Triathlon Trainer und Coach - Bennie Lindberg

Mehr spielen im Wasser?

Kürzlich war ich im Freibad mit meine Tochter und da hat mir eine Kollegin angesprochen ob ich vielleicht ein paar Anregungen hätte wie sie ihr Kinderschwimmen gestalten konnte.

Jetzt muss ich sagen sie macht es wirklich super und mit eine gegenseitigen Begeisterung, allerdings wie es gewollt ist typisch „deutsch“,  die Kinder lernen Brustschwimmen. 

Das war auch so das erste das ich gesagt habe! Ich würde nicht mit Brustschwimmen anfangen eher mit Kraulschwimmen. Das Antwort was ich bekommen habe hat mich aber überrascht! 

Aber dann müssten die Kinder ihr Gesicht im Wasser halten können, und das möchten/können sie nicht! 

Wenn ich nachdenke, ist das auch was ich sehr, sehr oft Jahrzehnte Später bei Erwachsene sehe. Der Kopf wird aus Angst zu hoch aus dem Wasser gehoben, die Züge werden verkürzt um schneller an „Luft“ zu kommen , der Armzug dient nicht der Vorwärtsbewegung eher das der Kopf nicht unter Wasser geht (was auch nicht schlimm wäre) oder das Wasser in den Mund kommt. 

Das Element Wasser wird schnell zu etwas ungewohntes, etwas was man vielleicht nur aus der Dusche, Flasche oder der Hahn kennt. 

Dabei müsste „sich im Wasser austoben“ das normalste sein was du im Sommer als Kind machen kannst, und da fangen sicher die Probleme an. Wie viele Eltern können mehrmals pro Woche mit die kleinen Kinder ins Bad oder zum See gehen? Wie viele haben ein Pool oder Planschbecken im eigenen Garten? Wer hat überhaupt eine Freibad oder jetzt im Herbst, Winter, Frühjahr ein Hallenbad in der Nähe? 

Wenn man sich wohl im Wasser fühlt dann geht das Schwimmenlernen hinterher automatisch, aber das ist vielleicht etwas das Eltern nicht hören möchten. Dafür braucht man ja Zeit und Geduld! Das gute aber ist: Du musst erstmals selber kein Ahnung von Schwimmen haben, das lernen die Kinder von einander sehr schnell. 

Vor diese Corona Zeit hat man auch oft Schulklassen in Freibad gesehen. Dann mussten die Schüler irgendwelche Aufgaben machen wie 50 oder 100m auf Zeit schwimmen. Was ich dann immer gedacht habe ist: Wie kann man besser ein eventuelles Interesse an Schwimmen oder Schwimmsport zerstören?Wie wäre es stattdessen mit Lektionen wie:

  • Wie springt man von ein Sprungturm?
  • Wie mache ich den geilsten Arschbombe?
  • Schwimmen und tauchen mit Flossen
  • Wie schwimme ich die verschiedene Schwimmarten?
  • Wer rutscht am schnellsten? 

Wenn dann das Interesse für Wasser erweckt ist, dann ist Alles möglich! 

Was können wir Erwachsene jetzt mitnehmen in diesen Zeiten wenn der nächste Wettkampfperiode noch weit entfernt liegt? Definitiv mehr spielen, fühlen und ab und zu einfach wieder Kind sein im Wasser. So wird das Wasser (nicht über Nacht) aber langsam und sicher zu ein weiteres Wohnzimmer und dann ist alles rein Schwimmtechnisch möglich!