich berücksichtigen wir die unterschiedlichen Voraussetzungen auch beim Training.

Für die Fortgeschrittenen reservieren wir eigene Schwimmbahnen mit einem eigenen Trainer. Beim Radfahren und Laufen sorgen passende Guides dafür, dass jeder auf seinem Niveau trainieren kann.

Einsteiger und Fortgeschrittene trainieren also leistungsgerecht – und erleben trotzdem eine gemeinsame Triathlon-Woche.

Schon vor dem Seminar mit Koyawa vorbereiten

Jeder Teilnehmer erhält bereits vor dem Seminar kostenlosen Zugang zu meinem Koyawa-Kraulkurs.

So kann man sich in Ruhe mit der Kraultechnik beschäftigen, die theoretischen Grundlagen kennenlernen und erste Bewegungsabläufe bereits an Land üben.

Die Idee dahinter ist einfach: Wer eine Bewegung an Land schon kennengelernt hat, bringt ein erstes Gefühl für den Bewegungsablauf mit ins Wasser. Dort müssen wir uns schließlich zusätzlich um die Wasserlage, das Atmen und die Orientierung kümmern.

Die Übungen an Land ersetzen natürlich nicht das Schwimmen. Aber sie können uns helfen, die gemeinsame Zeit im Wasser besser zu nutzen.

Wir sehen uns auf Fuerteventura!

Das Triathlon-Einsteigerseminar findet vom 6. bis 13. Februar 2027 im Playitas Resort auf Fuerteventura statt.

Ich freue mich auf eine weitere spannende Woche mit neuen Gesichtern und hoffentlich auch vielen bekannten!

Weitere Informationen zum Programm, zu den Preisen und zur Anmeldung gibt es direkt bei Hannes Hawaii Tours.

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Weißes Fahrrad mit Stoppuhr und Blitz als Symbol für Leistungstests im Radtraining.

FTP-Test im Triathlon: Was sagt er aus?

Wie aussagekräftig sind FTP-Tests und kurze Radtests im Triathlon?

Wie aussagekräftig sind FTP-Tests und kurze Radtests im Triathlon?

Kurze Radtests helfen mir, deine Leistungsentwicklung zu beurteilen und dein Training zu steuern. Sie zeigen aber nur einen Ausschnitt deiner Fähigkeiten. Eine hohe FTP allein verrät mir noch nicht, wie schnell du 180 Kilometer fahren kannst – und wie gut du anschließend läufst.

Ob kurze Sprints, einige Minuten maximaler Belastung oder ein 20-Minuten-Test: Entscheidend ist, welche Frage wir mit dem jeweiligen Test beantworten möchten.

Was die unterschiedlichen Tests zeigen

Ein Test über 10 bis 30 Sekunden gibt Hinweise auf deine kurzfristige Leistung. Dabei macht es einen Unterschied, ob wir die höchste erreichte Leistung oder den Durchschnitt über die gesamte Zeit betrachten.

Bei drei bis sechs Minuten spielen sowohl die aerobe als auch die anaerobe Energiebereitstellung eine Rolle. Die erreichten Wattwerte können Entwicklungen zeigen, sind aber keine direkte Messung deiner maximalen Sauerstoffaufnahme.

Beim verbreiteten 20-Minuten-FTP-Test werden häufig 95 Prozent der durchschnittlichen Leistung als FTP angesetzt. Das ist ein Schätzwert. Er entspricht nicht bei jedem Athleten exakt einer physiologischen Schwelle oder der Leistung, die eine Stunde lang gehalten werden kann.

Für mich sind solche Ergebnisse deshalb Ausgangspunkte, die ich mit deinem Training und deinen Rückmeldungen abgleiche.

Trainierst du für den Test oder für den Wettkampf?

Gerade im Herbst und Winter sehe ich häufig, dass Athleten früh mit Programmen beginnen, die gezielt den FTP-Wert verbessern sollen.

Das kann sinnvoll sein. Die Frage ist nur, welchen Platz dieses Training in der gesamten Vorbereitung einnimmt.

Dabei muss ich an meine achtjährige Tochter denken. Wenn wir gemeinsam rechnen, möchte ich, dass sie das Prinzip versteht. Einzelne Antworten auswendig zu lernen, kann für die nächste Probe helfen. Hat sie den Zusammenhang verstanden, kann sie später auch Aufgaben lösen, die anders aussehen.

Beim Radtraining ist es ähnlich: Wer gezielt für einen Test trainiert, kann darin besser werden. Dieses Training bringt durchaus etwas. Entscheidend bleibt aber, wie gut es auf die Anforderungen des Wettkampfs vorbereitet.

Dein Ziel ist beispielsweise, 180 Kilometer kontrolliert und schnell zu fahren – und danach noch einen Marathon bewältigen zu können.

Eine hohe FTP ist wertvoll, aber nicht die ganze Leistung

Zwei Athleten mit derselben FTP können auf einer Langdistanz sehr unterschiedliche Radzeiten erreichen.

Wie viel Geschwindigkeit aus ihren Wattwerten entsteht, hängt unter anderem von Aerodynamik, Sitzposition, Strecke und Bedingungen ab. Hinzu kommen die Einteilung der Belastung, die Verpflegung und die Fähigkeit, die geplante Leistung über mehrere Stunden aufrechtzuerhalten.

Eine hohe FTP ist also eine gute Voraussetzung. Sie beantwortet aber nicht alle Fragen.

Mich interessiert auch: Kannst du deine Wettkampfposition lange halten? Bleibt die Belastung kontrollierbar? Funktioniert deine Verpflegung? Und was bleibt dir für den Lauf?

Wie ich Tests im Coaching einordne

Damit ich Ergebnisse sinnvoll vergleichen kann, sollten Ablauf und Bedingungen möglichst ähnlich sein. Ein anderer Leistungsmesser, starke Vorermüdung oder schlechte Kühlung auf dem Rollentrainer können den Vergleich erschweren.

Anschließend schaue ich über den Test hinaus: Wie setzt du die daraus abgeleiteten Trainingsbereiche um? Passen Leistung, Herzfrequenz und Belastungsgefühl zusammen? Wie reagierst du auf längere Einheiten?

Deshalb brauche ich neben den Zahlen dein persönliches Feedback zum Training. Auch deine bisherigen Trainingsdaten helfen mir, einen einzelnen Test einzuordnen.

Mein Grundsatz: Nutze den Test für dein Training

Ich freue mich mit meinen Athleten über bessere Testwerte. Ich möchte aber wissen, ob wir damit auch dem eigentlichen Ziel näherkommen.

Trainiere für deinen Wettkampf. Nutze den Test, um dein Training zu überprüfen.

Je länger deine Wettkampfdistanz ist, desto wichtiger wird zusätzlich die Frage: Wie stabil bleibt deine Leistung über die Zeit?

Diese Verbindung aus Tests, Trainingspraxis und persönlichem Austausch gehört für mich zum individuellen Triathlon-Coaching.

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Weißer Kalender mit Uhr auf blauem Hintergrund als Symbol für die Planung von Trainingszeit.

Wie findest du mehr Zeit fürs Triathlon-Training?

Wie schaffe ich mehr Zeit für mein Triathlon-Training?

Wie schaffe ich mehr Zeit für mein Triathlon-Training?

Indem du deinen Zeitbedarf frühzeitig planst – manchmal Monate vor der eigentlichen Trainingseinheit. Wenn du deine Arbeitszeit flexibel gestalten kannst, lässt sich in einer ruhigeren Trainingsphase ein Zeitguthaben aufbauen. Dieses kannst du später nutzen, wenn deine Wettkampfvorbereitung mehr Raum braucht.

Das funktioniert nicht in jedem Beruf. Aber es ist eine Möglichkeit, die ich bei der Saisonplanung gerne mit meinen Athleten bespreche.

Der Kalender ist schon ohne Triathlon gut gefüllt

Schwimmen, Radfahren und Laufen unter einen Hut zu bringen, kostet Zeit. Wie viel Training sinnvoll ist, hängt von deinen Voraussetzungen und Zielen ab.

Gleichzeitig gibt es Arbeit, Familie, Kinder, Haustiere, Einkäufe und Haushalt. Vielleicht möchtest du auch andere Hobbys pflegen oder einfach einmal nichts vorhaben.

Als Triathlon-Coach kann ich diese Verpflichtungen nicht wegplanen. Deshalb möchte ich wissen, wann Training tatsächlich möglich ist. Einen Plan zu schreiben, der nur auf dem Papier funktioniert, hilft niemandem.

Beim Schlaf möchte ich die zusätzliche Trainingszeit jedenfalls nicht einsparen. Mein Ziel ist, Training und Erholung gemeinsam im Alltag unterzubringen.

Trainingszeit über die Saison verteilen

Nicht jede Phase deiner Vorbereitung braucht denselben Trainingsumfang. In meinem Beitrag Warum beginnt mein Trainingsplan mit weniger Training als erwartet? erkläre ich, warum ich den Einstieg häufig bewusst dosiere.

Darin liegt auch eine organisatorische Chance: Wenn dein Trainingsumfang zu Beginn geringer ist, hast du möglicherweise Spielraum, beruflich etwas vorzuarbeiten.

Bei einem flexiblen Arbeitgeber und einer passenden Arbeitszeitregelung könntest du beispielsweise an einigen Tagen eine Stunde früher anfangen. Voraussetzung ist, dass diese zusätzlichen Stunden tatsächlich gutgeschrieben werden und du sie später wie vereinbart nutzen kannst.

Früher anzufangen darf dabei nicht einfach bedeuten, eine Stunde weniger zu schlafen. Auch der restliche Tagesablauf muss dazu passen.

Ein Beispiel: vier zusätzliche Stunden pro Woche

Angenommen, du arbeitest während einer Phase mit geringerem Trainingsumfang zwölf Wochen lang jeweils drei Stunden zusätzlich.

Damit sammelst du:

12 Wochen × 3 Stunden = 36 Stunden Zeitguthaben.

Wenn du dieses Guthaben später über neun Wochen verteilst, stehen dir in dieser Zeit vier zusätzliche freie Stunden pro Woche zur Verfügung.

Das kann beispielsweise ein freier Nachmittag sein. Eine längere Radeinheit lässt sich dann vielleicht bei Tageslicht absolvieren, ohne den gesamten Samstag dafür zu benötigen. Oder du kannst nach einer anspruchsvollen Einheit in Ruhe essen und dich erholen, statt direkt zum nächsten Termin zu hetzen.

Die gewonnene Zeit muss also nicht vollständig mit zusätzlichem Training gefüllt werden.

Arbeitgeber und Familie früh einbeziehen

Damit die Idee funktioniert, reicht es nicht, Überstunden anzusammeln. Du solltest vorher klären, ob und wann du sie abbauen kannst.

Auch mit deiner Familie solltest du besprechen, was die zeitliche Verschiebung bedeutet. Mehr Arbeit in einer Phase und mehr Training in einer anderen verändern den gemeinsamen Alltag.

Für Selbstständige kann der Gedanke ebenfalls hilfreich sein: Welche Projekte lassen sich früher erledigen? Welche Termine kannst du beeinflussen? Allerdings entsteht durch Vorarbeiten nicht automatisch später Freizeit. Diese Freiräume müssen ebenso bewusst eingeplant werden.

Der Trainingsplan bleibt individuell

Ein Arbeitszeitkonto ist eine Möglichkeit, kein Muss. Wenn dein Beruf das nicht zulässt, suchen wir andere Lösungen und richten das Training nach deinen tatsächlichen Möglichkeiten aus.

Auch der Trainingsumfang steigt nicht einfach jede Woche bis zum Wettkampf. Entlastungsphasen und die ruhigere Zeit unmittelbar vor dem Rennen gehören ebenfalls in die Planung.

Entscheidend ist, früh zu erkennen, in welchen Wochen du mehr Zeit brauchst. Bei einem Hauptwettkampf im Sommer kann der Herbst ein guter Zeitpunkt sein, diese Überlegungen zu beginnen.

Mehr Zeit für Triathlon entsteht nicht immer durch einen besser organisierten einzelnen Tag. Manchmal entsteht sie dadurch, dass wir mehrere Monate gemeinsam betrachten.

Genau solche Fragen gehören für mich zum individuellen Triathlon-Coaching: Wir planen die sportliche Vorbereitung und schaffen möglichst passende Bedingungen dafür.

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Zwei weiße Sprechblasen mit Trainingskurve und Gesprächspunkten auf blauem Hintergrund.

Warum Feedback im Triathlon-Coaching wichtig ist

Warum brauche ich Feedback, wenn mein Coach meine Trainingsdaten sieht?

Warum brauche ich Feedback, wenn mein Coach meine Trainingsdaten sieht?

Weil ich aus deinen Trainingsdaten viel über deine Leistung erfahre – aber nicht zuverlässig erkennen kann, wie du die Belastung erlebt und verkraftet hast. Dafür brauche ich deine Rückmeldung.

„Du siehst doch meine Einheiten auf Garmin, Strava oder einer anderen Trainingsplattform. Warum soll ich dir dann noch schreiben?“

Eine berechtigte Frage. Strecke, Dauer, Tempo, Leistung und Herzfrequenz helfen mir, dein Training zu beurteilen. Wie sich die Einheit angefühlt hat und was außerhalb des Trainings passiert ist, erfahre ich aber erst durch dich.

Gleiche Zahlen, unterschiedliche Belastung

Stell dir vor, du läufst eine Stunde im geplanten Tempo. Die Herzfrequenz liegt im erwarteten Bereich. Auf der Plattform sieht alles gut aus.

Vielleicht war es ein entspannter Lauf. Du hattest leichte Beine und hättest problemlos länger laufen können.

Vielleicht musstest du dich aber vom ersten Kilometer an überwinden. Du hast schlecht geschlafen, hattest einen anstrengenden Arbeitstag und warst anschließend völlig erledigt.

Auf dem Bildschirm können beide Einheiten sehr ähnlich aussehen. Für die Planung der nächsten Tage macht dieser Unterschied viel aus.

Ich sehe die Abweichung – aber nicht automatisch den Grund

Warum hast du eine Einheit verkürzt? Fehlte dir die Zeit, warst du erschöpft oder hattest du Schmerzen?

Warum bist du schneller gelaufen als geplant? Fühltest du dich besonders gut, warst du mit einer Gruppe unterwegs oder war meine Vorgabe unklar?

Ohne Rückmeldung müsste ich den Grund erraten. Dabei führen unterschiedliche Ursachen zu unterschiedlichen Entscheidungen.

Wenn eine Einheit ausfällt, müssen wir sie beispielsweise nicht automatisch nachholen. Wir sollten verstehen, warum sie ausgefallen ist. Mehr dazu findest du im Beitrag Muss ich eine ausgefallene Trainingseinheit nachholen?

Dein Gefühl ist eine wichtige Information

Auch wissenschaftlich gibt es gute Gründe, das persönliche Empfinden ernst zu nehmen. Eine systematische Übersichtsarbeit von Saw und Kollegen zeigte, dass subjektive Angaben zu Wohlbefinden, Müdigkeit und Stress auf Veränderungen der Trainingsbelastung häufig empfindlicher und konsistenter reagierten als die untersuchten objektiven Messwerte.

Dabei ging es um strukturierte Selbstauskünfte, nicht um einen Vergleich aller heutigen Sportuhren. Für meine Arbeit unterstreicht das: Deine Wahrnehmung liefert zusätzliche Informationen, die ich zusammen mit deinen Trainingsdaten einordnen möchte.

Eine vollständig absolvierte Trainingswoche ist deshalb nur ein Teil des Bildes. Ich möchte auch wissen, wie gut du sie verkraftet hast.

Was sollst du mir schreiben?

Du brauchst keinen langen Bericht. Ein paar ehrliche Sätze reichen:

  • Wie anstrengend waren die Einheiten für dich?
  • Wie hast du dich danach und am nächsten Tag gefühlt?
  • Gab es Schmerzen, ungewöhnliche Müdigkeit oder andere Probleme?
  • Was hast du verändert – und warum?
  • Passen die kommenden Einheiten zu deinen Terminen?

Zum Beispiel:

„Die Radintervalle liefen gut. Die letzte Wiederholung war hart, aber kontrolliert. Beim Lauf am nächsten Tag waren die Beine noch schwer. Donnerstag habe ich beruflich nur 30 Minuten Zeit.“

Damit kann ich konkret arbeiten. Auch positive Rückmeldungen helfen: Wenn du dich gut erholst, Fortschritte bemerkst oder eine Einheit besonders gut funktioniert hat, möchte ich das ebenfalls wissen.

Schmerzen oder auffällige Beschwerden meldest du bitte zeitnah und wartest damit nicht bis zum Wochenfeedback.

Feedback gehört zum Coaching

Du musst dich bei mir nicht für eine ausgefallene Einheit rechtfertigen. Ich brauche deine Rückmeldung, damit wir einen Plan entwickeln, den du umsetzen und gut verkraften kannst.

Schau deshalb schon beim Erhalt deines Trainingsplans, ob du die Einheiten verstehst und sie in deinen Alltag passen. Wenn sich etwas verändert, du mehr machen möchtest oder eine Vorgabe unklar ist: Melde dich.

Wenn ich nichts von dir höre, gehe ich zunächst davon aus, dass alles wie besprochen funktioniert. Das ist eine Arbeitsannahme – keine Gewissheit über dein Befinden. Deshalb gehört regelmäßiges Feedback für mich zum individuellen Triathlon-Coaching.

Die Plattform zeigt mir, was du gemacht hast. Du erklärst mir, wie es dir dabei ging. Gemeinsam bilden diese Informationen die Grundlage für deinen nächsten Trainingsplan.

Quelle: Saw, Main & Gastin (2016): Monitoring the athlete training response: subjective self-reported measures trump commonly used objective measures: a systematic review. British Journal of Sports Medicine, 50, 281–291. Zur Studie

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Lauf ABC Lockerungsübungen

Lauf-ABC: Welche Übungen sind sinnvoll?

Was bringt Lauf-ABC – und welche Übungen sind für mich sinnvoll?

Was bringt Lauf-ABC – und welche Übungen sind für mich sinnvoll?

Lauf-ABC nutze ich, um Koordination, Rhythmus und Körperwahrnehmung zu üben. Je nach Übung werden dabei auch bestimmte Muskelgruppen gefordert. Außerdem bringt es Abwechslung ins Triathlon-Training.

Entscheidend ist für mich, warum du eine Übung machst. Eine Reihe von Bewegungen abzuarbeiten, ohne ihren Zweck zu verstehen, ist noch kein gezieltes Techniktraining.

Jeder Mensch bringt seinen eigenen Laufstil mit

Laufen ist eine grundlegende menschliche Bewegungsform. Trotzdem haben Erwachsene sehr unterschiedliche Voraussetzungen. Wer regelmäßig läuft, bringt andere Erfahrungen mit als jemand, der nach vielen Jahren überwiegend sitzender Tätigkeit wieder anfängt.

Nach einer langen Pause können Bewegungen ungewohnt sein. Es fehlt möglicherweise an Belastbarkeit, Koordination oder dem Gefühl für einen lockeren Rhythmus.

Das heißt für mich aber nicht, dass jeder einen neuen Laufstil lernen muss. Ich möchte zunächst sehen, wie jemand läuft und ob überhaupt eine Veränderung nötig ist.

Einen Laufstil nicht ohne Grund verändern

Ein Laufstil muss nicht besonders schön aussehen, um für einen Menschen gut zu funktionieren. Deshalb schreibe ich nicht jedem dieselbe Schrittlänge, Schrittfrequenz oder denselben Fußaufsatz vor.

Eine bewusste Veränderung kann sich zunächst ungewohnt und anstrengend anfühlen. Ob sie langfristig hilfreich ist, lässt sich daraus allein noch nicht ableiten. Ebenso wenig ist jede technische Veränderung automatisch eine Verbesserung.

Als Trainer frage ich: Welches konkrete Problem wollen wir lösen? Was passt zu diesem Athleten? Und woran erkennen wir, ob die Veränderung etwas bringt?

Welche Aufgaben Lauf-ABC erfüllen kann

Mit Lauf-ABC können wir einzelne Aspekte der Bewegung hervorheben. Du kannst beispielsweise üben, Arme und Beine zu koordinieren, deine Körperhaltung wahrzunehmen oder einen gleichmäßigen Rhythmus zu finden.

Mögliche Übungen sind:

  • Fußgelenksarbeit: kleine Bewegungen bewusst ausführen und Bodenkontakte wahrnehmen.
  • Skipping: Kniebewegung, Haltung und Rhythmus koordinieren.
  • Anfersen: die Beinbewegung gezielt variieren.
  • Seitliches Laufen: eine ungewohnte Bewegungsrichtung und andere koordinative Aufgaben einbauen.

Das ist keine Pflichtliste. Die Auswahl richtet sich nach deinen Fähigkeiten und dem Ziel der Einheit. Anspruchsvolle Sprungübungen verlangen mehr Belastbarkeit und gehören nicht automatisch in jedes Anfängerprogramm.

Die Übung ist nicht der spätere Laufstil

Beim Lauf-ABC sind manche Bewegungen bewusst übertrieben. Das hilft, einen Teil der Bewegung deutlicher wahrzunehmen.

Daraus folgt aber nicht, dass du beim anschließenden Dauerlauf mit besonders hohen Knien oder stark übertriebenem Armeinsatz laufen sollst. Die Übung gibt einen Impuls. Danach möchten wir wieder zu einer flüssigen, entspannten Gesamtbewegung kommen.

Deshalb interessiert mich auch, wie du nach den Übungen läufst: Was fühlst du? Was kannst du umsetzen? Und was wirkt eher verkrampft?

Lieber kurz und konzentriert

Ich baue Lauf-ABC gerne nach einem lockeren Einlaufen ein. Wenige passende Übungen, aufmerksam ausgeführt, sind mir lieber als ein langes Programm, bei dem die Konzentration nachlässt.

Die Übungen sollen zur Person und zur Belastung der Einheit passen. Sie ersetzen weder einen schrittweisen Trainingsaufbau noch die notwendige Erholung. Auch eine pauschale Garantie gegen Verletzungen geben sie nicht.

Was ich damit erreichen möchte

Mein Ziel ist, dass du deine Bewegung besser kennenlernst und passende Aufgaben sicher ausführen kannst. Gerade beim Wiedereinstieg kann es wertvoll sein, unterschiedliche Bewegungen auszuprobieren und wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu entwickeln.

Welche Übungen für dich sinnvoll sind, können wir im persönlichen Lauf- und Triathlon-Training gemeinsam anschauen. Im individuellen Triathlon-Coaching ordne ich sie in deinen gesamten Trainingsplan ein.

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