Kurven und Abfahrten zeigen schnell, wie vertraut ein Athlet mit seinem Fahrrad ist. Wer unsicher fährt, bremst häufig unnötig, verkrampft oder muss nach einer Kurve wieder stark beschleunigen.
Mein Ziel ist, dass du Situationen früh erkennst und kontrolliert handelst. Dazu gehören beispielsweise:
- rechtzeitig und dosiert bremsen,
- eine passende Linie durch die Kurve wählen,
- vorausschauend schalten,
- sicher zwischen Griffpositionen wechseln,
- auch in der Wettkampfposition die Kontrolle behalten.
Das lässt sich durch einen Text nur begrenzt vermitteln. Im persönlichen Training kann ich beobachten, Rückmeldung geben und Übungen passend auswählen. Ein geeigneter, verkehrsfreier Übungsbereich bietet dafür andere Möglichkeiten als eine normale Trainingsrunde.
Sicheres Fahren hat immer Vorrang. Die passende Geschwindigkeit richtet sich nach deinem Können, der Sicht und den Bedingungen.
Ich verwende die Vorstellung, die gesamte Kurbelumdrehung zu begleiten, gerne als Denkübung. Das bedeutet nicht, in jeder Position gleich viel Kraft aufzubringen oder ständig aktiv am Pedal hochzuziehen.
Die Idee ist: Ein Bein drückt, während das andere die Bewegung möglichst wenig behindert. Beide Beine sollen zusammenarbeiten.
Das klingt einfach, verlangt aber Koordination und Übung. Mir geht es zunächst um das Gefühl für eine flüssige Tretbewegung. Daraus folgt nicht, dass eine bewusst veränderte Bewegung automatisch weniger Energie kostet.
Ich möchte auch nicht, dass du während jeder Ausfahrt ununterbrochen über jeden einzelnen Pedaltritt nachdenkst. Wir üben bewusst, damit die Bewegung mit der Zeit selbstverständlich wird.
In meiner Trainerlaufbahn habe ich immer wieder gesehen: Eine starke Ausdauerleistung in einer Sportart lässt sich nicht vollständig auf eine andere übertragen.
Ein sehr guter Marathonläufer bringt hervorragende Voraussetzungen mit. Trotzdem braucht er Zeit, um sich an die Sitzposition, die muskuläre Belastung und die Bewegungsabläufe auf dem Rad zu gewöhnen.
Umgekehrt erlebe ich bei Menschen mit langjähriger Raderfahrung häufig, dass ihnen der Wiedereinstieg leichter fällt. Die frühere Erfahrung bleibt ein wertvoller Ausgangspunkt. Wie schnell die Form zurückkommt, ist allerdings individuell.
Regelmäßiges Radfahren ist deshalb ein wichtiger Teil des Lernens. Dabei zählt für mich auch, wie du diese Kilometer fährst.
Bleibst du bei unterschiedlichen Trittfrequenzen ruhig im Sattel? Schaltest du rechtzeitig? Kannst du deine Position halten, ohne unnötig zu verkrampfen? Wo fühlst du dich noch unsicher?
Solche Beobachtungen helfen mir, passende Aufgaben auszuwählen. Auf dem Rollentrainer können wir uns gut auf bestimmte Bewegungen konzentrieren. Kurvenfahren, Bremsen und der Umgang mit wechselnden Straßenbedingungen brauchen dagegen Praxis draußen.
Hohe Wattwerte allein ergeben noch keine gute Radleistung im Wettkampf. Du musst deine Leistungsfähigkeit auch unter den jeweiligen Bedingungen umsetzen können.
Deshalb verbinde ich Ausdauertraining mit passenden technischen Aufgaben. Ein Anfänger braucht dabei andere Schwerpunkte als ein erfahrener Triathlet.
Wenn du deine Radbeherrschung gezielt verbessern möchtest, können wir im persönlichen Triathlon-Training daran arbeiten. Wie ich Technik, Belastung und Erholung zusammenführe, erfährst du beim individuellen Triathlon-Coaching.