Nach einem anstrengenden Arbeitstag kann schon der Gedanke an Training zu viel sein. Gleichzeitig lässt sich aus diesem Gefühl allein nicht sicher erkennen, ob dir Bewegung guttun könnte oder ob du tatsächlich Erholung brauchst.
Deshalb möchte ich wissen: Wie war dein Tag? Wie hast du geschlafen? Wie haben sich die letzten Einheiten angefühlt? Ist das heute eine Ausnahme oder zieht sich die Müdigkeit schon länger hin?
Ein Trainingsplan kann diese Fragen nicht selbst beantworten. Dafür brauchen wir den Austausch zwischen Athlet und Trainer.
Bei gewöhnlicher Unlust schlage ich gerne vor: Fang erst einmal ganz locker an und beobachte, wie du dich fühlst.
Beim Laufen können das ungefähr zehn Minuten in einem angenehm leichten Tempo sein. Du sollst dabei nichts beweisen und auch nicht versuchen, dich durch ein besonders schnelles Tempo wach zu machen.
Manchmal merkst du nach dem Einstieg, dass vor allem das Losgehen schwierig war. Die Bewegung fühlt sich angenehm an, und du kannst die Situation neu beurteilen.
Die zehn Minuten sind dabei eine praktische Orientierung. Sie sind kein medizinischer Test und keine Garantie, dass du für eine harte Einheit bereit bist.
Fühlst du dich beim lockeren Einstieg zunehmend müde oder bleibt die Belastung ungewöhnlich schwer, brichst du ab und gibst mir Bescheid. Du musst die zehn Minuten nicht vollmachen, wenn du schon vorher merkst, dass etwas nicht stimmt.
Bei Fieber, deutlichem Krankheitsgefühl oder ungewöhnlichen Beschwerden gilt diese Einstiegshilfe ohnehin nicht. Dann steht die Erholung beziehungsweise eine medizinische Abklärung im Vordergrund.
Für mich ist ein solcher Abbruch eine wichtige Rückmeldung. Ich möchte wissen, wie es dir tatsächlich geht – nicht nur, ob auf deiner Uhr am Ende die geplante Dauer steht.
Wenn du über längere Zeit kaum noch gerne trainierst, reicht die Aufforderung „Überwinde dich!“ nicht aus. Dann müssen wir genauer hinschauen.
Vielleicht passt der Umfang gerade nicht zu deinem Alltag. Vielleicht fehlt Abwechslung oder die Freude am gemeinsamen Training. Vielleicht brauchst du mehr Erholung. Auch das sportliche Ziel selbst dürfen wir hinterfragen: Möchtest du es noch verfolgen, oder fühlt es sich inzwischen hauptsächlich wie eine Verpflichtung an?
Wie wir deine Rahmenbedingungen berücksichtigen, erfährst du im Beitrag über Training, Beruf und Familie.
Sag mir möglichst konkret, was du wahrgenommen hast: War nur der Anfang schwierig? Wurde es unterwegs leichter? Oder hast du dich mit jeder Minute schlechter gefühlt?
Mit diesen Informationen können wir sinnvoll entscheiden, ob der Plan weiterhin passt oder verändert werden sollte.
Mein Ziel ist, dass du langfristig gerne und verlässlich trainieren kannst. Dazu gehört manchmal, anzufangen. Dazu gehört genauso, rechtzeitig aufzuhören.
Mehr über diese Zusammenarbeit findest du beim individuellen Triathlon-Coaching.