Triathlon Trainer und Coach - Bennie Lindberg
Windschattenfahren, Doping, Fairness, Business...

Windschattenfahren, Doping, Fairness, Business...

Am Wochenende gab es wieder eine Langdistanz Triathlon, diesmal Ironman  in Texas. Jetzt kochen die sozialen Medien über mit Meinungen, Bilder und Videos bezüglich zu kurze Distanzen und zu viel Windschattenfahren, und dem entsprechend viel zu schnelle Zeiten!

JA es ist Mist und JA es ist unfair und JA trotz dem sind alle Athleten die dabei waren genauso „Helden“ wie jeder andere die so ein Event gefinisht hat.

Was ich mir jetzt frage ist: Warum die ganze Aufregung!

Kürzlich habe ich auch gedacht: Hey die können das doch nicht machen! Ironman (oder Langdistanz Triathlon) ist 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km laufen. Manchmal werden die Distanzen sogar mit 3 Ziffern hinter das Komma angegeben (um Genauigkeit zu suggerieren?) wie 42,195 km Laufen.

Pustekuchen, die Veranstalter können genau das machen was sie wollen! Und machen das auch!

Aber wir Athleten, bestimmen am Ende!

Wenn wir etwas kaufen (wie ein Startplatz)  dann zeigen wir dass die Veranstalter etwas richtig gemacht haben!

Eine schnelle Zeit - zu kurze Strecken, sehr viel Teilnehmer- Windschattenfahren!

Hey -  what the fuck!  So ist es eben!  Wenn es nicht passt bleib zuhause!!

Es scheint aber, dass es mehr die die nicht dabei waren stören als die Teilnehmer selber,  und da liegt ein Teil des Problems. Jeder möchte die schnelle Zeiten haben egal wie!

UND am Ende geht es immer nur um GELD. 

Wenn die Teilnehmerzahlen wegbrechen da ein faires Rennen nicht garantiert wird, dann wette ich um mein Hintern das plötzlich Maßnahmen ergriffen wird um ein faires Rennen zu garantieren.

Triathlon ist außer ITU komplett in privater Hand. Warum sollte in Triathlon weniger Korruption als in Radsport, Boxing oder Fußball sein.

Wenn Korruption sogar innerhalb den organisierten olympischen Sport existiert, die sogar verschiedene „Behörden“ wie z.B. Antidoping haben, und es trotz dem nicht funktioniert, wie realistisch ist es dann fairen Sport und Sportgeist von normalen „Firmen“ zu erwarten!

Wenn die Distanzen zu kurz sind, wenn  die Umgang mit aktuellen und ehemaligen Dopingsünder undurchsichtig ist wenn es zu viele Teilnehmer gibt, dann bleib einfach zuhause!

Ich habe in meine aktive Zeit so viele Lutscher gesehen die immer gesagt haben ich fahre nicht Windschatten aber trotz dem sind sie in Pulks von 10-50 Radfahrer mitgefahren.

Triathlon ist jetzt erwachsen geworden, und damit kommt viele Probleme die nur in „Erwachsenalter“ auftreten und früher nur etablierte Sportarten gehabt haben!

ABER - jeder Sportler hat immer noch die Wahl:

Bist du bereit - nur für dich, ohne Urkunde, ohne Zuschauer, ohne Ergebnislisten, ohne Finisher Shirt,  ohne Alles Drum und Dran – EGAL was deine Zeit ist?  Einfach nur 3,8 km zu schwimmen, 180 km Rad zu fahren und 42,2 km zu laufen an einem Tag?

Wenn du sagst JA, dann bist du in meine Augen ein Ironman, ein Finisher - der stolz für der Rest seines Lebens sein kann.  Du bist sogar mehr, du hast gezeigt dass du es sogar in eigener Regie kannst!

Wenn du in ein Ironman oder ein Challenge startest, und die Ziellinie überquert, dann bist genauso ein Finisher und hast dich Kopf an Kopf an tausende von Mitstreiter gemessen! Das ist auch eine riesen Leistung.

Ob jetzt die Distanzen ein paar Kilometer länger oder kürzer sind, ob viel oder wenig Teilnehmer mitmachen – wen interessiert es! Wenn jemand sich damit profilieren oder bewerben möchte (ob Athlet oder Veranstalter), dann lass ihn. Eigentlich sollte es niemanden Interessieren da nichts vergleichbar ist.

Dafür sind die Regeln noch zu unterschiedlich!

Was bleibt ist nur Sport  - und wie du persönlich den empfindest!