Warum ich nicht sofort jede freie Stunde verplane
Wenn du für zehn Stunden Training Zeit hast, bedeutet das für mich nicht automatisch, dass wir diese zehn Stunden sofort ausschöpfen müssen.
Zuerst möchte ich sehen, wie du auf das geplante Training reagierst. Kannst du die Einheiten wie vorgesehen durchführen? Wie fühlst du dich dazwischen? Passt die Woche zu deinem Leben, und entwickelt sich deine Leistung in die gewünschte Richtung?
Wenn wir bereits mit einem überschaubaren Umfang Fortschritte erzielen, ist das eine gute Ausgangslage. Zusätzliche Stunden sollten einen Zweck erfüllen.
Wir brauchen Raum für die weitere Entwicklung
Ein Grundprinzip der Trainingsplanung ist die Progression: Die Anforderungen entwickeln sich mit deinen Möglichkeiten weiter.
Das kann bedeuten, dass Einheiten länger werden oder eine weitere Einheit hinzukommt. Es kann aber auch bedeuten, dass wir bei ähnlichem Umfang gezielter arbeiten. Nicht jede Weiterentwicklung braucht mehr Wochenstunden.
Mein Ziel ist, die nächsten Schritte so zu wählen, dass du sie bewältigen und verarbeiten kannst. Deshalb erhöhen wir die Belastung nicht allein deshalb, weil ein bestimmtes Datum im Kalender erreicht ist.
Ein Rechenbeispiel zeigt, wie schnell Stunden zusammenkommen
Nehmen wir einen vereinfachten Saisonaufbau: Du beginnst im Oktober mit vier Wochenstunden. Wir denken in Blöcken aus drei Belastungswochen und einer Entlastungswoche. Würde der Umfang der Belastungswochen mit jedem neuen Block um zwei Stunden steigen, lägen wir nach sechs Steigerungen bereits bei sechzehn Wochenstunden.
Das ist ausdrücklich ein Rechenbeispiel, kein Trainingsplan zum Nachmachen. Es zeigt, wie aus einem kleinen Anfang innerhalb einiger Monate ein erheblicher Zeitaufwand werden kann.
In der Praxis entscheiden deine Entwicklung und deine Rückmeldungen darüber, ob wir steigern, den Umfang halten oder reduzieren. Auch das Verhältnis von Belastungs- und Entlastungswochen passen wir an.
Der Einstieg muss zu deiner Vorgeschichte passen
Vier Wochenstunden können für einen Athleten ein sinnvoller Anfang sein und für einen anderen überhaupt nicht passen. Ein erfahrener Sportler, der seit Jahren regelmäßig trainiert, hat andere Voraussetzungen als jemand, der nach einer langen Unterbrechung zurückkehrt.
Deshalb schaue ich mir vor der Planung dein bisheriges Training an. Ein reduzierter Einstieg ist kein Selbstzweck und auch kein festes Ritual, das jeder neue Athlet durchlaufen muss.
Entscheidend ist, wo du stehst und welchen Aufbau wir von dort aus benötigen.
Auch dein Leben hat einen Jahresrhythmus
Ein überschaubarer Trainingsumfang zu Beginn der Vorbereitung lässt Raum für andere Dinge. Du musst nicht das ganze Jahr so leben wie in den umfangreichsten Wochen vor deinem Hauptwettkampf.
Wir besprechen deshalb, wann mehr Training überhaupt möglich ist. Wie ich diese Rahmenbedingungen berücksichtige, erfährst du im Beitrag über Triathlon-Training, Beruf und Familie.
Wenn dir dein Plan zu leicht erscheint, sprich mich an, statt selbstständig zusätzliche Einheiten einzubauen. Deine Rückmeldung hilft mir, die Belastung einzuordnen.
Gutes Training erkenne ich nicht daran, wie voll der Kalender aussieht. Mich interessiert, ob du dich mit einem umsetzbaren Plan deinem Ziel näherst. Genau darum geht es in meinem individuellen Triathlon-Coaching.