Vielleicht hat ein beruflicher Termin länger gedauert. Vielleicht brauchte deine Familie dich oder du hast dich nicht wohlgefühlt. Dieser Grund verschwindet nicht dadurch, dass du am nächsten Tag doppelt so viel trainierst.
Gerade wenn deine Woche ohnehin gut gefüllt ist, gibt es selten ein zusätzliches Zeitfenster, das wir bei der Planung einfach übersehen haben. Eine nachgeholte Einheit geht dann schnell auf Kosten von Schlaf, Erholung oder anderen Verpflichtungen.
Deshalb lautet meine erste Frage: Was ist passiert? Erst danach entscheiden wir, ob überhaupt etwas angepasst werden muss.
Stell dir vor, dein Lauf am Dienstag fällt aus. Am Mittwoch stehen bereits Schwimmtraining und eine Radeinheit auf dem Plan. Wenn du den Lauf zusätzlich unterbringst, wird dieser Tag deutlich umfangreicher als vorgesehen.
Vielleicht bist du dadurch am Donnerstag müde und kannst die nächste wichtige Einheit nicht wie geplant durchführen. Du verschiebst wieder etwas – und plötzlich passt die ganze Woche nicht mehr zusammen.
Das erinnert mich an Dominosteine: Eine kleine Veränderung kann weitere Veränderungen auslösen. Deshalb beurteile ich eine Einheit immer im Zusammenhang mit dem restlichen Plan.
Eine einzelne verpasste Einheit ist normalerweise kein Beinbruch. Entscheidend ist, wie dein Training über Wochen und Monate funktioniert.
Ich möchte nicht, dass du eine Trainingswoche wie eine Rechnung betrachtest, bei der jede fehlende Minute später beglichen werden muss. Für mich zählt, ob wir mit den nächsten sinnvollen Schritten weiterkommen.
Das heißt allerdings nicht, dass wir jeden Ausfall ignorieren. Wenn regelmäßig dieselbe Einheit ausfällt, müssen wir die Planung überprüfen.
Für mich sind drei Fragen besonders hilfreich:
- War es eine Ausnahme oder passiert das häufiger?
- Haben wir das verfügbare Zeitfenster realistisch eingeschätzt?
- Müssen wir die Einheit künftig anders platzieren oder gestalten?
Vielleicht ist ein Lauf direkt nach Feierabend immer wieder schwierig. Morgens oder an einem anderen Tag lässt er sich möglicherweise besser umsetzen. Wie ich solche Möglichkeiten berücksichtige, beschreibe ich im Beitrag über Triathlon-Training, Beruf und Familie.
Manchmal ist eine ausgefallene Einheit für die aktuelle Vorbereitung besonders wichtig. Dann können wir gemeinsam überlegen, ob sie eine andere Einheit ersetzt oder ob wir die folgenden Tage neu ordnen.
Das ist eine bewusste Anpassung des Plans. Einfach zusätzlich trainieren würde ich deshalb trotzdem nicht empfehlen.
Meine praktische Bitte an meine Athleten lautet: Sag mir, was ausgefallen ist und warum. Dann entscheiden wir gemeinsam, wie es weitergeht. Du musst nichts heimlich kompensieren und auch kein schlechtes Gewissen haben.
So funktioniert für mich individuelles Triathlon-Coaching: Wir nutzen Rückmeldungen, damit der Plan immer besser zu dir passt.