Triathlon Trainer und Coach - Bennie Lindberg
Test für deine eigene persönliche anaerobe Schwelle beim Schwimmen

Test für deine eigene persönliche anaerobe Schwelle beim Schwimmen

Von die drei Disziplinen in Triathlon ist Schwimmen oft der am meisten vernachlässigte! Wie ich oft feststellen kann schwimmen die meisten Triathleten ohne wirklich zu wissen was sie im Wasser machen.

In diesen Beitrag möchte ich nicht erneut auf Schwimmtechnik eingehen, nur so viel: Wenn du selber nicht weißt wie Schwimmen geht, also die genaue Rhythmus, wann zu atmen und wie das Zugmuster aussieht – wie soll du es dann irgendwann als Erwachsenen lernen?

 Mit Geschwindigkeiten sieht es ähnlich aus! Die meisten „schwimmen“ nur. Einige machen sogar, regelmäßig Schwimmtest, normalerweise in Regie von Schwimmvereine und können so „theoretisch“ Trainingsgeschwindigkeiten ableiten!

Es ist aber gar nicht schwierig einen genauen Schwimmtest selber zu machen um deine persönliche anaerobe Schwelle herauszufinden!

Wir merken selber oft mit ein bisschen Erfahrung wann wir die anaerobe Schwelle überschreiten, und zwar ganz einfach, das ist genau der Zeitpunkt wenn wir nicht mehr genug Sauerstoff aufnehmen können und fangen an vermehrt zu atmen/ventilieren!

In schwimmen ist das eine sehr kritische Punkt! Wenn die anaerobe Schwelle überschritten wird fangen wir an die Züge zu verkürzen um einfach wieder schneller einatmen zu können. Bedeutet unter Strich wir fangen an extrem unökonomisch zu schwimmen und das geht nicht lang gut.

Bei z.B. Ironman Schwimmen über 3,8 km ist es wichtig dass wir versuchen im Bereich von der anaerobe Schwelle zu bleiben, viel da rüber und wir „explodieren“ – es ist ganz einfach!

Die anaerobe Schwelle zu wissen ist wichtig da wir es am besten verbessere wenn wir auch in diese Bereich 1-2 Mal in der Woche trainieren. (Verschiedene Intervalle mit relativ kurze Pausen, insgesamt mind. 30 Minuten!). So wird der Test gemacht:

Du brauchst:

  • 1 Hilfsperson mit Stoppuhr, Stift und Papier *
  • 25 oder 50 Meter Becken
  • Pulsuhr ist „nice to have“ musst aber nicht sein!
  • Lacktatmessung wäre auch optional

Durchführung:

Du schwimmst immer progressive 100 Meter Intervalle und die mit Maximal 15 Sekunden Pause. Du fängst ruhig an und versuchst von Mal zu Mal das Tempo mit 2-3 Sek. zu steigern. (In Schwimmcentren gibt es am Beckenboden Lichter die man so einstellen kann das die Lichter das Tempo zeigen, aber auch der Begleitperson kann neben den Becken laufen, mit Blick auf die Uhr als Tempogeber.

Für jede Bahn (4 Mal im 25 Meter Becken) stoppt der Begleitperson, in der Mitte von jeden Bahn, genau wie lange du brauchst um 3 Züge zu schwimmen. Man fängt die Zeit an z.B. wenn die rechte Hand in Wasser taucht und stoppt es wenn es nach 3 Züge wieder im Wasser taucht. Von diese Zeiten(Extrem abweichende Ergebnisse sind in der Regel Messfehler und können weggelassen werden!) rechnest du ein Durchschnittswert raus.

Für jede hundert Meter kannst du dann die Anzahl Züge rechnen die du gebraucht hast.

Formel: (Zeit in Sekunden für 100m / Durchschnittzeit für die 3 Züge) x 3

Interpretation:

Genau an den Zeitpunkt wenn du anfängst deutlich mehr Züge zu nehmen bist du über die anaerobe Schwelle.

Dein optimales Tempo bezüglich effektives trainieren von deine anaerobe Schwelle, mit bestmöglicher ´Schwimmtechnik ist die Stufe vorher!

Schwimmtest

In diesem Test was ich selber 21.11.1992 gemacht habe (jaaa ich weiss… laaange her) haben wir auch Lacktat gemessen. Wenn es möglich ist macht es den Test noch zuverlässiger! Hier lag meine Anaerobe schwelle (ohne Neo) bei etwa 1.20/100m was sich nächstes Jahr beim Ironman in Australien mit eine Schwimmzeit von 48 Minuten sich bestätigt hat!

Viel Spaß beim Ausprobieren!!

*) natürlich kannst du auch ein „Handgelenkstrainingscomputer“ verwenden um deine kraul Frequenz und Anzahl Züge / Bahn herauszufinden! Manchmal sind die Ergebnisse aber noch etwas unzuverlässig!