Triathlon Trainer und Coach - Bennie Lindberg

Erfolgsstory

Hier die Erfolgstorys  von Benni!

BENEDIKT S. - Vom Couch Potato zur Renn Pommes

Ich werde heute von Freunden und Bekannten immer wieder gefragt wie ich es geschafft habe oder wie ich die Motivation dafür aufbringe. Eine richtige Antwort kann ich auf diese Frage nicht geben. Außer „Ich habe es einfach gemacht“. Das ist glaube ich auch der Schlüssel zu allem. Etwas einfach machen, auch wenn es 1000 Gründe dagegen gibt oder auch nur einen.

2006 begann ich eine nebenberufliche vierjährige Weiterbildung zum staatlich geprüften Maschinenbautechniker. Den täglichen Stress in dieser Zeit kompensierte ich leider mit Essen.

Ich war zwar auch vor 2006 nicht schlank, aber nach vier Jahren Grundig Akademie schloss ich nicht nur die Prüfung erfolgreich ab, sondern hatte mir auch ein Gewicht von 123kg angefuttert.

BenniSpang

2011 lernte ich dann Bennie Lindberg bei einer Radtour kennen. Sie war als „lockere Radtour ins Grüne“ ausgeschrieben. Heute würde ich das wohl auch so beschreiben. Damals war es für mich die härteste Radtour meines Lebens.

Nach 60 Kilometern saß ich völlig erledigt und sprachlos am Boden. Ich konnte kein Wort mehr sagen und im Nachhinein war dies ein Schlüsselerlebnis, denn ohne dieses, hätte ich mit dem Sport nicht angefangen.

Ab hier begann ich mit dem Mountainbike zu trainieren und auch Gewicht zu verlieren. Anfangs ging dies natürlich sehr schnell und auch meine Leistung am Rad wurde immer besser. Bennie hatte mir auch hier einige Tipps zum Thema Ernährung und Training gegeben. Was mir auf jeden Fall geholfen hatte. Da ich mir früher überhaupt nicht bewusst war, was eigentlich eine gesunde Ernährung heißt und wie viel Kalorien ich am Tag zu mir nehmen darf. Anfang 2012 brachte ich dann noch ca. 108kg auf die Waage.

Im April 2012 wurde ich gefragt ob ich am Rothsee Triathlon als Staffel Radfahrer starten möchte. Ich sagte natürlich „Ja“. Nach dem ich keine Ahnung hatte wie weit eine Olympische Distanz ist und was man dazu braucht, musste ich dies erst einmal nachlesen. Ergebnis: Ich brauche ein Rennrad. Bennie riet mir hier ein gebrauchtes zu kaufen. Dies war auch kein Problem und eine Woche später hatte ich mir eines gekauft. Im Juni 2012 war es dann soweit und der erste Wettkampf stand an. Die 42km Radfahren waren natürlich klasse und schon im Wettkampf überlegte ich mir wie es weiter geht und kurz darauf entschied ich mich dafür, mich im nächsten Jahr zum Einzelstart anzumelden.

Leider stand ich hier vor zwei Problemen, ich bin bis dato noch nie einen Kilometer gelaufen und ich konnte nicht Kraulen. Also rief ich Bennie an, denn er war auch unser Firmen Coach und so schloss ich mich kurzerhand unserer Lauf- und Schwimmgruppe an.

Ich besprach mit Bennie meine Pläne und das ich in einem Jahr Laufen und Schwimmen lernen muss, um den Rothsee Triathlon zu meistern. Er meinte das Laufen und schwimmen sei nicht das Problem, er hat mich bis dahin allerdings auch nicht schwimmen sehen, aber eine Bedingung war es noch Gewicht zu verlieren. Also bekam ich eine weitere Ernährungsberatung und hielt mich dann auch daran.

Mein erstes Schwimmtraining mit Bennie war durchwachsen bis deprimierend. Ich war zwar noch nie ein guter Schwimmer gewesen aber überwasserhalten konnte ich mich. Allerdings war nach der ersten Unterrichtsstunde klar, dass das Schwimmen wohl die größte Hürde darstellten würde. Damit mein Ziel „Einzelstart beim Rothsee Triathlon“ nicht in weite Ferne Rückte ging ich also drei Mal die Woche ins Schwimmbad.

Zwischenzeitlich hatte ich mich dann noch als Radfahrer für die Challenge Roth angemeldet, da wir für eine Firmenstaffel noch einen Mitstreiter benötigten.

Meine ersten Kilometer lief ich mit meiner Frau zusammen. Hier kam es mir wohl entgegen, dass ich vom Radfahren schon etwas Kondition hatte. Von echten Laufen oder Joggen konnte man hier allerdings noch nicht sprechen. Aber ich lief ab jetzt Wöchentlich bei unserer Firmen Laufgruppe mit und versuchte dran zu bleiben. Was mir mehr oder weniger gut gelang.

Die Zeit verging und auch meine Leistung beim Schwimmen, Radfahren und Laufen wurde besser. Mein Gewicht hatte ich bis zum Rothsee Triathlon auf ca. 90 Kg gebracht. Beim Wettkampf lief dann alles perfekt und ich fing an mit dem Gedanken zu Spielen bei der Challenge als Einzelstarter anzutreten. Aber erst einmal stand noch der Staffelstart als Radfahrer bei der Challenge in Roth an.

Mein erster Staffelstart bei der Challenge war natürlich überwältigend und ab Kilometer 120 wurde mir auch klar, das selbst ein Staffelstart auf der Langdistanz (180km) eine andere Hausnummer ist als ein Einzelstart bei der Olympischen Distanz. Aber trotzdem stand beim Zieleinlauf meine Entscheidung eigentlich schon fest.

Die Entscheidung zum Einzelstart bei der Challenge Roth traf bei meiner Familie nicht auf große Begeisterung, da das Training für die Olympische Distanz und für den Staffelstart bei der Challenge schon viel Zeit in Anspruch nahm. Aber ich hielt daran fest und auch meine Frau gab irgendwann ihr OK dazu. Also ging der nächste Weg zu Bennie, er sagte mir, dass es in einem Jahr möglich ist aber ein ganzes Stück Arbeit bedeutet und es nicht immer Spaß machen wird. Auch soll meine Familie hinter dieser Entscheidung stehen, da ich ohne Unterstützung dem ganzen nicht gewachsen sein werde. Ich besprach das nochmals mit meiner Familie und dann stand der Entschluss endgültig fest, der Einzelstart bei der Challenge Roth 2014 kann kommen. Zu dem Zeitpunkt war mir noch nicht klar wie Hart die ganze Sache wirklich wird.

Im Herbst und Winter fing es noch ganz locker an. Zwei Mal die Woche Schwimmen, ein bisschen Laufen und Radfahren. Ab März wurden die Umfänge dann merklich größer und so langsam dämmerte mir das es noch richtig hart werden würde.

Zwei Tage blieben mir bei meiner Vorbereitung besonders in Erinnerung.

Das erste war ein Koppeltraining mit vier Stunden Radfahren und 15 Minuten laufen. Koppeltraining war mir bereits von meiner Vorbereitung zur Olympischen Distanz bekannt und vier Stunden Radfahren war ich auch schon des Öfteren. Aber danach noch laufen? Und so kam es das ich nach 10 Minuten laufen völlig erschöpft am Boden kniete und dagegen ankämpfte mich nicht zu übergeben. Diese Trainingseinheit stand jetzt fast jede Woche an und es klappte von Mal zu Mal besser. Mittlerweile hatte ich auch ein Gewicht von 83 Kg erreicht.

Der zweite Tag, welcher mir in Erinnerung bleibt, war der „Longest Day“ von Bennie. Eine Wettkampfsimulation bei der bis zu 3km geschwommen, 120km Rad gefahren und 20km gelaufen werden. Schön ist das man hier auf kleinen Runden Rad fährt und läuft und so nie alleine ist. Allerdings war das auch der erste Tag an dem ich zu zweifeln begann, ob ich die Challenge Roth wirklich schaffen würde.

Die Trainingsumfänge stiegen weiter an, der 20. Juli rückte näher und es wurde ernster. Vier Wochen vor der Challenge hat Bennie mein Ernährungskonzept auch endlich abgesegnet und auch sonst alles bis ins Detail mit mir geplant. So schrieb ich einen Ablaufplan für den gesamten Wettkampf und sprach alles mit Bennie durch. Der Plan fing mit dem Aufstehen an und Endete mit der letzten Versorgungsstelle. Auch Übungen wie Rennradschlauch wechseln standen noch an.

Endlich war es soweit und am 20. Juli 2014 um 3:30 Uhr klingelte der Wecker und es ging auf zum Schwimmstart. Insgesamt zwei Jahre Vorbereitung mündeten in diesem Tag und es wurde ein toller Tag. Der Schwimmstart war bereits ein überwältigender Moment, aber selbst heute knapp ein Jahr danach bekomme ich noch Gänsehaut wenn ich die Start Musik höre. Meine Freunde und Familie warteten bereits, auf der Strecke, um mich anzufeuern. Das Laufen wurde dann allerdings zur härtesten Kraftprobe meines Lebens. Gesagt hatten mir dies bereits viele davor, geglaubt hab ich es erst im Wettkampf. Durch die Unterstützung auf der Strecke vergingen die insgesamt 226 Kilometer dann aber wie im Flug. Das einzige was mir an dem Tag neben vielen Sinneskriesen nie in den Kopf kam, war aufgeben.

Vom letzten Teil der Laufstrecke hab ich zwar ein paar Erinnerungslücken, an den Zieleinlauf, kann ich mich noch sehr genau erinnern und hätte ich noch Flüssigkeit im Körper gehabt wären mir vor Glück die Tränen gekommen. Man kann gar nicht in Worte fassen, was an diesem Tag alles in einem vorgeht.

Etwas was ich in den letzen zwei Jahren gelernt habe ist, das jeder alles schaffen kann. Das man ein Ziel erreichen kann auch wenn es noch so unerreichbar scheint, das man seine Horizonte einreißen muss um weiter Blicken zu können und das man nie Aufgeben darf auch wenn es Rückschläge gibt. Natürlich sind das alles nur Sprüche. Aber man versteht sie erst richtig wenn man es getan hat.

Um auf die Anfangsfrage zurück zukommen, ich werde von Freunden und Bekannte auch gefragt „warum tust du das“ und die einzig richtige Antwort darauf ist natürlich „weil ich‘s kann“ und das ist wie oben geschrieben auch schon das ganze Geheimnis. Nicht sich zu sagen was man nicht kann sondern genau diese Dinge einfach tun!

Benni collage