Triathlon Trainer und Coach - Bennie Lindberg
Die zweite und dritte Dimension im Triathlon Training

Die zweite und dritte Dimension im Triathlon Training

Als Triathlon Trainer habe ich schon viel gesehen und viel erleben können. Ich spreche jetzt nicht nur von Deutschland,  ich glaube es gibt weltweit wenige Trainer die wie ich ununterbrochen nur als Triathlon Trainer ihr Geld seit Anfang der 90er verdient hat.

Was mich als Trainer besonders erfreut ist wie viele von meine eigenen Athleten jetzt selber Trainer geworden sind. Deswegen möchte ich auch jetzt euch Athleten einen Einblick in der Trainer Welt ermöglichen.

Was viele denken ist das wenn ich einmal herausgefunden habe wie es für mich funktioniert, kann ich es weitergeben an anderen Athleten. Natürlich kann man das so machen aber die Erfolgsquote  liegt dabei weit unter 50%. Was hoffentlich stimmt ist der grobe Einteilung zwischen Schwimmen, Radfahren und Laufen und die Periodisierung.

Wenn es um Umfänge und Intensitäten geht müssen wir schon sehr individuell werden. Wenn es um die Feinabstimmung geht z.B. Verletzungsprävention, leistungslimitierende Faktoren oder ob der Person eher für längere Distanzen geeignet ist oder für kürzere Distanzen geeignet ist, das wissen wir erst später wenn wir mehr Erfahrungen mit der Athlet gesammelt haben.

Training und Coaching ist nur Teilweise Mathematik und Logarithmen. Die Sportartikel Hersteller versuchen natürlich genau das Gegenteil zu beweisen aber bis jetzt eigenen diese digitalen Ratgeber/ Trainer sich eher für Anfänger wo es in erster Linie darauf ankommt regelmäßig zu trainieren und sich auch zwischen den Einheiten (ab und zu) zu erholen.

Nur ein kleines Beispiel: Mittlerweile wissen Alle das der Beste 5.000 Meter Läufer nicht unbedingt auch die schnellste über den Marathon Distanz ist und definitiv nicht über den doppelten Marathondistanz, was eher z.B. mit den Ironman Marathon zu vergleichen ist, während Marathon eher physiologisch von Stoffwechsel her den OD ähnelt.

Der kurze normalerweise verwendete FTP-Test dauert 20 Minuten. Dieser Test ist ein gutes zusätzliches Werkzeug für deine Trainingsplanung aber erzählt wenig über deiner Leistungsfähigkeit über 4-7 Std. Renndauer. Wenn du eher der kürzere Ausdauertyp bist (was rein physiologische oder psychologisch bedingt sein kann) könntest du ein super FTP Test machen hättest aber Schwierigkeiten das „Theoretisch ausgerechnete Tempo“ über 180 km umzusetzen und natürlich umgekehrt. Als weiterer verwirrender Faktor kommt noch dein Training dazu? Trainierst du 10-15 Std. in der Woche,  20-25 Std. in der Woche oder eher 30-35 Std. in der Woche. Trotz dem ist der FTP-Test ein wertvolles Tool wenn man weißt wie man damit umgehen soll

Das in sich, sind aber alle noch ganz, normale Faktoren die wir Trainer berücksichtigen müssen. Was aber sehr spannen ist, isst die Frage:

WAS DENKT DER TRAINER ÜBER DEN ATHLETEN?

Es gibt Studien mit Schulklassen das beweist das die Erwartungshaltung von die Lehrer eindeutig das Lernresultat beeinflusst! Wenn der Lehrer GLAUBT die Klasse ist außer gewöhnlich talentiert, strengt er sich mehr an und die Schüler bekommen bessere Noten als wenn es umgekehrt wäre obwohl „das Schülermaterial“ identisch ist.

Was bedeutet das für den Triathlon Trainer?

Wenn der Coach den Athleten falsch einschätzt kann es in beiden Richtungen gehen. Der Athlet erreicht nie sein Optimum oder der Athlet wird übergefordert und ausgebrannt.

Für den Athleten und Trainer bedeutet das KOMMUNIZIEREN, Kommunizieren und wieder kommunizieren!

Was ich auch merke ist je länger meine eigene aktive Karriere hinter mir liegt je besser kann ich den Athleten tatsächlich einschätzen. Früher habe ich immer die Leistungen von den Athleten mit meine eignen verglichen und das Ganze hat dann noch eine subjektive Ebene bekommen der nicht immer gut war.

Ich als Trainer erkenne hier mindesten fünf typische Gruppen!

Der Verrückte

das ist ein Athlet der hart mit sich selber umgeht, kommuniziert ehrlich was er machen möchte und gemacht hat, und macht auch wenn es nicht immer Trainingstechnisch Sinn hat verrückte Sachen. Der Athlet ist belastbar, hart und glaubt an sich selbst. Als Trainer muss ich hier ab und zu die verrücktesten Sachen rausnehmen und etwas strukturieren, sonst ist es fast ein Selbstläufer!

Der Unsichere

Diese Athlet hat wenig Erfahrung und unterschätz sein eigenes Potential. Als Trainer muss ich hier langsam aber sicher das Selbstvertrauen aufbauen. Dieser Athlet ist auch der die sich am meisten im  Ziel freut und in 3 von 4 Fälle ist es eine Frau.

Der Kämpfer

Dieser Athlet macht in Training alles richtig, aber wenn es zum Wettkampf kommt flippt er aus. Dann übernimmt das Reptilienhirn das Kommando und auch die perfekteste Wettkampfstrategie wird weggeschmissen wenn er das erste Mal von jemanden überholt wird. In 9 von 10 Fälle ist das ein Mann und er ist deutlich erfolgreicher auf kürzere Strecken!

Der Verletzungsanfällige

Das ist für jeden Trainer eine große Herausforderung! In der Regel ist dieser Athlet ein Typ Mischung von „Verrückt“ und „Kämpfer“ und falls die Trainingspläne nicht gefolgt worden sind, ja dann muss einfach die Kommunikation verbessert werden. Oft haben diese Athleten aber physiologische Schwächen und verletzten sich deswegen. Hier ist für den Trainer die große Herausforderung wie du die Belastung eventuell noch steigern kannst ohne dass eine neue Verletzung dazu kommt. Nicht ganz so einfach!

Der Perfektionist

Dieser Athlet macht alles was du sagst, nichts mehr und nichts weniger. Als Coach muss ich dann den Athleten nur klar machen dass wir keine Maschinen sind. Gefühle zulassen und wieder viel Kommunizieren hilft in der Regel.

Das wichtigste ist aber: Egal zu welchen Kategorie du gehörst Gewinner und Sieger kommen aus allen Kategorien.