Zum Hauptinhalt springen

Was mich als Triathlon-Trainer geprägt hat

Was mich als Triathlon-Trainer geprägt hat

Bild: Höchentraining in Oberstdorf 1992 mit (von links) Pauli Kiuru, Bennie Lindberg, Teemu Vesala. Unten Triathlon Coach und Legende Seppo „Nitti“ Nuuttila

Meine Entwicklung zum Triathlon-Trainer begann lange bevor ich meine ersten Trainingspläne für andere schrieb. Als Athlet erlebte ich selbst, wie viel Vertrauen zwischen Trainer und Sportler entstehen kann und wie sehr die Menschen im eigenen Umfeld die Entwicklung prägen.
Besonders viel verdanke ich meinem finnischen Trainer Seppo Nuuttila. Durch ihn, meine Trainingskameraden, meine spätere Trainerausbildung und die Zusammenarbeit mit vielen unterschiedlichen Athleten entwickelte sich meine heutige Arbeitsweise als Triathlon Coach.

Seppo Nuuttila – ein Trainer, der mich geprägt hat

1989 kam ich in die Trainingsgruppe von Seppo Nuuttila, den wir „Nitti“ nannten. Pauli Kiuru war damals bereits zweimal unter den ersten zehn beim Ironman auf Hawaii gewesen. Magnus Lönnqvist hatte uns vorgemacht, wie man aus der Begeisterung für Triathlon einen Beruf machen konnte. Zu meinen Trainingskameraden gehörten auch Teemu Vesala und später Olivier Bernard.

Seppo brachte einen großen Erfahrungsschatz aus verschiedenen Sportarten mit. Wenn er aus dem finnischen Ausdauersport erzählte, hörten wir mit gespitzten Ohren zu. Seine Geschichten vermittelten uns eine Vorstellung davon, was durch konsequente Arbeit und Vertrauen in den eigenen Weg möglich war.

Unser Umfeld reichte weit über Triathlon hinaus. Wir machten Zirkeltraining mit Motocross-Weltmeister Pekka Vehkonen, beobachteten das Training des Badmintonspielers Pontus Jäntti und saßen mit Ruder-Olympiasieger Pertti Karppinen beim Kaffee.

Für mich war das eine besondere Schule. Ich bekam mit, wie erfolgreiche Sportler trainierten, ihren Alltag organisierten und Verantwortung für ihre Entwicklung übernahmen.

Klare Aufgaben und gegenseitiges Vertrauen

Als ich meinen ersten Trainingsplan von Seppo bekam, überraschte mich seine Einfachheit. Die Pläne wurden auf Papier geschrieben oder per Fax verschickt. Häufig standen dort lediglich die Sportart, die Dauer und ein Herzfrequenzbereich.

Wenige Angaben, aber eine klare Aufgabe.

Die Einheiten waren anspruchsvoll, jedoch machbar. Ich erinnere mich an keinen Plan, bei dem ich von Anfang an dachte: Das kann ich unmöglich schaffen. Die Herausforderung lag darin, die Arbeit über lange Zeit konsequent umzusetzen.

Wir hatten unsere Ziele und vertrauten Seppo. Pauli brachte diese Haltung einmal mit einer Rechnung auf den Punkt: Wer täglich fünf Minuten Training weglässt, verliert im Jahr rund 30 Stunden.

Zu unserem Berufsverständnis gehörten ebenso ausreichend Schlaf, Erholung und die Betreuung durch Physiotherapeuten oder Ärzte. Training war unsere Arbeit – Regeneration gehörte dazu.

Wir kümmerten uns außerdem selbst um Sponsoren und organisierten unsere Reisen und Trainingsaufenthalte. Profisport bedeutete, Verantwortung für den gesamten Alltag zu übernehmen.

Wie unser Triathlon-Training aufgebaut war

Unser Trainingsjahr begann im Herbst mit vergleichsweise geringen Umfängen. Die Belastung stieg schrittweise an, Entlastungswochen waren fest eingeplant. Mit unserer Entwicklung konnte über die Jahre auch das Ausgangsniveau steigen.

Krafttraining gehörte ganzjährig zum Programm. Im Herbst, Winter und Frühjahr kam regelmäßig Zirkeltraining dazu. Damit schufen wir eine Grundlage für die Belastungen auf der Langdistanz.

Häufig verbanden wir mehrere Disziplinen in einer Einheit. Im Winter konnte das eine Kombination aus Skilanglauf, Laufen und Schwimmen sein. Richtung Wettkampfsaison orientierte sich die Reihenfolge zunehmend am Triathlon: Schwimmen, Radfahren, Laufen.

Das erforderte Vorbereitung. Ausrüstung, Verpflegung und Wechselkleidung mussten mit. Gleichzeitig konnten wir die Übergänge zwischen den Disziplinen üben und sparten Wege im Trainingsalltag.

Die Übersichtlichkeit der Pläne half dabei, die Gesamtbelastung im Blick zu behalten. Erst später, mit eigener Trainererfahrung, verstand ich noch besser, wie sich die verschiedenen Bestandteile ergänzten.

Bild, Triathlon Europameister 1989, von links: Magnus Lönnquist, Bennie Lindberg, Teemu Vesala

Triathlon Langdistanz Europameister 1989 in Dänemark. Von links: Magnus Lönnquist, Bennie Lindberg, Teemu Vesala – Alle Mittgleider in Seppo Nuuttilas Trainingsbruppe

Messen, verstehen und sinnvoll handeln

Wir arbeiteten bereits damals regelmäßig mit Herzfrequenzmessern und Leistungsdiagnostik. Schwimmen, Radfahren und Laufen wurden getestet, die Erholung beobachtet und Bewegungsabläufe untersucht.

An eine Laufanalyse erinnere ich mich besonders gut: Mein linker Fuß blieb drei Hundertstelsekunden länger am Boden als mein rechter. Seppos Kommentar dazu war sinngemäß: Man kann vieles messen. Entscheidend ist, ob sich daraus eine sinnvolle Maßnahme für das Training ableiten lässt.

Dieser Gedanke begleitet mich bis heute.

Daten können helfen, Entwicklungen zu erkennen. Als Trainer muss ich aber einordnen, welche Information eine Entscheidung tatsächlich verändert. Dazu brauche ich auch die Rückmeldung des Athleten: Wie fühlt sich das Training an? Was passiert gerade im Alltag? Wie schläft er, wie gut erholt er sich?

Eine Zahl wird erst dann wirklich hilfreich, wenn ich sie im Zusammenhang verstehe.

Das passende Tempo für die Langdistanz finden

Ein besonderer Bestandteil unserer damaligen Vorbereitung war der lange Test: drei Kilometer Schwimmen, 120 Kilometer Radfahren und 30 Kilometer Laufen.

Dabei wollten wir herausfinden, welches Tempo wir über eine lange Belastung gleichmäßig halten konnten. Wir lernten, zu Beginn ruhig genug zu bleiben und später die vorhandenen Kräfte zu nutzen. Das stärkte auch unser Vertrauen in die eigene Renneinteilung.

Dieser Test gehörte zu unserer Vorbereitung als erfahrene Leistungssportler. Umfang und Belastung lassen sich deshalb nicht einfach auf jeden Athleten übertragen.

Der Grundgedanke ist jedoch in meiner Arbeit geblieben: Im Training Erfahrungen sammeln, die im Wettkampf helfen. Auch bei meinen heutigen Langtests in Roth geht es darum, die eigene Leistungsfähigkeit einzuschätzen und die Vorbereitung praktisch zu überprüfen.

Vom Athleten zum ausgebildeten Trainer

Schon während meiner aktiven Laufbahn absolvierte ich die finnischen C- und B-Trainerlizenzen. Später folgte die Berufstrainerausbildung in Finnland.

Die Ausbildung gab meinen praktischen Erfahrungen ein fachliches Fundament. Ich konnte Zusammenhänge besser einordnen und begann, Training zunehmend aus der Perspektive des Trainers zu betrachten.

Dabei wurde mir klar, wie wichtig es ist, die eigene Erfahrung richtig einzuordnen. Was bei mir funktioniert hatte, musste für einen anderen Athleten noch lange nicht die passende Lösung sein. Menschen bringen unterschiedliche Voraussetzungen mit und reagieren unterschiedlich auf Training.

Ein wichtiger Teil meines Weges war die Zusammenarbeit mit Stefan Holzner. Über unsere Anfänge und die gemeinsame Entwicklung erzähle ich im Beitrag „Wie ich Triathlon-Trainer wurde“ auf bennie-lindberg.com.

Drei Athleten, drei besondere Wege

Roland, Sebastian und Michi brachten sehr unterschiedliche Voraussetzungen mit. Ihre Geschichten zeigen, warum individuelles Triathlon-Training mit dem Menschen und seinen Möglichkeiten beginnt. Die abgebildeten historischen Trainingspläne gehören zu ihrer jeweiligen damaligen Situation und sind keine Vorlagen zum unveränderten Nachtrainieren.

Roland Schumacher – mein erster Altersklassen-Weltmeister

Roland Schumacher lernte ich über Stefan Holzner kennen. Roland und ich starteten beide für den SC Riederau, damals einer der führenden Triathlonvereine Deutschlands. Er kam aus dem deutschsprachigen Ostbelgien und brachte unglaublich viel Talent mit.

Seine Trainingszeit war allerdings begrenzt: Roland arbeitete als Beamter beim Patentamt in München und hatte zwei Söhne. Dazu war er ein echter Genießer. Ein gutes Stück Schokolade oder ein Glas Wein gehörten für ihn zum Leben. Er wollte sportlich erfolgreich sein und das Leben genießen.

Für mich als Trainer bedeutete das, seine Möglichkeiten und Prioritäten zusammenzubringen. Sein Talent entwickelte sich prächtig – und dann erreichte mich eine besondere Nachricht.

Ich war gerade bei meiner Berufstrainerausbildung in Finnland, als ich erfuhr, dass Roland in Nizza ITU-Weltmeister auf der Langdistanz in seiner Altersklasse geworden war. Mein erster Altersklassen-Weltmeister!

Im Auto hatte ich noch ein paar Flaschen deutschen Wein. Die öffneten wir mit der Ausbildungsgruppe und stießen gemeinsam auf Roland an. Während ich selbst noch für meinen Trainerberuf lernte, hatte einer meiner Athleten einen Weltmeistertitel gewonnen. Diesen Moment vergesse ich nicht.

Weitere Weltmeistertitel von Athleten, die ich betreuen durfte, kamen später dazu. Roland bleibt für mich der Erste – und die Erinnerung an ihn ist eng mit dieser gemeinsamen Feier verbunden.

Individuelle Trainingsplanung – per Fax aus Australien

Dieses Fax schrieb ich Roland im März 1996 aus Forster in Australien. Auch während meiner eigenen Wettkampf- und Trainingsreisen ging die Betreuung meiner Athleten weiter.

Nach seiner Rückmeldung plante ich die nächsten Wochen bis zur Deutschen Duathlon-Meisterschaft: intensive Trainingsphasen, eine leichtere Woche und anschließend eine Reduzierung der Belastung mit kurzen, intensiven Abschnitten vor dem Wettkampf.

Das Fax enthält konkrete Vorgaben für die einzelnen Disziplinen, Kraft- und Zirkeltraining sowie eine Beispielwoche. Hinter den handschriftlichen Zeilen steckt eine klare Überlegung: Welche Belastung braucht Roland jetzt, und wie bauen wir darauf bis zum Wettkampf auf?

Heute ist der Austausch technisch viel einfacher. Das Prinzip meines Triathlon-Coachings bleibt: Rückmeldungen auswerten, das Ziel im Blick behalten und daraus die nächsten Trainingsschritte entwickeln.

Triathlon Trainingsplan von erstellt von Bennie Lindberg 1996

Trainingsplanung für Roland Schumacher: Fax aus Forster, Australien, vom 13. März 1996 – mit Belastungsaufbau, Intensitätsvorgaben und einer Beispielwoche.

Sebastian Löhnert – mit Struktur zum Weltmeistertitel

Sebastian Löhnert kam über meinen damaligen Radsponsor Cube zu mir. Ein Mitarbeiter aus dem Vertrieb fragte, ob ich einem jungen Athleten aus Coburg helfen könnte, der etwas mehr Struktur in seinem Training brauchte. Cube unterstützte auch seinen Verein. Kurz darauf telefonierten wir und begannen unsere Zusammenarbeit.

Am Anfang wollte ich Sebastian erst einmal kennenlernen. Wie hatte er in den vergangenen Jahren trainiert? Welche sportlichen Erfahrungen brachte er mit? Wie sah sein beruflicher Alltag aus?

Dann gingen wir seine Trainingsmöglichkeiten durch: Gab es Schwimmtraining im Verein oder einen Trainer vor Ort? Mit wem konnte er gemeinsam trainieren? Welche Einheiten machte er besonders gerne? All das beeinflusst, wie sich ein Trainingsplan umsetzen lässt und wie viel Erholung möglich ist.

Leistungstests halfen uns, die Ausgangssituation einzuschätzen und die Belastung sinnvoll zu steuern. Darauf bauten wir schrittweise auf: trainieren, Rückmeldung geben, erholen und gemeinsam prüfen, was sich verändert hatte. Waren wir auf dem richtigen Weg? Was mussten wir anpassen? So ging es weiter, Monat für Monat und Jahr für Jahr.

Sebastian brachte dafür hervorragende Voraussetzungen mit. Er war organisiert, diszipliniert und setzte das Training sehr zuverlässig um. Von Jahr zu Jahr wurde er stärker.
Ein Höhepunkt war die Triathlon-Weltmeisterschaft 2007 in Hamburg über die olympische Distanz. Sebastian wurde Weltmeister seiner Altersklasse und war zugleich der schnellste deutsche Altersklassenathlet im Rennen.

Später wagte er sich auch an die Langdistanz und erreichte sehr gute Zeiten deutlich unter neun Stunden. Sportlich war das ein vielversprechender Anfang. Trotzdem entschied er sich schließlich für seine berufliche Laufbahn. Eine Karriere als Profitriathlet hätte deutlich mehr Unsicherheit bedeutet.

Auch das gehört für mich zum Coaching: Ein Athlet darf seinen eigenen Weg wählen. Eine starke sportliche Entwicklung eröffnet Möglichkeiten – welche davon zum eigenen Leben passt, entscheidet der Mensch selbst.

Ein Blick in Sebastians Trainingsplan von 2007

Der abgebildete Plan stammt aus dem Februar und März 2007, dem Jahr seines Weltmeistertitels. Er zeigt einen Ausschnitt aus der Vorbereitung im Winter und frühen Frühjahr.

Das Schwimmtraining im Verein war fest eingebunden. Dazu kamen Laufintervalle, längere Radeinheiten, Krafttraining und Kombinationen aus Radfahren und Laufen. Für die Radbelastungen gab es Herzfrequenzvorgaben; auf dem Plan standen auch Werte aus einem Leistungstest.

Aufschlussreich finde ich die Hinweise zur Umsetzung: Eine längere Kombination sollte sich ausdrücklich locker anfühlen – die Dauer allein sollte bereits belasten. An anderer Stelle war regeneratives Joggen nach Gefühl vorgesehen. Zahlen gaben Orientierung, das Körpergefühl blieb Teil der Steuerung.

In der anschließenden Woche stand ein 25-Kilometer-Laufwettkampf im Plan. Die Einheiten davor wurden kürzer und lockerer; außerdem war eine Massage eingeplant. Belastung und Erholung wurden zusammen betrachtet.

Der Plan zeigt eine Phase in Sebastians Entwicklung. Sein Weltmeistertitel entstand aus der kontinuierlichen Arbeit über Jahre, die wir immer wieder anhand seiner Rückmeldungen angepasst haben.

Der Bild zeigt ein von Bennie Linbedg erstellte Trainingsplan für Triathlon Weltmeister Sebastian Löhnert

Sebastians Trainingsplan aus Februar und März 2007 – mit Vereinstraining, individuellen Belastungsvorgaben und eingeplanter Erholung.

Michael Hofmann – mit Ausdauer zum deutschen Meister

Michi Hofmann lernte ich kennen, als er ungefähr 16 Jahre alt war und eine Ausbildung im Forstbereich machte. Ich war damals sportlicher Leiter der Triathlonabteilung des TSV Roth.

Wir hatten viele gute Nachwuchsathleten im Verein. Einige gewannen schon früh fränkische, bayerische oder deutsche Meistertitel. Michi gehörte zunächst nicht dazu. Obwohl er sehr hart trainierte und unbedingt vorankommen wollte, war immer jemand da, der in jungen Jahren etwas schneller war.

Michi blieb dran. Er setzte die Einheiten um, ohne sich zu beklagen, und wollte am liebsten noch mehr trainieren. Sein großer Trainingsfleiß zahlte sich allmählich aus. Auf die ersten Titel folgte schließlich ein deutscher Meistertitel auf der Mitteldistanz im Triathlon.

Zu dieser Entwicklung trugen zwei Dinge besonders bei.

Die körperlich anstrengende Arbeit im Forst ließ wenig Raum für Erholung. Über einen Freund bei der Berufsfeuerwehr in Nürnberg kamen wir auf die Möglichkeit eines Berufswechsels zu sprechen. Michi bestand das Auswahlverfahren und wechselte zur Feuerwehr. Der dortige Arbeitsrhythmus passte besser zu seinem Sport. Entscheidend war vor allem, dass er zwischen den Trainingseinheiten mehr Gelegenheit zur Erholung bekam.

Gleichzeitig entstand Anfang der 2000er-Jahre in Roth eine besondere Trainingsgruppe. Michi, „Burner“, „Sergeant T.“ und ich trainierten oft gemeinsam. Unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Berufen und Zielen, die sich gegenseitig motivierten und viel miteinander lachten.

Ich war damals bereits hauptberuflich Trainer und Coach, trainierte aber regelmäßig mit. 2004 gewann ich sogar den Gigathlon in der Schweiz. Die gemeinsame Zeit tat also auch meinem eigenen Sport gut.

Wir konnten hart arbeiten, ohne dass sich jede Einheit nach harter Arbeit anfühlte. Motivation war selten das Problem. Als Coach musste ich eher darauf achten, dass zur Begeisterung auch genügend Erholung kam.

Michis Weg hat mir gezeigt, wie viel über Jahre entstehen kann, wenn Ausdauer, passende Lebensbedingungen und ein gutes Umfeld zusammenkommen. Und wie wichtig es ist, als Trainer auch einmal zu bremsen.

Ein Trainingsplan, der zum Feuerwehrdienst passt

Michis (und Sebastians) Plan trägt noch das alte Ad-Extremum-Logo. Die blau markierten Tage sind seine Diensttage bei der Feuerwehr. Schon diese kleine Markierung zeigt, wie eng Trainingsplanung und Berufsalltag zusammengehörten.

Am Freitag war ein Ruhetag mit Bauch- und Rückengymnastik vorgesehen. Am Sonntag sollte Michi locker mit dem Rad zur Arbeit fahren. Auch die Heimwege mit dem Rad wurden im Plan berücksichtigt.

Dazwischen standen anspruchsvolle Einheiten. Am Samstag etwa eine umfangreiche Schwimmpyramide, Laufintervalle und eine Radeinheit mit einem Zehn-Kilometer-Zeitfahren. Ein solches Programm setzte seine damalige Leistungsfähigkeit und die entsprechende Vorbereitung voraus.

Besonders gut gefällt mir aus heutiger Sicht der Vermerk beim Lauftest am Montag: Zeiten aufschreiben und mir mitteilen. Die Rückmeldung gehörte zur Aufgabe. Sie sollte mir helfen, seine Entwicklung einzuschätzen und das weitere Training zu steuern.

Für mich macht dieser alte Plan sichtbar, was individuelles Triathlon-Coaching ausmacht: den Alltag berücksichtigen, Belastungen gezielt setzen und im Austausch bleiben. Wie viel Erholung tatsächlich möglich war, hing natürlich auch davon ab, wie sein Dienst verlaufen war.

Triathlon Trainingsplan von Michael Hofmann erstellt 2005

Trainingsplan für Michael „Michi“ Hofmann vom 4. bis 10. Mai 2005. Blau markiert sind seine Diensttage bei der Feuerwehr.

Wie ich heute als Triathlon Coach arbeite

Die Grundgedanken aus meiner eigenen Trainingszeit begleiten mich weiterhin: klare Aufgaben, eine nachvollziehbare Belastungsentwicklung, passende Erholung und ein sinnvoller Umgang mit Leistungsdaten.

Heute beginnt meine Arbeit mit Fragen an den Menschen: Was möchtest du erreichen? Wie sieht dein Alltag aus? Welche Erfahrungen bringst du mit? Und wie viel Training passt tatsächlich zu Beruf, Familie und Erholung?

Daraus entsteht ein Trainingsplan, den wir gemeinsam auf seine Umsetzbarkeit prüfen. Durch das Training und dein persönliches Feedback erfahren wir, was funktioniert und wo wir etwas verändern müssen.

Diese Rückmeldungen sind für mich ein wesentlicher Teil der Betreuung. Wenn sich dein Alltag verändert, eine Einheit nicht gelingt oder du ungewöhnlich müde bist, möchte ich das wissen. So können wir Entscheidungen treffen, die zu deiner tatsächlichen Situation passen.

Rückblickend hatte ich das Glück, meinen sportlichen und beruflichen Ehrgeiz schon früh durch Erfolge und Titel erfüllen zu können. Was mich über all die Jahre fasziniert hat, sind die Menschen hinter den Ergebnissen.

Heute interessiert mich vor allem: Wer sitzt mir gegenüber? Was ist diesem Menschen wichtig? Und wie kann ich ihn auf dem Weg zu den Zielen begleiten, die wir gemeinsam festgelegt haben?

Das kann ein Meistertitel sein, die erste Langdistanz oder die Freude daran, im eigenen Alltag wieder regelmäßig Sport zu treiben. Jeder dieser Wege bringt neue Erfahrungen mit sich. Deshalb lerne ich auch nach vielen Jahren als Triathlon-Trainer immer noch dazu.

Wenn du erfahren möchtest, wie eine solche Zusammenarbeit aussieht, findest du im Link mehr Informationen