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Wie aussagekräftig sind FTP-Tests und kurze Radtests im Triathlon?

Wie aussagekräftig sind FTP-Tests und kurze Radtests im Triathlon?

Kurze Radtests helfen mir, deine Leistungsentwicklung zu beurteilen und dein Training zu steuern. Sie zeigen aber nur einen Ausschnitt deiner Fähigkeiten. Eine hohe FTP allein verrät mir noch nicht, wie schnell du 180 Kilometer fahren kannst – und wie gut du anschließend läufst.

Ob kurze Sprints, einige Minuten maximaler Belastung oder ein 20-Minuten-Test: Entscheidend ist, welche Frage wir mit dem jeweiligen Test beantworten möchten.

Was die unterschiedlichen Tests zeigen

Ein Test über 10 bis 30 Sekunden gibt Hinweise auf deine kurzfristige Leistung. Dabei macht es einen Unterschied, ob wir die höchste erreichte Leistung oder den Durchschnitt über die gesamte Zeit betrachten.

Bei drei bis sechs Minuten spielen sowohl die aerobe als auch die anaerobe Energiebereitstellung eine Rolle. Die erreichten Wattwerte können Entwicklungen zeigen, sind aber keine direkte Messung deiner maximalen Sauerstoffaufnahme.

Beim verbreiteten 20-Minuten-FTP-Test werden häufig 95 Prozent der durchschnittlichen Leistung als FTP angesetzt. Das ist ein Schätzwert. Er entspricht nicht bei jedem Athleten exakt einer physiologischen Schwelle oder der Leistung, die eine Stunde lang gehalten werden kann.

Für mich sind solche Ergebnisse deshalb Ausgangspunkte, die ich mit deinem Training und deinen Rückmeldungen abgleiche.

Trainierst du für den Test oder für den Wettkampf?

Gerade im Herbst und Winter sehe ich häufig, dass Athleten früh mit Programmen beginnen, die gezielt den FTP-Wert verbessern sollen.

Das kann sinnvoll sein. Die Frage ist nur, welchen Platz dieses Training in der gesamten Vorbereitung einnimmt.

Dabei muss ich an meine achtjährige Tochter denken. Wenn wir gemeinsam rechnen, möchte ich, dass sie das Prinzip versteht. Einzelne Antworten auswendig zu lernen, kann für die nächste Probe helfen. Hat sie den Zusammenhang verstanden, kann sie später auch Aufgaben lösen, die anders aussehen.

Beim Radtraining ist es ähnlich: Wer gezielt für einen Test trainiert, kann darin besser werden. Dieses Training bringt durchaus etwas. Entscheidend bleibt aber, wie gut es auf die Anforderungen des Wettkampfs vorbereitet.

Dein Ziel ist beispielsweise, 180 Kilometer kontrolliert und schnell zu fahren – und danach noch einen Marathon bewältigen zu können.

Eine hohe FTP ist wertvoll, aber nicht die ganze Leistung

Zwei Athleten mit derselben FTP können auf einer Langdistanz sehr unterschiedliche Radzeiten erreichen.

Wie viel Geschwindigkeit aus ihren Wattwerten entsteht, hängt unter anderem von Aerodynamik, Sitzposition, Strecke und Bedingungen ab. Hinzu kommen die Einteilung der Belastung, die Verpflegung und die Fähigkeit, die geplante Leistung über mehrere Stunden aufrechtzuerhalten.

Eine hohe FTP ist also eine gute Voraussetzung. Sie beantwortet aber nicht alle Fragen.

Mich interessiert auch: Kannst du deine Wettkampfposition lange halten? Bleibt die Belastung kontrollierbar? Funktioniert deine Verpflegung? Und was bleibt dir für den Lauf?

Wie ich Tests im Coaching einordne

Damit ich Ergebnisse sinnvoll vergleichen kann, sollten Ablauf und Bedingungen möglichst ähnlich sein. Ein anderer Leistungsmesser, starke Vorermüdung oder schlechte Kühlung auf dem Rollentrainer können den Vergleich erschweren.

Anschließend schaue ich über den Test hinaus: Wie setzt du die daraus abgeleiteten Trainingsbereiche um? Passen Leistung, Herzfrequenz und Belastungsgefühl zusammen? Wie reagierst du auf längere Einheiten?

Deshalb brauche ich neben den Zahlen dein persönliches Feedback zum Training. Auch deine bisherigen Trainingsdaten helfen mir, einen einzelnen Test einzuordnen.

Mein Grundsatz: Nutze den Test für dein Training

Ich freue mich mit meinen Athleten über bessere Testwerte. Ich möchte aber wissen, ob wir damit auch dem eigentlichen Ziel näherkommen.

Trainiere für deinen Wettkampf. Nutze den Test, um dein Training zu überprüfen.

Je länger deine Wettkampfdistanz ist, desto wichtiger wird zusätzlich die Frage: Wie stabil bleibt deine Leistung über die Zeit?

Diese Verbindung aus Tests, Trainingspraxis und persönlichem Austausch gehört für mich zum individuellen Triathlon-Coaching.