Rene Rosa Team Bekleidung

Vorfreude ist die schönste Freude

Willsika Bekleidung von Bennie Lindberg

Jetzt kurz vor Weihnachten habe ich die schöne Botschaft zu verkünden dass die Designs für die neuen Teambekleidungen fertig sind. Seit 6 Jahren produziert schon Rene Rosa für uns und ich muss sagen¨ Rene Rosa hat sich zu ein Premium Marke entwickelt speziell im Bereich „Individuelles Design“.

Bei Interesse werden natürlich auch Wettkampbekleidung geordert!

Produziert werden die Teile im Frühjahr.

Schau gerne rein unter: https://www.renerosa-teamwear.de/

Einige Seiten über Schwimmen, Radfahren und Laufen

Hier eine kleine Auswahl von mein Gigathlon-Buch, Seiten: 59-61

Jahreszyklus

Zur groben Planung teilt man das Jahr in vier gleich große Teile. Vereinfacht nennen wir die entstandenen Abschnitte erste, zweite, dritte und vierte Periode.

Periode 1: Die Übergangsperiode

Unser Hauptwettkampf, der Gigathlon, liegt gerade hinter uns. Das Wichtigste ist jetzt Erholung! Wie lange sie dauert, ist eine indi-viduelle Entscheidung und auch abhängig von der Härte des absolvierten Wettkampfs. Alles zwischen zwei bis drei Ruhetagen oder Ruhewochen ist normal. Die Team of Five-Gigathleten können eher in Tagen rechnen, Single- und Couple-Teilnehmer in Wochen.
Während dieser Erholungsperiode sollten wir uns leicht bewegen, aber nicht wirklich trainieren. Wenn der Körper signalisiert, dass er sich erholt hat, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Jede dient der athletischen Entwicklung.
Bei der endgültigen Entscheidung kommt es auf die persönliche Lebensphilosophie, die familiäre Situation oder die zur Verfü-gung stehende Zeit an.
Trainingsratgeber

Signale Deines Körpers vor der Aufnahme des gezielten Trainings auf den nächsten Wettkampf

  • Mein Ruhe- und Belastungspuls ist wieder normal.
  • Mein Körpergewicht ist wieder normal.
  • Mein Appetit ist wieder normal.
  • Ich schlafe wieder wie gewohnt.
  • Während der Trainings schmerzen die Muskeln nicht mehr.
  • Ich habe Lust auf Leistung.
  • Ich kann im Training wieder längere und intensivere Einheiten machen und erhole mich schnell davon.

Im Folgenden zeigen wir drei Alternativen der Periodisierung.

Alternative 1:

Die Sommergeniesser
Das sind alle Gigathleten, die nach dem Wettkampf sagen: «Jetzt ist Schluss mit dem Gigathlontraining!» Sie pausieren erst einmal und nehmen sich Zeit für Freunde, Familie und natürlich Urlaub.
In den kommenden zwei bis drei Monaten absolvieren sie kaum ein Training, liegen die restliche Zeit aber auch nicht nur faul auf der Couch. Grundsätzlich gilt: Ein bisschen Gesundheitssport sollte immer betrieben werden. Sich zwei- bis viermal wöchentlich 30 bis 60 Minuten vielseitig und nach Lust und Laune zu bewegen, ist eine gute Dosis, wenn man gesund bleiben will, aber trotz-dem noch Zeit für andere schöne Dinge haben möchte.

Alternative 2:

Die Leistungsfähigkeits-Optimierer
Diese Sportler erholen sich vom Gigathlon ebenso wie alle anderen auch, haben aber noch Lust auf Leistung. «Leistungs-fähigkeits-Optimierer» sollten wissen, dass sie ihre Topform nach dem Erreichen ihres Leistungshöhepunkts noch vier bis acht Wochen halten können – mit einem Trainingsumfang, der etwa der Hälfte bis einem Drittel des vorherigen Programms entspricht. Das Training wird also auf ein Minimum heruntergefahren, aber regelmässige Wettkämpfe über kürzere Distanzen halten die Leistungsfähigkeit auf einem hohen Niveau. Den Gigathlon gibt es nur einmal, doch es lohnt sich, auch andere Multisport-Veranstaltungen auszuprobieren. Wie wäre es mit einem Bike-Marathon, einem Orientierungslauf oder vielleicht sogar einem Adventure-Race?
Je grösser der zeitliche Abstand zum absolvierten Gigathlon ist, desto schwächer wird unsere Ausdauer. Durch die Teilnahme an Wettkämpfen und einen geringen Trainingsumfang wird man aber als Sportler «spritziger». Es ist daher zu empfehlen, immer kürzere Wettkämpfe zu bestreiten, je mehr wir uns vom Höhepunkt entfernen. Der letzte Monat (Oktober) sollte unbedingt zur Erholung genutzt werden.

Alternative 3:

Die Leistungssportler
Zu dieser Gruppe gehören Sportler, denen eine einzige Herausforderung nicht genug ist und die einen zweiten Höhepunkt nach dem Gigathlon in ihr Wettkampfjahr ein-bauen wollen. Auch für sie ist zunächst ein-mal Ausruhen angesagt. Erst dann beginnt eine zweite Aufbauphase, die prinzipiell der zurückliegenden gleicht, und lediglich auf zwei bis drei Monate komprimiert wird. Am Ende dieser Periode wartet der zweite Höhepunkt, der dann auch zeitlich weit genug vom Gigathlon entfernt ist, sodass wieder persönliche Höchstleistungen möglich sind.
Ob es sich beim zweiten Wettkampf um einen kürzeren, längeren oder gleich-langen Event handelt, ein Single-Sport-oder ein Multisport-Race, spielt nach einem ausreichend grossen zeitlichen Abstand zum Gigathlon keine Rolle mehr, denn mit der passenden Trainingstechnik ist alles machbar.

Bücher / Artikel

Disziplin, Problemlösung

Was macht Triathlon Training mental mit uns?

Nein! Ich werde jetzt sicher nicht hier schreiben das Alle die Triathlon machen ein Knacks haben, eher umgekehrt!
Das Training gut für unsere Gesundheit und Leistungsfähigkeit ist, steht außer Frage. Wie aber ändert Ausdauertraining uns mental?

Jetzt spreche ich nicht von Training das 2-3 Mal pro Woche stattfindet. Nein eher von Training für z.B. ein Ironman.
Das erfordert dann oft schon auf Amateurniveau eine Zeitinvestition was vergleichbar mit Profitraining in andere Sportarten ist. Das geschieht neben Familie, Beruf, soziale Verpflichtungen und den ganz normalen Alltagssachen die ja auch irgendwann gemacht werden müssen.
Die Athleten die wirklich für ihr Ziel brennen möchten alles machen um diese Ziel auch zu erreichen.

Was macht Triathlontraining mental mit uns

Das erste was du lernst ist Disziplin. Ohne Disziplin gehst du nicht in der Früh vor der Sonnenaufgang trainieren! Ohne Disziplin gehst du abends wenn andere vor Fernseher liegen nicht ins Fitnesscenter oder zum Spinning Stunde. Das prägt! Du weißt wenn ich das nicht mache komme ich mein Ziel kein Stück näher.
Eine Sportart zu trainieren kann hart sein, aber wenn du drei Disziplinen trainieren musst oder eher darfst dann musst du auch dein Tag gut strukturieren, sonst schaffst du gar nichts. Wenn du das nicht kannst, lernst du es sehr schnell.
Auch wenn du dein Tag schon gut strukturiert hast, ist es sehr wahrscheinlich dass etwas trotz dem schief geht. Automatisch werden die Triathleten so auch zum Problemlöser.
Wenn wir schon bei der ersten Schwierigkeit aufgeben würden, könnten die meisten den Traum von Ironman vergessen. Der Zeit ist knapp und auch die Mitmenschen wollen etwas von den Triathleten haben, wir trainieren drei Sportarten, haben drei Ausrüstungen auch spezielle Sachen für Herbst, Winter, Frühling und Sommer. Dann gibt es die Öffnungszeiten von Schwimmstätten und Fitnesscenter, auch noch Krankheiten und Verletzungen. Das da etwas schief geht ist sehr, sehr wahrscheinlich – aber kein Problem ist für ein Triathlet zu groß!
Was wir schnell lernen ist: Kümmere und perfektioniere die Sachen die du selber beeinflussen kannst, und was du nicht steuern kannst suche die bestmögliche Alternative.
Es ist ein bisschen so wie wenn du schnell Auto fährst und du merkst dass die Bremsen nicht funktionieren. Dann fragst du auch erst: Kann ich auf die Straße bleiben und einfach warten bis die Geschwindigkeit von sich selbst, oder durch runter schalten, sich verringert. Wenn das nicht geht suchst du die nächst bestmögliche Alternative. In ein anderes Auto zu fahren ist gar nicht gut auch nicht gegen ein Baum, seitlich gegen eine Leitplanke abbremsen könnte eine Alternative sein oder einfach auf ein Feld ausweichen.
Das gleiche „sich auf die Sachen zu konzentrieren die man verändern kann“ kommt einen ja auch zugute in ein Ironman. Schon vor der Start zu denken: Bald soll ich 226 Kilometer schwimmen, radfahren und laufen – schon mit Auto ist es lang, oder ich möchte so oder so schnell sein, oder eine bestimmte Platzierung erreichen. Das macht einen nur zittrig, nervös, unsicher und bringt Null Komma Nichts für die Leistung. Das überträgt sich dann natürlich auch in Alltag! Wenn es schwierig wird werden die Triathleten nicht apathisch von Schreck erschlagen. Man sucht einen Hebel den man umlegen kann, wovon man anfangen kann.
Immer gibt es etwas das man machen kann. In Ironman ist es der erste Armzug. Dann folgt eine weitere usw.
Und vielleicht das schönste ist: Wir wissen das wir nicht Batman sind (glaube ich jedenfalls…). Als Triathlet lernst du das Ruhepause wichtig sind – das muss sein! Ohne geht es einfach nicht!

Nur, die Ruhepausen muss man sich erst verdienen, und dann werden sie doppelt so wertvoll und schön!

Triathlon Camps 2019

Termine für Trainingslager 2019

Trainingslager Triathlon mit Bennie Lindberg

Für das Jahr 2019 kann ich zusammen mit Hannes Hawaii Tours sogar DREI unterschiedliche Trainingscamps anbieten.

Trainingscamp „Classic“ findet von 30.03-13.04.2019 auf FUERTEVENTURA in Playitas statt! Infos dazu findest du HIER

NEU für 2019 ist ein ROOKIE CAMP für Triathlon Anfänger 11.05-18.05.2019 das ich zusammen mit der Legende Hannes Blaschke mache! Auch dieses Camp findet unter perfekten Bedingungen in Playitas auf Fuerteventura statt Infos dazu findest du HIER

UND was mich sehr erfreut ist die Weiterführung von das „Endless Summer Camp“ in Bach Club Font de sa Cala auf MALLORCA.  Auch dieses Camp mache ich zusammen mit Hannes und es findet von 15-22.09.2019 Statt. Dieses Camp ist perfekt wenn du kein Bock auf Wettkämpfe hast ABER dein Triathlon Saison noch etwas verlängern möchtest. Sicher dient es aber auch den Athleten die noch später etwas „Sportliches“ vorhaben.

TIPP: Falls du dir überlegst irgendwann als Guide bei einen Trainingscamp zu arbeiten HIER findest du Informationen dazu! Schau rein – es lohnt sich!!

Was für eine Wochenende

Das letzte Wochenende war sehr speziell!

Collage über das triathlon Wochenende roth, Lahti

Nicht nur ist unsere Tochter Ida gerade zum Welt gekommen, es war ein Wochenende mit viele große Veranstaltungen!

In Roth rock Alexander Bechtel seiner ersten Langdistanz hier ein kleine Bericht von ihn:

Erste Langdistanz geschafft (3.8km Schwimmen – 180km Rad – 42.2km Laufen)

Vielen Dank an alle, die mich am Sonntag virtuell oder an der Strecke der Challenge Roth angefeuert haben!!!

Habe meine erste Langdistanz in Roth in 9:05:45h absolviert und damit den 46. Gesamtplatz belegt (6. Platz in der Altersklasse). Bin sehr zufrieden, auch wenn ich mit den SUB 9h geliebäugelt hatte. Es ging allerdings keine Sekunde schneller, das haben mir auch die Sanitäter im Zielbereich bestätigt!

Bis auf die letzten 10-15km ist alles nach Plan gelaufen: War nach 55.30min aus dem Wasser, wo ich die meiste Zeit in meiner Komfortzone geschwommen bin. Auf dem Rad wurde es so ab Kilometer 140 schwer und die Wattzahlen sind etwas gesunken. Ich war dann nach 4.51h auf dem Rad eigentlich schon ziemlich bedient, War inklusive der beiden Wechsel wie geplant bei 5.50h Rennzeit auf der Laufstrecke und wollte einen 3:10h Marathon laufen. Das wäre eine 4:30min/km Pace und so bin ich auch los gelaufen. Ab Kilometer 30 konnte ich das Tempo allerdings nicht mehr halten und der Anstieg nach Büchenbach hat mir dann endgültig den Stecker gezogen.

So bin ich also mit gut 5min Verspätung ins Ziel getaumelt. Spaß hat es trotzdem gemacht, zumindest bis zur Hälfte des Marathons!

Gemeinsam mit meinen beiden schnellen Teamkollegen Alex Schmitt und Bernd Hagen konnte ich ausserdem den ersten Platz in der Teamwertung für für unser Team twenty.six e.V. Roth sichern!

Last but not least: Danke Bennie!

Und noch von meine Seite GLÜCKWUNSCH an alle Finisher und auch an alle die es versucht haben zu finishen! 

Premiere Ironman 70.3 Lahti, Finnland 

In Lahti waren Birgit und Kai Fügel sowie Oliver Brehm am Start!

Ein Bericht über das Rennen hat Kai schon für Tritime geschrieben und den Bericht findest du hier!

Und hier den Bericht von Oli:

Eigentlich sollte es Spaß machen

– Ein Wettkampfbericht von Oliver Brehm

Es ist erstaunlich wie schnell man unangenehme Dinge als Mensch verdrängen kann, einfach vergisst, als wären sie nie wirklich geschehen. Ist vielleicht auch gut so. Ich meine all der Ballast aus der Pubertät, die Hänseleien aus der Schule und die Unterdrückung durch größere Geschwister etc. Achso, habe ich ja gar nicht. Nur jüngere Brüder. War jetzt doch zu pathetisch irgendwie. Weiß auch nicht warum ich manchmal so abschweife. Egal.

Ich jedoch erinnere mich noch sehr genau an meinen Triathlon auf und zwischen den drei Nordsee-Inseln Amrum, Föhr und Sylt im letzten September – vor allem daran, dass ich ziemlich suboptimal vorbereitet war und den ganzen Wettkampftag gefroren habe. Nun ja, irgendwie scheine ich sowas anzuziehen. Und dabei sollte es diesmal ganz anders werden …

Ein See (nicht die Nordsee), Sommer (sogar Mittsommer), eine einfache Radstrecke (ohne Kurven, nicht windanfällig) und eine superflache, schnelle Laufstrecke. Dafür mit Ausland und die Strecke als echter Halb-Ironman, also 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21,1 km Laufen. Und dazu noch in Finnland. Okay, ich hatte nur drei Wochen Vorbereitung – meine Frau hat mich mit dem Startplatz als vorgezogenes Geburtstagsgeschenk überrascht. Und die Überraschung ist ihr echt gelungen. Es hätte ein schöner ruhiger Sommer werden können, die nächsten Wochen noch locker trainieren und dann langsam bis zum Saisonhöhepunkt am 2. September zum BerlinMan die Form aufbauen. Aber gut, dann halt schon ein echter Wettkampf vorgezogen am 30. Juni. In Lahti, Finnland. Letztes Qualifikationsrennen für die Halb-Ironman WM in Südafrika – und ganz ehrlich, wenn ich schon mal einen echten (halben) Ironman mache, dann möchte ich mich doch auch für die WM qualifizieren. Ist ja immerhin mein dritter Triathlon überhaupt. Ich gebe es offen zu die Zeiten meiner Potentiellen Gegner in der Altersklasse überprüft zu haben und war mir sicher mit einer Endzeit von 4:45 h eine kleine aber reelle Chance für die Qualifikation zu haben. Und mit dem Ziel im Auge, ohne spezifisches Training und eigentlich zu wenig Zeit bin ich also am Freitag vor dem Wettkampf nach Finnland geflogen. Mein Rad, die Ausrüstung und den Neo ordentlich verpackt und noch schnell Unterkunft und Leihwagen gebucht – mein über ein Reisebüro gebuchter Shuttle wurde kurzfristig am Donnerstag Mittag per Anruf abgesagt – ein Radkoffer passt nicht in den Minivan! Dafür müsste der Fahrer die Sitze ausbauen und das kann er nicht. Alles klar, oder? Als häufig Reisender hat man Erfahrung mit solchen kleineren Widrigkeiten und nimmt das sportliche Herausforderung an.

Nun, die Anreise hat super geklappt und das mit dem Mietwagen auch. Vom Flughafen zum Ironman-Check in fahre ich eine Stunde nach Lahti – der Wintersportort schlechthin in Finnland (zumindest weithin bekannt vom Skispringen). Dort treffe ich mich bei der Sibelius Hall (Konzerthalle), die auch gleichzeitig für die Rennbesprechung, Ausgabe der Startunterlagen und Wettkampfzentrale genutzt wird, mit meinem Trainingspartner und Triathlon-Freund Alex. Er ist seit einer Woche in Finnland und hatte schönstes Sommerwetter mit bis zu 26° C. Er verbindet den Wettkampf mit Urlaub und ist deshalb mit dem Auto angereist, auf drei Etappen mit zwei Übernachtungen in Polen und Estland. Das  Wetter heute ist durchwachsen bis schlecht – immer wieder Regenschauer, Wind mit Böen und 12° C – nicht gerade optimal für einen Triathlon, aber die Bedingungen sind ja für alle gleich. Als eher schlechter Schwimmer beunruhigen mich die relativ hohen Wellen im See Vesijärvi, der sich direkt an der Sibelius Hall befindet. Ich komme gerade rechtzeitig zur Wettkampfbesprechung in Englischer Sprache, kann vorher noch recht entspannt meine Startunterlagen abholen. Der Radkurs führt uns Athleten über eine sehr flache Strecke durch die typische nordische Landschaft mit kleinen Dörfern und mehreren Seen, denen Finnland auch seinen Ruf als “Land der tausend Seen” zu verdanken hat. Die Laufstrecke ist ebenfalls flach und führt vorbei am Vesijärvi See und Skisprung-Zentrum. Mit 1.800 Startern ist es kein großes Teilnehmerfeld, aber auch kein ganz kleines. Der Rest scheint ziemlich entspannt zu werden, da das Rennen erst um 16:00 Uhr startet kann man am Wettkampftag bis drei Uhr nachmittags sein Rad und die Wechselkleidung einchecken. Der Organisations-Chefin Tiina Boman habe ich ein paar fränkische Spezialitäten mitgebracht – Wurst, Bier, Bocksbeutel – die ich ihr nach der Wettkampfbesprechung übergebe. Sie kennt meinen Coach und hat mir/meiner Frau kurzfristig den Start ermöglicht.

Wir haben eineinhalb Stunden Anreise von Alex‘ Blockhütte die er gemietet hat, die sehr idyllisch an einem der tausend Seen liegt und sich diesen nur mit einer weiteren Blockhütte mitten im Wald teilt, aber nicht 100 %ig ideal für den Wettkampf liegt. Dort fahren wir nach Besichtigung der Wechselzonen, Schwimmein-/Ausstieg und Laufstrecke hin. Um 23:00 Uhr kommen wir an, noch schnell das Rad aufbauen, Spaghetti-Essen (Carbo-Loading im Athleten-Deutsch), ein Dessert-Bier und ab ins Bett.

Der Wettkampftag: um 8:30 Uhr stehen wir auf – wach bin ich seit 5:00 Uhr, hell ist es seit 3:00 Uhr, dunkel wurde es um 1:00 Uhr. Also fast, so richtig dunkel war es gar nicht. Ich habe also kaum geschlafen, denn es gibt weder eine Jalousie noch Vorhänge in der Hütte. Aber kontrollierter Schlafentzug soll ja wie Doping wirken, steigert die Aggressivität. Mal sehen ob das auch bei mir wirkt. Ich öffne die Tür nach draußen auf die Terrasse und es kommt mir ziemlich kalte Luft entgegen. Der Sommer scheint nicht spontan über Nacht zurück gekommen zu sein. Aber vielleicht liegt es ja auch nur am Schlafmangel. Unser Gewinner-Frühstück besteht vor allem aus Kohlenhydraten – Carbo-Loading Part 2: Brötchen, Porridge, Croissants mit richtig viel Nutella (bekomme ich sonst nie).

Der nördlichste Ironman-Wettkampf der Welt macht quasi die Nacht zum Tag – für die letzten wird der Zieleinlauf um ca. Null Uhr sein – acht Stunden nach dem Start. Also immer noch taghell. Wir bereiten unsere Räder und Beutel für die Wechselzone gemeinsam vor, um uns gegenseitig zu kontrollieren, so vergisst man nicht so leicht die wesentlichen Sachen. Noch schnell die Reifen am Fahrrad aufpumpen und es kann los gehen. Aber irgendwie wollen mein Ventil und Alex‘ Luftpumpe nicht kooperieren und es geht keine Luft in den Reifen. Nicht gut. Nach ein paar Minuten zeigt mir Alex wie das geht – ich soll erst ein bisschen Luft rauslassen und dann pumpen. Das macht er auch immer so. Geht nicht. Probiert es wieder. Geht nicht. Probiert es weiter. Geht nicht. Nach gefühlten zehn Versuchen ist der Reifen komplett leer. Toll gemacht. Da sind zwei echte Profis am Werk. Zum Glück gibt es beim Fahrrad Check-in einen Werkstattservice.

Um elf Uhr fahren wir los nach Lahti und kommen dort um 12:30 Uhr an, Bike Check-in und Abgabe der Beutel in der Wechselzone. Alles schön kompakt hier, nur der Weg vom Schwimmausstieg ist recht lang. Wir schauen noch den Zieleinlauf an. Hier gilt es nach ca. 5 Stunden eine gute Figur zu machen, denn da werden die wichtigen Fotos gemacht. Ich liebe diese Anspannung vor dem Rennen, alles funktioniert mechanisch, im Kopf bin ich alles schon die Nacht zuvor durchgegangen – okay, hatte ja auch genug Zeit dafür, schlafen konnte ich ja sowieso nicht. Nein, das war nicht die Aufregung. Ich bin die Ruhe selbst. Zumindest im Vergleich zu Alex. Der hat schon deutlich mehr Triathlonerfahrung und hüpft hier sowas von nervös rum, dass könnte einen fast kirre werden könnte. Aber nicht ich. Ich werde eher ruhiger. Das habe ich mir über die Jahre als Wettkampfläufer für große Marathons antrainiert: Coolness. Zumindest äußerlich.

Danach heißt es ein ruhiges Plätzchen suchen und einfach etwas ausruhen und noch was Essen – Carbo-Loading Part 3: Bananen, Brötchen, Zimtschnecken und Iso-Getränke. Ab jetzt finde ich es irgendwie seltsam ständig dieses Zeug in mich reinstopfen zu müssen. Ja, müssen. Ich werden ca. 4.000 kcal verbrennen und darf auf keinen Fall zu wegen mangelhafter Energieversorgung Probleme im Rennen bekommen. Daher habe ich mir auch 2 Energieriegel auf das Oberrohr des Fahrrades geklebt, eine ganze Trinkflasche mit Energie-Gels gefüllt und in jeden Beutel ein Zusatz-Engergiegel gelegt. Vor dem Schwimmstart gibt es auch noch eines. Realistisch betrachtet bin ich damit immer noch im Minus, deshalb muss ich vorher ordentlich einbunkern und hoffen, dass im Wettkampf das Umschalten des Körpers von Kohlenhydrat- auf Fettverbrennung gut funktioniert.

15:00 Uhr: Wir machen uns langsam warm. 10 Minuten locker traben mit kurzen Steigerungsläufen und Dehnen.

15:30 Uhr: Wir ziehen den Neoprenanzug, geben die Wechselkleidung ab und schwimmen uns ein. Ich weiß zwar nicht genau warum, aber unser Coach hat es gesagt, also machen wir das. 17° C Wassertemperatur, es regnet und der Wind wird immer böiger. Und wir fluten den Neoprenanzug und schwimmen uns paar hundert Meter ein. Trotz zwei Bademützen sticht die Kälte am Kopf. Es wären auch Neoprensocken erlaubt gewesen (da unter 18,1° C Wassertemperatur), aber die liegen natürlich daheim in Weisendorf im Schrank.

15:45 Uhr: Startaufstellung zum Schwimmen. Wir reihen uns nach unseren Schwimmzeiten ein – Alex bei unter 35 Minuten (Ziel 33 Minuten) und ich bei unter 40 Minuten (Ziel 38 Minuten) – man muss ja realistisch bleiben. Jetzt kommt sogar kurz die Sonne raus. Vielleicht haben wir Glück und das Wetter bessert sich doch noch.

16:00 Uhr: Start der Profis und wir dürfen langsam aufrücken. Leider sehen wir von dem Spektakel nichts, es sind einfach zu viele Starter vor uns. Jetzt werde ich auch langsam nervös. Mein erster Ironman-Wettkampf und es gibt kein zurück mehr.

16:15 Uhr: der Rolling-Start macht es relativ angenehm – alle 5 Sekunden gehen 6 Starter zeitgleich ins Wasser. Das ist deutlich angenehmer, da es nicht zu einer Schlacht kommt um die beste Position und das schnelle Wegkommen. Ist das kalt. Ich brauche ein paar Minuten den eigenen Rhythmus zu finden und ruhig und gleichmäßig zu schwimmen. Die Orientierung fällt mir schwer, denn die Wellen, das trübe Wasser und die viel zu kleinen Bojen (zumindest in meinen Augen) führen bei mir als ungeübten Schwimmer dazu, dass ich ständig den Kopf ziemlich hoch aus dem Wasser heben muss. Das verschlechtert die Wasserlage und kostet wertvolle Minuten. Ich finde mich damit ab, dass ich heute keine Bestzeit schwimmen werde und hoffe nur gut wieder an Land zu kommen. Aber was soll’s, mittlerweile habe ich wenigstens keine Angst mehr von Brustschwimmern rechts überholt zu werden. Mit zunehmender Zeitspanne wird es auch immer kühler und ich fühle kaum noch was in den Fingern, aber der Schwimmausstieg kommt langsam näher. Ich von Anfang an eigentlich keine allzu großen Hoffnungen in diesen Triathlon gesetzt – zu wenig Vorbereitung, zu viele Unwägbarkeiten. Aber insgeheim hätte ich schon mehr erwartet als eine Schwimmzeit von 41 Minuten für 1,9 km. Ich quäle mich über die Stufen aus dem Wasser und merke dass ich leicht schwanke. Bin ich seekrank geworden? Nein, scheint doch nur an der Kälte und den klammen Füße zu liegen. Auf dem Weg in die Wechselzone versuche ich mich wie die anderen Starter bereits mit den Armen und dem Oberkörper aus dem Neoprenanzug zu schälen, aber irgendwie gelingt das denen besser als mir. In der Wechselzone schnappe ich mir meinen Radbeutel und zerre weiter am Neo, der sich beharrlich weigert über die Arme zu gehen – und so muskulös sind die auch nicht gerade. Also erst die Beine, aber irgendwie flutscht das heute nicht so wie sonst im Freibad. Ich bin einfach Klamm und durchgefroren, habe kein Gefühl und keine Kraft. Aber nach fast fünf Minuten ist das alles erledigt, der Helm auf dem Kopf, die Startnummer dran, Radschuhe an den Füßen. Dann noch schnell das Gel und auf die Toilette. Von jetzt an kann es nur noch besser werden, meine Disziplinen kommen. Im Watschel-Sprint zum Rad und auf geht es die 90 km zu bewältigen. Fast sieben Minuten in der Wechselzone sind ungefähr viereinhalb zu viel. Ab jetzt kann endlich überholen und gerade die ersten Strecke leicht bergauf Plätze gut machen. Der Wind und der immer wieder einsetzende Regen machen das aber nicht gerade zum Vergnügen und Temperaturen zwischen 13-15° C lassen mich weiter frieren. Auf der zweiten Hälfte der Strecke geht es langgezogen leicht bergab, ein Abschnitt der eigentlich 40-45 km/h hergeben sollte. Eigentlich. Denn ich habe ordentlich Gegenwind und immer wieder kommen leichte Böen dazu die mir die Hochkammer-Felgen blasen und das Handling schwierig machen. Immer wieder versetzt es mich leicht seitlich bei heftigen Windstößen. Und mehr als 30 km/h sind auch nicht drin. Meine angestrebte Zielzeit von 2:35 Stunden für das Radfahren schwindet auch langsam und mir wird bewusst, dass ein Triathlon in Finnland durchaus Wetterüberraschungen bereit halten kann. Nach 2:41 Stunden komme ich endlich wieder in den Wechselzone und kann meine Finger kaum mehr in Richtung Bremse bewegen, so steif gefroren bin ich mittlerweile. Rad aufhängen und ab schnell in Richtung Wechselbeutel für den abschließenden Halbmarathon. So schnell es halt geht. Radschuhe weg und Helm abnehmen – wenn es denn ginge. Ich bekomme den Verschluss vom Kinnriemen nicht auf, meine Finger bringen die Kraft dafür nicht auf. Also erst die Laufschuhe anziehen. Aber auch hier wird es schwierig, denn ich kann die Schnürsenkel nicht  binden. Also versuche ich wieder mit zunehmender Verzweiflung den Kinnriemen zu öffnen. Es geht nicht. Doch erst Schuhe binden. Ich rubble mir die Hände warm aber richtig elegant sieht das Ergebnis an den Füßen nicht aus. Jetzt aber den Helm ab. Immer noch verweigern die Finger den Dienst aber es kommt etwas Gefühl in die Fingerspitzen zurück und ich spüre dass es jetzt klappen kann. Endlich ist der Kinnriemen auf und ich habe über 5 Minuten in der Wechselzone verbracht, wieder viel zu lang. Aber jetzt kommt endlich meine Disziplin und ab jetzt überhole ich alle paar Meter andere Starter. Bis km 15 friere ich jedoch und kann meine volle Leistung nicht abrufen. Ab jetzt ist der Wettkampf nicht mehr zu gewinnen, ich kann nur noch Schadensbegrenzung betreiben. Ab km 17 fange ich sogar leicht zu schwitzen an und es scheint doch auch langsam sonnig zu werden, so um kurz nach 21:00 Uhr. Ich laufe so schnell ich noch kann, leider ist das nicht mehr wirklich schnell sodass ich am Ende nur knapp unter 1:30 h die 21,1 km beenden kann und nach 5:04:21 Stunden ins Ziel komme – also kurz vor halb zehn abends. Alex ist kurz vor mir im Ziel und finisht in 5:00:13 Stunden. Ich fühle mich erstaunlich beschwingt und leicht, aber trotzdem irgendwie angeschlagen und glücklich endlich im Ziel zu sein und nicht mehr frieren zu müssen. Nach fast viereinhalb Stunden fieren und das bei einem Wettkampf freue ich mich auf meine warmen Sachen und eine heiße Dusche. Und ein Bier.

Resümee: Eigentlich sollte es Spaß machen, doch irgendwie war es dann doch härter als gedacht. Ein Ironman-Wettkampf dieser Dimension, auch wenn es „nur“ ein halber ist, ist ohne spezifische Vorbereitung tendenziell keine gute Idee. Außer man geht es locker an und erwartet nicht zu viel. Wieso es dann erstaunlicherweise bei uns beiden auch noch für die WM-Qualifikation gereicht hat und wir uns nun Anfang September in Südafrika mit den besten Triathleten der Welt messen dürfen? Keine Ahnung. Vielleicht weil man auch zur Startplatzvergabe anwesend sein muss und alle wirklich guten Athleten bereits qualifiziert waren. Aber wen kümmert das, diesmal werde ich mich vorbereiten und mein Ziel von unter fünf Stunden auch erreichen. Bestimmt. Und wenn nicht, trinke ich hinterher einfach zwei Bier mehr.

Termine Frühjahr 2018

Liebe Athletin, lieber Athlet, 

Termine Ad Extremum im Jahr 2018

Roth 04.02.2018

Liebe Athletin, lieber Athlet, 

anbei ein paar Infos für 2018:

  • Trainingslager Playitas in Februar und in April
  • Langtest – Roth
  • Holzner Radtour 2 x 275 km

TRANINGSLAGER Playitas / Fuerteventura
dieses jahr gibt es gleich zwei Trainingslager! Das erste 10-24.02 und das zweite 7-21.04.2018. Buchungen direkt über Hannes Hawaii Tours und ich werde mich mit mein Team um die sportliche Inhalt mich kümmern!

LANGTEST
Am Samstag 05.05.2018 findet dieses Jahr „the longest day“ statt!
Start ist wie immer um 7.30 bei Freibad Roth.
Jeder kann bei diese Training mitmachen NUR ein Anmeldung vorher ist erforderlich!
(Bitte E-Mail an mich)
Distanzen je nach Ziel, Niveau und Gesundheitszustand:
Schwimmen 0-3 km
Rad 0-120 km
Laufen 0-30 km

Für alle Langistanzler gilt: Möglichst gleichmäßig in geplantes IM / Challenge Tempo unterwegs zu sein, das wäre die Goldmedaille. Fast genauso gut ist die Training progressiv zu gestalten also von Runde zu Runde knapp schneller werden… das wäre so zu sagen Silber. Was ich nicht sehen möchte ist unkontrolliertes los galoppieren am Anfang. Finde euer eigenes Tempo und denk nicht was die Anderen machen. 🙂 🙂 🙂 Lerne unterwegs in DEIN Tempo zu sein und teste dein Ernährungsplan der hier schon fertig sein soll!
Für die Kurzdistanzler gelten: Auch für euch wird es ein langen Tag, denke an Form, Technik und Haltung wenn ihr noch gegen Ende schnelle Runden machen müssen/möchten!

Langtest Triathlon in Roth mit Bennie Lindberg
HOLZNER RADTOUR 18-21.05.2018
wieder haben wir ein „sommerliche“ Radtour. Start Freitag früh pünktlich um 7 Uhr hier bei uns in Rothaurach, dann 275 km gemütlich über Landshut nach Thumsee. Am Montag nach zwei Tage Wellness und ein bisschen Training geht es umgekehrt zurück. Alle die sicher dabei sein möchten jetzt schon beim Stefan und Martha Holzner anmelden. Es ist ja Pfingsten und das Hotell wird schnell ausgebucht sein! Einfach sagen du gehörst du Gruppe Bennie, Link findest du HIER

Hotell Seeblick am Thumsee
sportliche Grüße und wie immer… rock´n roll

Unterschrift

Hot Dates Frühjahr 2018

Triathlon Training Camp

Triathglon Camp mit Bennie Lindberg

Auch 2018 findet ein paar Triathlon Training Camps mit Hannes Hawaii Tours statt! Wie gewohnt in Playitas auf Fuerteventura.

In das erste Camp 10.02-24.02 sind zusätzlich als Unterstützung folgende Athleten als Guides, Trainer und Referenten dabei:
Angela Kühnlein, Fia Ramsauer, Alex Rupprecht, Lasse Ibert, Nicholas Reichert, Tilmann Baum, Christian Jais und Dr. Christoph Simsch

in das zweite Camp 07.04-21.04 teile ich die Sportliche Leitung mit Christopher Nordmeyer und auch hier wartet ein Dream Team auf euch! (Später mehr dazu!)

Einige Seiten über Schwimmen, Radfahren und Laufen

Hier eine kleine Auswahl von mein Gigathlon-Buch
(Seiten: 54-56)

Trainingsratgeber

Für alle Disziplinen und Starter-Kategorien gibt es ein paar grundlegende Trainings-regeln, die immer gelten. Die wichtigste lautet: Training ist eine Belastung für den Körper und schwächt ihn. Stärker werden wir in der Erholungsperiode danach. Die Sportwissenschaftler nennen das Super-kompensation. Wie sie vereinfacht funktioniert, lässt sich am besten anschaulich und humorvoll erklären: Sporttalent Heidi geht zwei Stunden Inlinen und verbraucht dabei viel Energie in Form von Kohlenhydraten. Durch das Schwitzen verliert sie auch Flüssigkeit, die grösstenteils aus dem Blut kommt. Das Training zerstört aber auch einige sehr feine Muskelfasern, und Heidi leidet am nächsten Tag unter Muskelkater. Zum Glück ist der Körper nicht dumm. Er denkt sich: Diese verrückte Heidi wird vielleicht bald wieder Inlinen gehen, und letztes Mal hat es mich einiges an Kraft ge-kostet. Also baue ich sicherheitshalber ein bisschen vor: Ich stärke meine Muskeln ein wenig, ich speichere mehr Kohlenhydrate in der Muskulatur und Leber und erhöhe den Wasseranteil im Blut so, dass ich mehr zum Schwitzen habe und mich besser abkühlen kann. Das bedeutet: Gibst Du dem Körper genug Zeit, um sich zu erholen, bist Du auf die nächste Trainingseinheit optimal vor-bereitet. Startest Du diese Einheit jedoch zu früh, hat der Körper sich noch nicht erholt, und Du schwächst ihn weiter. Aber auch, wenn Du zu lange wartest, baut der Körper seine Reserven wieder ab, und Du fängst noch einmal bei Null an! Im Training kommt es für Heidi und Dich also auf das richtige Timing an.

Progressivität

Unser Körper gewöhnt sich an Vieles. Wenn die Reize jedoch nicht grösser werden, stagniert seine Entwicklung. Die Kunst besteht darin, die richtige Dosis für die Progressivität zu finden. Wenn wir die Umfänge zu schnell steigern, verletzen wir uns oder werden krank. Werden die Umfänge zu langsam gesteigert, kommen wir nicht in die Nähe unseres möglichen Potentials. Die Progressivität im Training wird dadurch erschwert, dass sich das Herz-Kreislauf-System und die Lunge relativ schnell an einen neuen Trainingsreiz anpassen. Unsere Muskeln brauchen jedoch doppelt so viel Zeit, unsere Bänder, Sehnen und Knochen sogar das Dreifache. Manchmal könntest Du sicher viel härter oder häufiger trainieren, aber das ist nicht immer sinnvoll.
Im grössten Teil Europas kommen wir in den Genuss klimatisch unterschiedlicher Jahreszeiten. Für ein abwechslungsreiches Training ist das ein Vorteil, denn der jahreszeitliche Wechsel bringt Abwechslung ins Training. Und Abwechslung ist auch das wichtigste Prinzip unseres Trainings. Es sollte möglichst vielfältig sein und allgemein unsere Grundkondition aufbauen, bevor wir immer mehr spezifische Trainingseinheiten einbauen. Auch wenn Gigathleten normalerweise sehr vielfältig trainieren, ist es wichtig, so zu trainieren, dass Verletzungen vorgebeugt wird. Dies gilt ganz besonders für Team-Athleten, die sonst vielleicht nur eine einzige Sportart betreiben. Ein Grund-pfeiler für die Prävention ist Krafttraining, Bauch- und Rückengymnastik sowie Beweglichkeitstraining. Doch diese Komponenten sind nicht nur für unsere sportliche Leistungsfähigkeit wichtig: Was nützt Dir eine Bomben-Kondition oder perfekt trainierte Muskeln, wenn Du so steif bist, dass Du Dir kaum die Schuhe binden kannst oder durch Verspannungen im Schulterbereich dauerhaft Kopfschmerzen hast?

Bücher-Artikel