Triathlon Trainer und Coach - Bennie Lindberg

Wie soll ich mit Empfehlungen für mein Triathlon Training umgehen?

In Zeiten von Social Media werden wir ständig von Nachrichten bombardiert wie wir am besten trainieren sollen. Klar ich bin auch Triathlon Trainer aber ich möchte jetzt nicht erzählen wie du trainieren solltest, ich möchte nur aufzeichnen welche Probleme hinter pauschale Aussagen und Empfehlungen sich verstecken.

 Fangen wir an mit die einfachste Sache wenn jemand einfach nur sagt: Du muss mehr trainieren!

Was bedeutet diese Aussage? Es bedeutet dass jemand die Erfahrungen gemacht hat das man in Triathlon viel trainieren muss um Erfolg zu haben. Wie dieser Erfolg definiert wird, wird selten besprochen! Gewinnen, AK Erster, in die erste Hälfte finishen, ins Ziel kommen oder nur Spaß haben?

Wie schwierig die einfachste Sache zu beantworten ist möchte ich mit folgende Beispiele erklären:

Am Anfangszeiten von Triathlon gab es viele die praktisch ohne gezieltes Triathlon Training einen Ironman finishen konnten. Die gibt es übrigens immer noch, aber ob es gelingt, hängt immer noch von Alter, Talent und was du sportlich oder physisch vorher gemacht hast ab.

Wenn also dein Ziel ist nur zu finishen kann es gut aus sein das du es schaffen kannst ganz ohne Triathlon Training.

Anderseits kenne ich viele die vor einen Langdistanz Wochenumfänge von 20-30 Std. trainiert haben und trotz dem es nicht geschafft haben den Finishline zu überqueren.

Warum?

Sie haben einfach viel zu langsam trainiert. Der Ausdauer war da aber in einen Langdistanz gibt es auch Zeitlimits und wenn das Grundtempo zu locker ist sind die Limits einfach nicht zu schaffen.

Was ist dann mit Intensitäten wenn jemand sagt: Training muss wehtun? Grundsätzlich gilt: Ausdauertraining ist deutlich leichter aufzubauen als intensives Training. Die Umfänge kannst du langsam erhöhen und immer darauf achten das der Körper dazwischen sich auch genug erholen kann.  Bei Intensitäten ist es deutlich schwieriger. Oft reicht nur eine einzige Maximalleistung aus für eine Verletzung.

Intensives Training ist grundsätzlich verletzungsanfälliger als Grundlagen Training. Der Erklärung ist auch einfach: Unsere Herz-Kreislauf-System (der in erster Linie für Ausdauerfähigkeiten verantwortlich ist) passt sich neue Reize relativ schnell an. Muskeln brauchen doppelt so lang und Knorpeln, Knochen und Sehnen drei Mal so lang!

Auch wenn du intensiver Trainieren könntest, macht es also nicht immer Sinn.

Was ist dann Ausdauertraining und was ist intesives training, darauf möchte ich hier nicht näher eingehen aber ich sage pauschal das 70% von alle Athleten das nicht richtig einschätzen können. 

Dann haben wir z.B. HIIT Training, Bi-Polarisiertes Training, Stabi, Krafttraining, dehnen und, und, und. Alles hat seine Berechtigung richtig eingesetzt.

Was aber richtig ist hängt auch sehr viel von der Person ab.

Das Training muss also den Talent oder die genetische Voraussetzungen komplimentieren.

Ein Person mit wenig Talent aber gutes Training ist gleichgestellt mit einer Person mit viel Talent und schlechtes Training.

Wen soll man dann glauben oder als Vorbild nehmen wenn Gene und Talent nicht sichtbar sind?

Zusätzlich haben wir noch die Wissenschaft!

Sport ist extrem schwierig zu analysieren! Hier werden viele Wissenschaften miteinander kombiniert wie Physik, Chemie, Biologie/Medizin und  Psychologie. Es ist also kein Wunder das Trainingstechnisch gesehen die Wissenschaft oft den Praktikern hinterher laufen.  Man versucht also wissenschaftlich zu beweisen warum bestimmte Arten von Training funktionieren und andere nicht, was natürlich nicht immer so leicht ist!

Wer weiß... vielleicht trainierst du heute ganz verrückt aber erfolgreich und erst in 10-20 Jahren kann der Wissenschaft feststellen warum es so gut war.

Meine Empfehlung: Wenn du zufrieden bist mit dein „input und output“ im Triathlon was oft weniger damit zu tun hat wie du trainierst, dann mache weiter sowie bis jetzt!

Was die Trainingsempfehlungen angehen: Überprüfe die genau, was sagt dein Verstand und Bauchgefühl, überlege wie du die langsam in dein Training einbauen könntest und habe Geduld und bleibe lang genug auf den gleichen Kurs!

Columbus hätte sicher nicht Amerika gefunden wenn er nach 2 Wochen umgedreht wäre!

Frühestens nach einen Jahr kannst du beurteilen ob der Änderung auch Sinn gemacht hat.

Und... du bist nicht immer unbedingt alleine! Es ist nicht immer notwendig alle Fehler selber zu machen! Dafür gibt es z.B. Vereine , Trainingspartner, verschiedene Medien und natürlich auch (zwinker) Trainer. 

Zum Schluss: Bleibe entspannt und höre auch auf dein Gefühl, das ist unsere natürliche Werkzeug für Leistungsoptimierung und Leistungskontrolle! Messungen sind gut und oft sogar notwendig falls das Gefühl fehlt aber das Gefühl kann man oder sollte man schulen.