Wie schaffe ich mehr Zeit für mein Triathlon-Training?
Wie schaffe ich mehr Zeit für mein Triathlon-Training?
Indem du deinen Zeitbedarf frühzeitig planst – manchmal Monate vor der eigentlichen Trainingseinheit. Wenn du deine Arbeitszeit flexibel gestalten kannst, lässt sich in einer ruhigeren Trainingsphase ein Zeitguthaben aufbauen. Dieses kannst du später nutzen, wenn deine Wettkampfvorbereitung mehr Raum braucht.
Das funktioniert nicht in jedem Beruf. Aber es ist eine Möglichkeit, die ich bei der Saisonplanung gerne mit meinen Athleten bespreche.
Der Kalender ist schon ohne Triathlon gut gefüllt
Schwimmen, Radfahren und Laufen unter einen Hut zu bringen, kostet Zeit. Wie viel Training sinnvoll ist, hängt von deinen Voraussetzungen und Zielen ab.
Gleichzeitig gibt es Arbeit, Familie, Kinder, Haustiere, Einkäufe und Haushalt. Vielleicht möchtest du auch andere Hobbys pflegen oder einfach einmal nichts vorhaben.
Als Triathlon-Coach kann ich diese Verpflichtungen nicht wegplanen. Deshalb möchte ich wissen, wann Training tatsächlich möglich ist. Einen Plan zu schreiben, der nur auf dem Papier funktioniert, hilft niemandem.
Beim Schlaf möchte ich die zusätzliche Trainingszeit jedenfalls nicht einsparen. Mein Ziel ist, Training und Erholung gemeinsam im Alltag unterzubringen.
Trainingszeit über die Saison verteilen
Nicht jede Phase deiner Vorbereitung braucht denselben Trainingsumfang. In meinem Beitrag Warum beginnt mein Trainingsplan mit weniger Training als erwartet? erkläre ich, warum ich den Einstieg häufig bewusst dosiere.
Darin liegt auch eine organisatorische Chance: Wenn dein Trainingsumfang zu Beginn geringer ist, hast du möglicherweise Spielraum, beruflich etwas vorzuarbeiten.
Bei einem flexiblen Arbeitgeber und einer passenden Arbeitszeitregelung könntest du beispielsweise an einigen Tagen eine Stunde früher anfangen. Voraussetzung ist, dass diese zusätzlichen Stunden tatsächlich gutgeschrieben werden und du sie später wie vereinbart nutzen kannst.
Früher anzufangen darf dabei nicht einfach bedeuten, eine Stunde weniger zu schlafen. Auch der restliche Tagesablauf muss dazu passen.
Ein Beispiel: vier zusätzliche Stunden pro Woche
Angenommen, du arbeitest während einer Phase mit geringerem Trainingsumfang zwölf Wochen lang jeweils drei Stunden zusätzlich.
Damit sammelst du:
12 Wochen × 3 Stunden = 36 Stunden Zeitguthaben.
Wenn du dieses Guthaben später über neun Wochen verteilst, stehen dir in dieser Zeit vier zusätzliche freie Stunden pro Woche zur Verfügung.
Das kann beispielsweise ein freier Nachmittag sein. Eine längere Radeinheit lässt sich dann vielleicht bei Tageslicht absolvieren, ohne den gesamten Samstag dafür zu benötigen. Oder du kannst nach einer anspruchsvollen Einheit in Ruhe essen und dich erholen, statt direkt zum nächsten Termin zu hetzen.
Die gewonnene Zeit muss also nicht vollständig mit zusätzlichem Training gefüllt werden.
Arbeitgeber und Familie früh einbeziehen
Damit die Idee funktioniert, reicht es nicht, Überstunden anzusammeln. Du solltest vorher klären, ob und wann du sie abbauen kannst.
Auch mit deiner Familie solltest du besprechen, was die zeitliche Verschiebung bedeutet. Mehr Arbeit in einer Phase und mehr Training in einer anderen verändern den gemeinsamen Alltag.
Für Selbstständige kann der Gedanke ebenfalls hilfreich sein: Welche Projekte lassen sich früher erledigen? Welche Termine kannst du beeinflussen? Allerdings entsteht durch Vorarbeiten nicht automatisch später Freizeit. Diese Freiräume müssen ebenso bewusst eingeplant werden.
Der Trainingsplan bleibt individuell
Ein Arbeitszeitkonto ist eine Möglichkeit, kein Muss. Wenn dein Beruf das nicht zulässt, suchen wir andere Lösungen und richten das Training nach deinen tatsächlichen Möglichkeiten aus.
Auch der Trainingsumfang steigt nicht einfach jede Woche bis zum Wettkampf. Entlastungsphasen und die ruhigere Zeit unmittelbar vor dem Rennen gehören ebenfalls in die Planung.
Entscheidend ist, früh zu erkennen, in welchen Wochen du mehr Zeit brauchst. Bei einem Hauptwettkampf im Sommer kann der Herbst ein guter Zeitpunkt sein, diese Überlegungen zu beginnen.
Mehr Zeit für Triathlon entsteht nicht immer durch einen besser organisierten einzelnen Tag. Manchmal entsteht sie dadurch, dass wir mehrere Monate gemeinsam betrachten.
Genau solche Fragen gehören für mich zum individuellen Triathlon-Coaching: Wir planen die sportliche Vorbereitung und schaffen möglichst passende Bedingungen dafür.