Triathlon Trainer und Coach - Bennie Lindberg

5. Motivation – fit werden mit Vergnügen!

Text: Bennie Lindberg - Trainer, Coaching, Nordic Walking, Fitness, Triathlon, Extremsport

„Ilolla ja pitkään, näin syntyy tuloksia!“

Nur was man gerne macht, macht man auch über längere Zeit! Das ist die goldene Regel für alle, die eine Tätigkeit dauerhaft motiviert ausführen möchten. Oder all jene, die sich darüber wundern, warum es Ihnen bisher nicht gelungen ist.

Stellen Sie sich Ihre Lieblingsspeise vor: Vielleicht Nudeln mit Tomatensoße oder Himbeereis mit Sahne. Nehmen wir an, dass diese Leibspeise in einer idealen Konzentration alles enthielte, was ein Mensch braucht, um gesund und vital zu bleiben. Sie lesen: Das Gesundheitsministerium empfiehlt den regelmäßigen Verzehr von Himbeernudeln mit Sahnesoße. Zunächst werden Sie es wunderbar finden, Ihren Favoriten von nun an jeden Tag verschmausen zu können. Doch stellen Sie sich vor, Sie müssten

 das für den Rest Ihres Lebens tun! Nach ein paar Wochen würden Sie um Ihr Mittagessen einen großen Bogen machen oder gar Alpträume von furchterregenden Nudelbergen und wabbernden Sahnesümpfen haben.

Genau so verhält es sich mit Bewegung. Mit allen Formen sportlicher Betätigung und damit auch mit der viel gepriesenen sportlichen Disziplin Nordic Walking: Natürlich ist Nordic Walking gesund und wird zu Recht als idealer Breitensport empfohlen. Laufen mit Stöcken ist einfach und macht vom ersten Schritt an Spaß. Doch auch die unkomplizierteste und attraktivste Bewegungsform wird schnell zur lästigen Pflichtübung, wenn Sie die Kunst der Motivation nicht beherrschen.

Aber der Reihe nach: Zunächst müssen wir uns die Frage stellen, wann Bewegung – zum Beispiel Nordic Walking – sinnvoll ist. Eine Antwort können Sie nur finden, wenn Sie wissen, dass Ihr Körper nicht zwischen geistigem und körperlichem Stress unterscheiden kann. Hatten Sie tatsächlich zuviel körperlichen Stress, müssen Sie sich selbstverständlich ausruhen. Doch sind Sie wirklich erschöpft, wenn Sie sich müde und schlapp fühlen? Erinnern Sie sich: Sie kommen nach einem arbeitsreichen Tag nach Hause und überlegen, ob Sie sich draußen noch etwas bewegen sollen oder sich sofort aufs kuschelweiche Sofa legen. Die letzte Variante ist natürlich manchmal wesentlich attraktiver, doch Sie wissen nicht genau, ob Sie nur faul oder tatsächlich müde sind. Was tun? Es gibt nur eine Möglichkeit: Schuhe anziehen und raus! Wenn Sie nach fünf Minuten immer noch müde sind, dann kehren Sie um und schlendern langsam nach Hause. Fühlen Sie sich nach zehn Minuten aber plötzlich wieder voll Energie, dann war es nur Faulheit und Sie können nun munter weiter gehen. Merke: Das Schwierigste beim Sport ist immer das Anziehen der Schuhe und das Öffnen der Tür.

Stressabbau durch Eisbaden
Es ist wissenschaftlich belegt, dass Eisbaden ein fantastisches Mittel gegen Dis-Stress ist. Der Kälteschock beim Plantschen in frostig-frischem Wasser, und bei Außentemperaturen um die 20 Grad minus, gehört zum Extremsten, was wir unserem Körper zufügen können. Daher „schießt“ er als Reaktion auch alle verfügbaren Stress-Hormone ins Blut, um uns gegen die Kälte zu schützen. Finnische Forscher haben herausgefunden, dass der Körper von leidenschaftlichen Eisbadern immer weniger Stress-Hormone benötigt, weil er diese aufwendig zu produzierenden „Dopingmittel“ einspart. Erfreuliche Konsequenz: Das vom Körper erlernte Stressverhalten wird auch auf den mentalen Bereich übertragen.

Vielfalt ist Trumpf
Nordic Walking ist vergnüglich und gesund, aber müssen Sie diesen Sport von nun an täglich ausüben, um gesund und fit zu bleiben? Nein! -- betreiben Sie alle Formen von Bewegung, an denen Sie Freude haben: Sie dürfen stundenlang wie ein Maulwurf im Garten wühlen, kraftvoll Schnee schaufeln, zügig mit dem Hund spazieren gehen, mit Kung Fu oder Aerobic-Einlagen das Haus putzen, joggen, schwimmen oder Rad fahren. Machen Sie alles, was Ihnen einfällt! Das Wichtigste ist, dass Sie sich täglich bewegen.

Freuen Sie sich auch über Auswahl? Abwechslung ist auch für die sportliche Motivation von entscheidender Bedeutung: Es macht Spaß, eine Menükarte in Restaurant zu lesen, die Angebote im Supermarkt zu entdecken und in Kochbüchern oder Ratgebern zu schmökern. Schauen Sie sich auch im Reich des Sports um, und entdecken Sie die große Bandbreite sportlicher Betätigungen. Ganz gleich wie sehr Ihnen gerade Nordic Walking empfohlen wurde -- wenn Sie sich nur auf diese Sportart beschränken, werden Sie diese irgendwann „satt“ haben. Setzen Sie auf Vielseitigkeit: Eine umfangreiche sportliche Menükarte erhält Ihnen die Freude an der Bewegung. Wechseln Sie nach Lust und Laune, aktueller Wetterlage oder passender Gelegenheit. Mal ehrlich: Wann haben Sie das letzte Mal einen Berg zu Fuß erobert? Haben Sie das Rollschuhlaufen schon verlernt, und können Sie überhaupt Kraulschwimmen? Probieren Sie neue Sportarten aus und frischen Sie alte auf. Als Finne empfehle ich Ihnen natürlich, sich im Winter (mal wieder) auf die Langlaufloipe zu wagen. Es ist alles erlaubt, was Ihnen Spaß macht und Abwechslung in Ihren sportlichen Wochenplan bringt. Wenn Sie nach dem Versenken der Tulpenzwiebeln und einer Trainingseinheit Holzhacken dann Ihre Nordic Walking-Stöcke in die Hand nehmen, wird Ihnen die Walkingrunde wieder so richtig „schmecken“. Kulinarisch bedeutet das: Abwechslung ist die Würze im (Sport-)Süppchen.

Zur Vermeidung von „Motivationslöchern“ ist es wichtig, dass Sie sich mit dem Thema „Bewegung“ befassen. Lesen Sie verschiedene Zeitschriften, kaufen oder leihen Sie sich interessante Bücher. Bleiben Sie neugierig und lernen Sie dazu! Nur umfangreiches Wissen schützt Sie davor, in eine Sackgasse zu geraten. Erst wenn Sie verstanden haben, wie eine bestimmte Sache funktioniert, können Sie mit den für Sie geeigneten Mitteln einen auf Dauer erfolgreichen Weg einschlagen. Radikale Maßnahmen führen selten zum Ziel. Das anschaulichste Beispiel hierfür sind Schlankheitskuren: Wollen Sie eine passable Figur haben und auch behalten, ist es sinnlos, wenn Sie sich für kurze Zeit einer Diät unterwerfen und danach sofort wieder Ihre alten Essgewohnheiten aufnehmen. Ändern Sie lieber Kleinigkeiten, die Sie dann für den Rest Ihres Lebens beibehalten, statt nach wenigen Wochen gelangweilt und frustriert an Radikalmaßnahmen zu scheitern.

Mit der Motivation verhält es sich wie mit dem Einschenken eines Weizenbiers: Wenn man versucht, das Bier besonders schnell einzuschenken, fängt es an zu schäumen und quillt über -- lange bevor das Glas voll ist. Gießen Sie es hingegen langsam und behutsam ein, füllt sich das Glas am schnellsten und wird noch dazu mit einer schönen Blume geschmückt.

„Immer mit der Ruhe“ gilt auch für die Auswahl des sportlichen Equipments: Eigentlich könnten Sie sich im nächsten Sportgeschäft – finanzielle Mittel vorausgesetzt – sofort eine komplette Nordic Walking-Ausrüstung besorgen. Tun Sie es nicht! Teilen Sie Ihre Einkäufe in kleine Portionen ein und beginnen Sie mit den Stöcken. Um erste Ausflüge zu unternehmen, brauchen Sie jedoch keine ultraleichten, navigationsgesteuerten Stäbe mit Airbrush-Motiven aus Künstlerhand. Besorgen Sie sich dann vielleicht ein Paar gute Schuhe, und wenn Sie eine abenteuerliche Mütze mit Piratenmuster im Schaufenster anlacht -- greifen Sie zu! Für kleine Motivationsschübe zwischendurch sorgen auch Sport-Fachzeitschriften oder ein gutes Buch zum Thema Sport oder Ernährung. Arbeiten Sie sich langsam, aber stetig voran. Sie werden schon bald überrascht feststellen, dass Nordic Walking zu einem festen und bereichernden Bestandteil Ihres Lebens geworden ist, der sich unauffällig – das heißt ohne Zwangsmaßnahmen -- in Ihren Alltag integriert hat. Und wenn Sie einmal auf fünf Jahre als Nordic Walker zurückblicken können und dann jemand neidisch über Ihre 750 Euro teuren, vollgefederten Lieblinge aus Carbon (mit eingebauten Puls- , Kalorien- und Geschwindigkeitsmesser) lästert, lächeln Sie nur vielsagend. Seien Sie stolz auf Ihre neuen Stöcke und bieten Sie Ihre Sportgeräte Freunden und Kollegen großzügig zum sofortigen Testen an.

Planen Sie Ihre Zeit sinnvoll
Entscheidend für eine dauerhafte Motivation sind auch eine realistische Planung und ein gutes Zeitmanagement. Vergessen Sie nicht, dass zwei bis drei Stunden Bewegung pro Woche ein Muss für jeden halbwegs kultivierten Menschen ist und höchste Priorität genießen sollte. Ein Mindestmaß an „Auslauf“ sind Sie sich auch selbst schuldig!

Nehmen Sie sich feste Nordic Walking-Termine vor und halten Sie diese auch ein. Wenn Sie ein „Morgenmensch“ sind, ist es ideal, gleich nach dem Aufstehen zu trainieren. In den frühen Stunden des Tages ist jeder noch Herr seiner Zeit und das Einzige, das Ihre Pläne durchkreuzen kann, ist ein streikender Wecker. Wenn Sie regelmäßige Trainingszeiten schlecht in Ihren Alltag integrieren können, schnappen Sie sich Ihren Terminkalender und planen sportliche Aktivitäten zwei Wochen im Voraus. Die festgelegten Stunden sollten Vorrang vor allen anderen nicht beruflichen Aktivitäten haben.

Tipp:
Wenn Sie ein „Morgenmuffel“ sind oder einen niedrigen Blutdruck haben, brauchen Sie morgens eine zusätzliche halbe Stunde, um in Schwung zu kommen, bevor Sie walken gehen. Während dieser 30 Minuten essen Sie am besten etwas Leichtes, z.B. eine halbe Banane oder eine Scheibe Toast. Trinken Sie bitte auch etwas. Am besten ein großes Glas Wasser und, wenn Sie möchten, auch einen Kaffee oder Tee. Das bringt Ihren Kreislauf in Schwung und lässt den Blutzuckerspiegel ansteigen. Frisch „aufgeweckt“ wird die morgendliche Trainingseinheit dann garantiert ein Vergnügen!
Für mich ist dieses halbe Stündchen eine herrliche Zeit, die ich rundum genieße: Ich stehe auf, gehe runter in die Küche und mache mir eine Tasse Kaffee. Dann hole ich die Morgenzeitung aus dem Briefkasten, schalte das Radio an, höre die Nachrichten und blättere in der Zeitung. Ich genieße meinen Kaffee und meine Scheibe Vollkorntoast (mit Käse und Tomate belegt) und freue mich darüber, dass ein Teil des Morgens mir ganz allein gehört.

Gesundheit ist unbezahlbar
Mit wenigen Dingen gehen wir so nachlässig um wie mit unserer Gesundheit. Wir arbeiten und sparen beispielsweise jahrelang für ein schönes Haus oder ein bequemes Leben als Pensionär. Das Allermeiste müssen wir uns tatsächlich erst erarbeiten, doch mit der Gesundheit verhält es sich in der Regel anders: Die meisten von uns haben diesen glücklichen Zustand quasi per Geburt geschenkt bekommen. Und wie verhält es sich mit „Standard-Ausstattungen“? Sie werden kaum zur Kenntnis genommen, denn was wir schon besitzen, wissen wir selten zu schätzen.
Die Zeit läuft: Sie werden Ihre Gesundheit mit zunehmendem Alter zwangsläufig verlieren. Irgendwann wird Ihnen bewusst werden, wie wichtig sie doch war und ist. Sie können jetzt damit beginnen, für später zu sorgen. Legen Sie heute die Grundlage für ein gesundes Leben im Alter und bewegen Sie sich! Die Pharmaindustrie wird nie eine Wunderpille herstellen können, die alle gesundheitlichen Vorteile der Bewegung hat und damit das meistverkaufte Medikament aller Zeiten wäre. Bewegung kostet nichts und wirkt sofort -- wenn das keine guten Gründe für ein paar aktive Stunden pro Woche sind! Gesundheit ist unbezahlbar, und viele Dinge in unserem Leben sind wertlos, wenn Gesundheit fehlt.

Come together!
Nordic Walking ist auch eine soziale „Einrichtung“. Es gibt nur wenige Sportarten, die sich so gut für ein entspanntes Pläuschchen eignen. Probieren Sie es aus, und walken Sie mit Freunden oder Bekannten. Nutzen Sie Nordic Walking-Treffs zur Kontaktaufnahme mit anderen Walkern, und belegen Sie zur Maximierung Ihres Wissens auch einmal einen Nordic Walking-Kurs. Selbst wenn Sie schon theoretisches Wissen erworben haben, kann Ihnen ein guter Lehrer noch hilfreiche Tipps geben.

Sie haben noch keine Gleichgesinnten für gemeinsame Nordic Walking-Touren gefunden? Keiner Ihrer besten Freunde betreibt Nordic Walking? Werden sie Missionar und bekehren Sie Schorsch, Gudrun und Knut-Rüdiger. Entkräften Sie ihre Vorurteile und zerstreuen Sie Bedenken – Sie wissen ja selbst, wie einfach diese Sportart ist und wie viel Spaß sie macht. Wer sich für Nordic Walking entscheidet, kann grundsätzlich nichts falsch machen! Vielleicht springt der Funke auch schneller über als Sie denken: Sicher haben Ihre Freunde schon entdeckt, dass Sie fünf Kilogramm abgenommen haben, vor Kraft strotzen und nach dem Training besonders munter und unternehmungslustig sind. Jede Wetten, dass Sie nicht lange allein walken werden? Wenn andere sich am Abend zum Stammtisch treffen, drehen Sie mit ihren „Spezis“ eine „Stamm-Runde“ durch den geheimnisvollsten und schönsten Teil des Waldes – vielleicht im Lichtkegel einer Stirnlampe, die Sie an einem Band am Kopf befestigt haben. Wer fühlt sich wohl am nächsten Morgen frischer, erholter, energiegeladener und sieht besser aus?

Kleine Veränderungen haben große Wirkung
Jetzt wagen Sie ganz unverkrampft den nächsten Schritt. Haben Sie schon festgestellt, dass Sie nicht nur mit einer effektiven Technik walken, sondern auch im Handumdrehen längere Strecken bewältigen? Für die kleine Runde um den Sportplatz und den Dorftümpel sind Sie nun viel zu schnell geworden. Sie fühlen sich einfach bärenstark und ausdauernd wie ein Elch? Kein Grund sich zu ängstigen! Geben Sie Ihrem Bewegungsdrang nach und genießen Sie es, kraftvoll und leichtfüßig neues Gelände zu erobern.

Wenn sich nun auch noch etwas Ehrgeiz regt, beginnen Sie, ein Sport-Tagebuch zu führen. Dazu müssen Sie kein pingeliger Buchhaltertyp sein. Versuchen Sie es einfach einmal -- es macht Spaß, Zeiten und Routen zu vergleichen, und am Ende des Jahres noch einmal auf Entdeckungsreise zu gehen. Ihre Aufzeichnungen über Länge und Beschaffenheit der Walking-Strecke und Ihre Gefühle und Gedanken während des Trainings helfen Ihnen auch dabei, bei auftretenden gesundheitlichen Problemen Ursachenforschung zu betreiben. Tagebücher motivieren ungemein, denn sie halten Schwarz auf Weiß fest, was Sie erreicht haben. Es macht unglaublich stolz, die erste Hundert aufs Papier zu malen. Hundert zurückgelegte Kilometer – und das waren Sie! Auch wenn Ihnen dieser Triumph schon reicht -- belohnen Sie sich dafür mit etwas ganz Besonderem. Laden Sie beispielsweise einen lieben Menschen zu einem schönen Abendessen ein oder kaufen Sie sich einen neuen Ausrüstungsgegenstand, den Sie schon lange im Auge hatten. Und setzen Sie sich unbedingt neue Ziele: Wie lange können Sie „am Stück“ walken? Gelingt es Ihnen – und Ihren Freunden – den einschüchternd hohen Hausberg im Stockgang zu erklimmen? Wenn Sie wieder einmal etwas Außergewöhnliches geleistet haben, können Sie sich auch ein extragroßes Stück Sahnetorte leisten.

Säilyttäkää rentous harjoittelussanne – se on jatkuvan motivaation A ja O!
(Bleiben Sie locker –Coolness ist das A und O für dauerhafte Motivation!)

Was ich Ihnen hier empfehle, wenden auch Profisportler an. Ganz gleich, ob Sie Sportanfänger, gemäßigter Hobbysportler oder ambitionierter Sportsfreund sind – Sie motivieren sich mit den gleichen Tricks wie die Weltkasseathleten. Mit anderen Worten: Jack Crack-Goldfish frischt die Begeisterung für seine sportliche Disziplin regelmäßig mit den gleichen Mitteln auf, die auch zum Motivationsschatz von Hubert Schnepfle aus Normstadt-Beutelsdorf gehören. Denken Sie daran, denn auch diese Tatsache kann Ihnen Flügel verleihen. Und zu guter Letzt eine erfreuliche Ankündigung: Ihre Motivation wird mit Ihren sportlichen Fortschritten garantiert zunehmen!

Tipp:
Notieren Sie zu Beginn Ihrer Nordic Walking-Karriere im Trainingstagebuch die Wetterlage und die Kleidung, die Sie tragen. So finden Sie schnell heraus, welche Pullis, Jacken oder T-Shirts sich bei welcher Witterung bewährt haben. Weniger ist oft die bessere Entscheidung. Insbesondere Anfänger ziehen sich oft zu warm an.

Es tut sich was: Auf dem Weg zur Traumfigur
Sie haben sich entschlossen, regelmäßig sportlich aktiv zu werden und hoffen insgeheim, dass Sie ein paar Pfunde verlieren? Dann dürfen Sie sich freuen: Mit Nordic Walking kommen Sie Ihrem Ziel auf denkbar unkomplizierte Weise näher, denn Sport ist das „Schlankheitselixier“ mit Erfolgsgarantie. Sie sind also auf dem besten Weg zu einer attraktiven Figur. Wunder dürfen Sie allerdings nicht erwarten: Wer sich für regelmäßige Bewegung als „Ballastkiller“ entscheidet, sollte keine Erfolge über Nacht erhoffen.

Machen Sie sich also keine Gedanken, wenn Sie in den ersten vier bis acht Wochen kein Gewicht verlieren. Ganz plötzlich, wenn Sie gar nicht daran denken, werden Sie feststellen, dass Ihre Hosen viel lockerer sitzen und entdecken, dass sich Ihr Bauch irgendwie strammer anfühlt. All das sind Anzeichen dafür, dass Sie Muskulatur aufgebaut haben und das ist großartig! Mit der neu entstandenen Muskulatur können Sie nämlich Fett verbrennen.

Dennoch rate ich dazu, in dieser frühen Entwicklungsstufe gelassen zu bleiben, denn Muskeln lassen sich mit dem Wachsen Zeit. Nahezu schleichend gehen Sie dem Fett Tag für Tag ein wenig mehr an die Substanz – bis sich Ihre Muskulatur zu einer effektiven Fettverbrennungsmaschine entwickelt hat. Dranbleiben und regelmäßig bewegen, heißt die Devise. Übergewicht stellt sich schließlich auch nicht ganz plötzlich ein, sondern summiert sich kontinuierlich -- in Jahres-Portiönchen von ein paar – unsichtbaren -- hundert Gramm.

Kleine Änderungen in Ihrem Essverhalten haben daher große Bedeutung. Stellen sie sich vor: Sie führen sich täglich genau jene Menge an Kalorien durch Ihre Nahrung zu, die Sie auch verbrauchen. Damit nehmen Sie also weder zu noch ab. Nun fangen Sie zusätzlich an, Kaffee an Ihrem Arbeitsplatz zu trinken. Da der Kaffee Ihnen pur nicht schmeckt, süßen Sie ihn mit zwei Zuckerwürfeln. Ihr täglicher Kaffeekonsum besteht aus zwei Tassen, die Sie auch am Wochenende genießen. Das klingt harmlos, nicht wahr? Was glauben Sie: Wie viel nehmen Sie durch diese Gewohnheit in einen Jahr zu? Lassen Sie uns das einmal ausrechnen:

Kalorien in einem Zuckerwürfel: 10 kcal
Kalorien pro Tag (4 Zuckerwürfel): 40 kcal
Kalorien pro Jahr (365 Tage): 14.600 kcal

Zur Berechnung der Gewichtszunahme gehen wir davon aus, dass ein Kilogramm reines Fett 9000 kcal hat. Ein Kilo Körpergewicht entspricht jedoch rund 5000 kcal, da ein Großteil der Masse auch aus Wasser besteht. Für unsere Kaffeetrinker bedeutet das: In nur einem Jahr nehmen sie durch den kleinen „Muntermacher“ fast drei Kilo zu. Denken Sie jetzt umgekehrt: Die von unseren Kaffeefreunden in einer Woche einverleibten Kalorien, walken Sie in einer einzigen halben Stunde Nordic Walking weg. Können Sie nun einschätzen, wie wertvoll und überaus nützlich Bewegung für Sie sein kann?

Fortschritte erkennen Sie auch an Ihrer zunehmenden Fitness. Um Ihre Formkurve zu ermitteln, messen Sie am besten regelmäßig Ihren Ruhepuls. Abends vor dem Einschlafen oder morgens vor dem Aufstehen ist dafür die beste Zeit. Nach einigen Wochen werden Sie feststellen, dass Ihr Ruhepuls fällt, denn Ihr Kreislauf ist nun leistungsfähiger geworden. Besitzen Sie einen Pulsmesser, können Sie einen kleinen Walking-Test durchführen. Am genauesten ist es ohne die Stöcke. Auf diese Weise können Sie technisch bedingte Abweichungen ausschließen.

Laufen Sie eine ausgewählte Strecke mehrmals mit dem gleichen Puls und stoppen Sie die Zeit. Wenn Sie regelmäßig zwei bis viermal wöchentlich trainieren, werden Sie nach einer Weile eine deutliche Verbesserung Ihrer Fitness bemerken. Eine verbesserte Kondition erkennen Sie daran, dass Sie Ihre Runde im gleichen Tempo wie immer absolvieren und dabei feststellen, dass Ihr Puls niedriger geworden ist. Oder anders formuliert: Sie laufen die Runde mit dem gleichen Puls schneller.


Naturerlebnis als Motivation

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Genießen Sie die Jahreszeiten! Nur draußen, in der Natur, nehmen Sie die feinen Unterschiede wahr. Entdecken Sie die ersten Blumen, genießen Sie einen warmen Sommerregen und einen Sonnenuntergang am See. Jenseits Ihrer Türschwelle gibt es viel zu erleben: einen kräftigen Sturm, die ersten bunten Blätter, klirrende Kälte und fünf Zentimeter tiefen, leuchtend weißen Neuschnee. Und walken Sie unbedingt einmal nachts, im Schein des Vollmonds!

Jeder Monat hat seinen Reiz, jede Wetterlage ist auf ihre Art schön. Ausschließlich sonnige Tage würden uns langweilen, Dauerregen wäre deprimierend -- es ist die unkalkulierbare, bunte Mischung, die uns Freude macht. Ohne das eine können wir das andere nicht genießen. Machen Sie Ihre Nordic Walking-Touren also nicht von der jeweiligen Wetterlage abhängig.
Eine alte Sportlerweisheit besagt:

Huonoja kelejä ei ole olemassa, ainoastaan väärin pukeutuneita suomalaisia!
(Es gibt kein mieses Wetter, sondern nur falsch gekleidete Finnen!)

Wann haben Sie das letzte Mal richtigen Hunger gehabt? Ich meine keine „Lustattacke“, sondern ein echtes, körperliches Verlangen nach Kalorien. Kennen Sie nicht? Dann Willkommen zum Nordic Walking! Wenn Sie sich regelmäßig bewegen, werden Sie immer leistungsfähiger und können dann auch ab und zu richtig lange Touren über mehrere Stunden unternehmen. Den Hunger, den Sie danach verspüren, haben Sie sich wirklich verdient. Greifen Sie beim Abendessen dann auch nach Herzenslust zu, und genießen Sie jeden Bissen!

Waren Sie in den Ferien schon einmal mit einer Gruppe von Sportlern im gleichen Hotel? Am morgendlichen oder abendlichen Buffet können Sie Szenen beobachten, die eindrucksvoll belegen, was ich meine. Ausdauersportler im Trainingslager essen, als hätten sie Angst davor, dass es am nächsten Tag nichts mehr zu essen gibt: Ein Teller Salat, zwei Teller Nudeln, Kartoffeln, Reis, Gemüse und Brot, ein Teller Fleisch oder Fisch und dann noch Eis, Früchte und Kuchen... Dabei sind die Mädels und Jungs (bis ins hohe Alter) schlank und knackig, denn Sie bewegen sich regelmäßig.

Warum haben viele Menschen keine Freude an der Bewegung? Sie wissen einfach nicht, was sie verpassen! Wer einmal „Fitness“ gespürt hat, möchte sie nicht mehr missen. Bewegung verändert den Körper und Ihre Körperwahrnehmung: Sie fühlen nicht nur, dass er aus vielen Einzelteilen besteht, sondern empfinden selbst zum kleinsten Muskel eine wohltuende Verbindung. Einfaches Luftholen wird zum ganz bewussten Atmen mit tiefen und starken Zügen. Und beim Treppensteigen erschrecken Sie manchmal, weil die anderen um Sie herum so laut schnaufen.

Genießen Sie es auch, Fußgänger zu sein? Es ist kein Drama, wenn Sie einmal ohne Auto auskommen müssen. Sie laufen oder radeln dann ganz einfach zur Arbeit. Freunde sagen Ihnen, dass Sie jetzt, mit 45 Jahren, genau so aussehen wie vor 20 Jahren. Und Sie antworten Ihnen, dass Sie jetzt eigentlich drei Kilo weniger als damals wiegen!

Jammern Ihre Kollegen oft über schlechten Nachtschlaf? Sie können sich jedenfalls nicht erinnern, wann Sie das letzte Mal nachts aufgewacht sind. Oder wann Sie jemals Schwierigkeiten hatten, einzuschlafen.

Was fällt Ihnen ein, wenn Sie an Sport denken? Alle Menschen, die seine positiven Auswirkungen kennen, assoziieren Fitness mit Lust und nicht mit Frust. Das ist der Schlüssel zum Erfolg. Stellen sie sich vor, dass Sie sich mit Ihren Nordic Walking-Stöcken in einem schönen Wald bewegen. Die Sonne
scheint, zarte Blätter bilden ein hellgrünes Dach. Sie erreichen eine kleine Lichtung mit einer hübschen Wiese. Der Wind spielt mit den Halmen und umschmeichelt sanft Ihre nackten Beine. Ein Reh kreuzt Ihren Weg. Sie tauchen beschwingt und sorglos in die Natur ein, und wenn Sie jetzt jemand sehen könnte, würde er sich über Ihr breites Grinsen wundern. In diesem Moment haben Sie eine geniale Lösung für Ihr Problem gefunden, das Sie schon den halben Tag beschäftigt hat.

Blitz-Problembewältigung
Erhöhtes Denkvermögen und Kreativität sind ein willkommenes Nebenprodukt Ihres beim rhythmischen Walken gut durchgebluteten Gehirns. Bewegung im Sauerstoffüberschuss -- diese Kombination ruft ähnliche Gehirnwellen hervor, wie sie Wissenschaftler auch bei schlafenden Menschen festgestellt haben.
„Lass mich mal eine Nacht drüber schlafen“, sagen wir oft, wenn wir ein schwieriges Problem zu lösen haben. Diese Methode funktioniert tatsächlich, denn im Schlaf vergleicht, katalogisiert und bewertet unser Gehirn alle Fakten, und am nächsten Tag fällt es uns leichter, eine Entscheidung zu treffen. Holen Sie sich also mit Nordic Walking den „zweiten Nachtschlaf“ und werden Sie doppelt so kreativ wie die „Couch-Kartoffeln“.
Können Sie es sich leisten, darauf zu verzichten?