Triathlon Trainer und Coach - Bennie Lindberg

Eventbetreuung

Sie planen ein Event wo auch Gesundheit und Fitness eine Rolle speilen sollte oder Sie suchen einfach nach neuen Motivation?

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Ich unterbreite Ihnen gerne ein individuelles Angebot!
Zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren.

 

Hier ein Beispiel von eine außergewöhnlichen Betreuung. Dieser Bericht ist in Tritime Nr. 4/2009 erschienen

 

CHALLENGE WANAKA

 Tritime Wanacollage

Ein Powertrip der etwas anderen Art, von Bennie Lindberg

Jeder, der einmal bei einem Triathlon erfolgreich die Ziellinie überquert hat, kennt die Attribute, die mit dieser Sportart in Verbindung gebracht werden. Gesundheit. Ausdauer. Kraft. Willensstärke. Disziplin. Welches Unternehmen würde diese Eigenschaften nicht auch gerne für sich beanspruchen? Oder noch viel besser, für seine Belegschaft? Aber wie lässt sich dieses auf Personen, die nichts oder nur sehr wenig mit Triathlon anfangen können, übertragen. Vor genau dieser Herausforderung stand die Unternehmensleitung der fränkischen Firma Memmert GmbH + Co. KG. Der erste Schritt begann im Herbst 2007 mit firmeninternen Fitnessangeboten wie regelmäßiges Joggen oder Nordic Walking in der Mittagspause. Im Laufe der Zeit sprach sich das Angebot herum, das Interesse wuchs und mit der Zeit wurde der (Leidens-)Druck nach einem „eigenen“ Firmentriathlon immer größer. 2008 war es dann soweit. Die Idee, rund um den nahen Rothsee den „Memmertman“ zu veranstalten, nahm Gestalt an. Ganz im Einklang mit der Philosophie der Challenge Roth, für Einzelstarter und Staffeln. Der Erfolg war derart überwältigend, dass 2009 eine weitere Veranstaltung geplant ist und einige sogar bei der großen Challenge in Roth an den Start gehen.

Einige jedoch konnten und wollten nicht so lange warten und nahmen sich vor, im Rahmen einer schon seit längerem geplanten Dienstreise nach Neuseeland und Australien auch bei der Challenge in Wanaka an den Start zu gehen. Gesagt – getan. Nur stellte sich jetzt die Frage, ob es überhaupt möglich ist, neben einem anspruchsvollen Job sich gerade in der kalten und dunklen Jahreszeit auf so eine sportliche Herausforderung vorzubereiten. Egal ob als Einzelstarter oder Staffelteilnehmer. Und überhaupt, wie „fühlt es sich an“, mitten im tiefsten Winter an das andere Ende des Globus zu fliegen, um dort im neuseeländischen und australischen Sommer innerhalb von zehn Tagen Business und Sport zu verbinden?

Anreise
Unsere kleine Reisegruppe erreichte nach einer 29-stündigen Anreise am 12.01.2009 gegen Mittag Christchurch. Da am nächsten Vormittag bereits der erste Geschäftstermin anstand, versuchten alle die zwölfstündige Zeitverschiebung zu überlisten, indem wir uns einfach der neuen Uhrzeit anpassten. Das war jedoch einfacher gesagt als getan, zumal der Körper geradezu die erforderliche Nachtruhe einforderte. Nach einem kurzen lockeren Lauf, einigen Gymnastikübungen, und einer ausgiebigen Dusche fühlten wir uns schon fast wie neugeboren. „Pudelwohl“ gingen wir auf Sightseeing-Tour durch die City und entlang des Strandes. Die kleine Mahlzeit inklusive Schlummertrunk von dem lokalen Bier zum Abschluss des Tages war dann fast schon zu viel. Während der Taxifahrt zurück zum Hotel war es ziemlich leise im Minibus!

Zeitumstellung
Normalerweise gibt es zwei Möglichkeiten, sich auf einen Wettkampf in einer anderen Zeitzone vorzubereiten. Entweder man versucht erst gar nicht, den Körperrhythmus umzustellen (die Anreise erfolgt maximal drei Tagevorher) oder man nimmt sich sehr viel Zeit, indem pro Stunde Zeitunterschied ein Tag Anpassungszeit eingeplant wird. Dabei ist es besonders wichtig, nachts gut zu schlafen. Da die meisten ja kämpfen, wach zu bleiben, bereitet das Einschlafen dabei selten Probleme. Nur mit dem Durchschlafen hapert es. Nach drei bis vier Stunden liegt man dann wach im Bett und wälzt sich von einer Seite auf die andere. Auch wenn ich kein Freund von Schlafmittel bin, so helfen sie in solch einer extremen Situation doch und sichern die notwendige Nachtruhe. Allerdings sollten die Tabletten nie länger als drei Tage eingenommen werden, da schnell eine Abhängigkeit entstehen kann. Nach einem anstrengenden Kundentermin mit Vorträgen und Vertragsverhandlungen stand danach die knapp 450 Kilometer lange Fahrt Richtung Südwesten nach Wanaka auf dem Programm. Neuseeland und besonders die Südinsel verknüpfen die meisten Menschen mit Outdoor-Sport, grünen Regenwäldern, hohen schneebedeckten Bergspitzen, Gletschern sowie Fjord-Landschaften. Ohne Zweifel, all dies bietet auch die Region um Wanaka. Das Gesamtbild wird von dem glasklaren Lake Wanaka mit seinen grünen und zum größten Teil baumfreien Bergen geprägt. Die Landschaft erinnert stark an Spitzbergen. Die Ursache hierfür liegt in der Urbevölkerung, den Maoris, die früher die unterschiedlich großen flugunfähigen Vogelarten einfach mit Feuer jagten. Sie setzten den Wald in Brand und warteten bis die Vögel flüchteten. Leider zerstörten diese Art der Jagd und die später einsetzende extensive Schafzucht viele grüne Regenwälder, die heutzutage leider nur noch in erster Linie in Naturschutzgebiete zu finden sind.

NZ Collage

Wettkampfvorbereitung
In Wanaka hielten lockere sportliche Trainingseinheiten den Körper in Schwung. Bei strahlendem Sonnenschein versüßten „Extremrelaxing“ und touristische Aktivitäten die letzten drei Tage vor der Challenge. Am Abend vor dem Wettkampf fing es dann wie aus Eimern an zu regnen. Auch die Stimmung sank um einige Grad, zumal auch für den 18.01.2009 keine Verbesserung in Aussicht gestellt wurde.

Lebenseinstellung
Bei den Neuseeländern handelt es sich um ein besonders lockeres Volk, das aber gleichzeitig auch sehr zuverlässig ist. Alles geht familiär und unkompliziert zur Sache. Mit Ausnahme von Start und Ziel hätte man gar nicht glauben können, dass ein bedeutender Triathlon-Wettkampf stattfindet. All diejenigen, die schon einmal in Neuseeland und speziell auf der Südinsel einen Triathlon bestritten haben, kennen das bereits. Wenn man eine Stunde vor dem Start ankommt, ist man alleine und bekommt den Eindruck, man hätte sich im Datum geirrt oder im Ort vertan. Eine halbe Stunde später kommen die Veranstalter, fünfzehn Minuten vor dem Start Teilnehmer und Zuschauer. So ähnlich war es dann auch in Wanaka. Pünktlich um 7.00 Uhr waren nicht nur die Athleten und Zuschauer am Start, sondern es hatte auch aufgehört zu regnen.

Raceday
Einzelstarter Carsten und Staffelteilnehmerin Christiane schlugen sich auf den zwei Runden im glasklaren See (cirka 16 Grad Celsius) tapfer. Beide erzielten keine Bestzeiten, was bei einer gefühlten Wassertemperatur von cirka 16 Grad Celsius auch niemanden verwunderte. Gina Ferguson sorgte beim Schwimmen für Spannung. Lange sah es so aus, als könnte sie als Gesamterste in die Wechselzone einlaufen. Leider wurde sie auf den letzten Metern noch von einen unbekannten Schwimmer überholt und musste sich mit dem zweitbesten Swimsplit zufrieden geben. Die Radstrecke macht auf den ersten Blick einen sehr schnellen Eindruck. Nicht zu steile oder lange Aufstiege. Rolling hills, wie sie von den Bewohnern genannt werden. Wären da nicht der sehr raue Straßenbelag und der am Wettkampftag starke Wind. Unsere Teilnehmer mussten hart kämpfen. Besonders Carsten, machten sich doch die fehlenden Radkilometer bemerkbar. Im wahrsten Sinne des Wortes - eine besondere Challenge für das Team Memmert. Während bei den Damen eine überlegene Gina Ferguson ihre Führung ausbaute, entfachte an der Spitze der Herrenkonkurrenz ein Zweikampf zwischen Chris McDonald und Justin Daerr. Fast gleichzeitig wechselten Sie auf nicht einfache, aber wunderschön gelegene Laufstrecke, zum größten Teil am Wasser entlang führt. Zahlreiche Zuschauer feuerten gerade im Start-/Zielbereich alle Athleten an. Gina Ferguson bei den Damen und Chris McDonald bei den Herren waren letztendlich das Maß aller Dinge. Beide gewannen souverän und mit neuen Streckenrekordzeiten.

Cghallenge Wanaka Collage

Auch unsere kleine Gruppe kämpfte weiter. Mit den übrigen Staffelteilnehmern überquerte Peter gemeinsam nach 14:24:22 Stunden euphorisch die Ziellinie. Carsten hingegen traf einen schweren, aber vernünftigen Entschluss und stieg bei Laufkilometer acht aus. Trainingsrückstand und ein streikender Magen waren die nackten Tatsachen, die nicht mehr zuließen, aber zu akzeptieren waren. Auch wenn es im ersten Moment sehr wehtat. Carstens Beispiel zeigt, wie man sich einer besonderen Herausforderung stellt und versucht, diese so gut wie möglich zu meistern. Es lehrt aber auch, ein Projekt rechtzeitig abzubrechen, wenn das angestrebte Ergebnis nur noch mit großem Schaden zu erreichen wäre. Diese Einsicht und der Mut, rechtzeitig aufzuhören, werden auch im Berufsleben tagtäglich bei vielen Geschäftsprozessen immer wieder gefordert. Ein zweiter Anlauf ist dann in aller Regel vom Erfolg gekrönt.

Rückreise
Für uns waren allerdings die Herausforderungen noch nicht zu Ende. Nach einem Gläschen Champagner und einem sehr ereignisreichem Challenge-Tag fallen wir müde ins Bett. Denn am nächsten Tag heißt es, zusammenpacken und zurück nach Christchurch. Keine 36 Stunden nach dem Zieleinlauf in Wanaka erreichen wir Melbourne, wo die nächsten Kundentermine anstehen. Auch ein Motivationsvortrag "Bis zum Äussersten" über Sport und Erfolg steht auf dem Programm, der nicht nur wegen seiner brandaktuellen Bilder die Zuhörer in seinen Bann zieht. Wir sind gespannt, wie viele Mitarbeiter aus Melbourne im nächsten Jahr in Wanaka an den Start gehen.

Wanaka Business Collage