Zu Beginn erkläre ich die Grundlagen: Wie entsteht Vortrieb? Welche Rolle spielen Wasserlage, Körperdrehung, Armzug und Beinschlag? Und wie fügt sich die Atmung ein?
Aus anderen Sportarten bringen viele die Vorstellung mit: Wenn ich meine Bewegungen schneller mache, werde ich schneller. Beim Schwimmen funktioniert das nur, wenn die Bewegung auch wirksam bleibt. Eine höhere Zugfrequenz kann sinnvoll sein. Die Hände einfach schneller durch das Wasser zu bewegen, bringt aber nicht automatisch mehr Vortrieb.
Deshalb möchte ich, dass du weißt, welche Aufgabe eine Übung hat und woran du eine gelungene Ausführung erkennst.
Ich beginne mit Theorie und Trockenübungen. An Land kannst du Bewegungen langsam ausprobieren und dich auf Koordination und Rhythmus konzentrieren.
Danach folgen Übungen im stehtiefen Wasser, Wassergewöhnung und das Üben einzelner Bestandteile. Wassergefühl entsteht dabei im Wasser: Du lernst, Druck wahrzunehmen und zu spüren, wie deine Bewegungen wirken.
Erst anschließend verbinden wir die Teile zum Kraulschwimmen. Du musst nicht alles gleichzeitig beherrschen.
Bei Anfängern beobachte ich häufig, dass die Atembewegung den gesamten Rhythmus bestimmt. Sobald sie Luft holen möchten, stockt der Armzug oder die Bewegung wird hektisch.
In meinem angeleiteten Unterricht lasse ich sie deshalb zunächst nur drei bis fünf lockere Kraulzüge machen, ohne seitlich einzuatmen. Dabei atmen sie ins Wasser aus. Anschließend stellen sie sich im stehtiefen Wasser wieder hin und atmen in Ruhe. Wer früher Luft braucht, beendet die Übung früher.
Es geht darum, kurz die Bewegung zu spüren. Danach bauen wir die seitliche Atmung so ein, dass der gefundene Rhythmus möglichst erhalten bleibt. Armzug, Körperdrehung und Atmung sollen zusammenpassen.
Wenn du bereits kraulst, schaue ich mir zuerst an, wie du schwimmst und welches Ziel du verfolgst. Eine Videoanalyse hilft uns, die wichtigsten Ansatzpunkte zu erkennen.
Je nach Bedarf arbeiten wir mit Trockenübungen, Zugseil, Wassergefühlübungen oder ausgewählten Hilfsmitteln. Manchmal reduziere ich vorübergehend das gewohnte Kraulschwimmen, damit der Schwimmer neue Bewegungen bewusst üben kann.
Dabei konzentrieren wir uns auf wenige Aufgaben. Eine Veränderung kann sich für dich riesig anfühlen, obwohl sie von außen kaum sichtbar ist. Deshalb sind klare Rückmeldungen und erneute Videoaufnahmen hilfreich.
Nach einer Übungsphase – beispielsweise vier bis acht Wochen – prüfen wir: Was hat sich verändert? Was braucht einen anderen Ansatz?
Mein erstes Ziel ist eine kurze Strecke mit kontrollierter Bewegung und ruhiger Atmung. Daraus können 25 Meter werden, anschließend mehrere Wiederholungen und später längere Abschnitte.
Die Strecke wächst mit der Fähigkeit, die Bewegung beizubehalten. Ich möchte nicht, dass du lediglich immer weiter schwimmst und dabei wieder in das alte Muster zurückfällst.
Diesen schrittweisen Einstieg habe ich auch im Koyawa Online-Kraulkurs umgesetzt. Wenn du bereits schwimmst und gezielte Rückmeldung brauchst, findest du hier mehr über meine Kraulanalyse.