Triathlon Trainer und Coach - Bennie Lindberg
Traillaufen, Biken, Langlaufen – soll ich noch eine weitere „Sportart“ lernen?

Traillaufen, Biken, Langlaufen – soll ich noch eine weitere „Sportart“ lernen?

Ausdauer zu entwickeln braucht generell Zeit und viel Arbeit, so weit ist alles ziemlich einfach. Triathlon als Sportart hat aber auch sehr hohe Koordinative Ansprüche.

Wir dürfen uns Fragen warum ein Bahnradfahrer der nur 1-4 Kilometer im Wettkampf fährt, mehrere Hundert Kilometer pro Woche trainieren muss. Ein Schwimmer der 100m als Wettkampfdistanz hat, muss mehr als 50 Kilometer in der Woche schwimmen obwohl der  Wettkampfdauer weniger als 50 Sekunden beträgt.

 

Rein gesehen von die Aspekte Ausdauer und Kraft macht es wenig Sinn so viel zu trainieren. Sicher erfordert der Koordination in Schwimmen viel Trainingszeit, allerdings wäre das nicht so der Fall beim Radfahren.

Vielleicht der wichtigste Aspekt für Training ist wie der Muskel und die Nerven funktionieren. Es ist eigentlich egal was für Bewegung wir machen, das erste Mal wenn wir ein bestimmte Bewegung machen, kann es sogar sein das wir nicht in der Lage sind diese Bewegung zu machen da wir nicht die Muskeln so steuern können wie wir wollen. Je mehr Nerven aktiviert werden müssen, um so anspruchsvoller wird es für unsere Hirn da es immer ein übergeordnetes Ziel gibt und das heißt alles möglichst ökonomisch zu machen, das ist also direkt ein Teil von das Trainingsergebnis.

Um z.B. eine einzige Kurbelumdrehung zu perfektionieren, in Bezug auf welche Muskeln benützt werden, eingesetzte Muskelmasse, richtige Reinfolge wie die Muskeln eingesetzt werden erfordert einfach viele, viel Kilometer. Noch nie ist ein „Nicht-Radfahrer“ in einen Jahr schnell geworden. Viele Eisschnellläufer und Langläufer sind sehr schnell am Rad täuscht aber, da alle schon jahrelang vorher in Sommertraining Radfahren als Trainingsinstrument benützt haben.

Um also als Triathlet möglichst gut in der Teildisziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen zu werden sprechen wir von mindestens 8 Jahre ununterbrochenes progressives harter Arbeit. Das musst du erst Mal schaffen.

Das erfordert viel Motivation und auch wenn wir Triathleten 3 Sportarten zur Auswahl haben fordert jeder Teil Disziplin sein eigenes Pensum von Umfang!

Nach ein paar Wochen „Off Season“ geht es wieder los mit der neue Saison, diesmal aber ein Tick mehr, ein Tick härter. Irgendwann nach ein paar Jahren kann es auch für ein Triathlet einfach  langweilig werden!

Wenn es langweilig wird, sind wir nicht motiviert und das ist nie gut für die sportliche Entwicklung!

In dieses Licht sehe ich die Variationen von Laufen und Radfahren das man so allgemein mit „Cross“ verbindet.

Traillaufen, Crosslaufen... das sind in sich ja keine neue Sportarten das ist einfach Laufen in andere Umgebung und auf anderen Untergrund. Klar wenn du in Matsch, oder über Wiesen, im Wald oder über den Bergen läufst ist es gut wenn der Schuh dafür passt. Wie du dann läufst ist eher ein Fragen von der Trainingssteuerung. Cross-/Trail-Läufe kannst du als Fahrtspiel, als Dauerläufe oder als Intervalle machen, aber du bist in eine andere Umgebung als normal unterwegs und kannst sogar von einige (geringe) koordinative Herausforderungen profitieren.

Beim Biken, Cross, Dirtbiken, Querfeldeinfahren ist es ähnlich. NUR hier ist das Material deutlich teurer und auch der technische Anforderung deutlich größer. Triathleten mit große technische Defizite beim Radfahren profitieren sicher von Biken oder Querfeldeinfahren speziell wenn es in den frühen Jahren gescheit (vor der Pubertät). Für älteren Triathleten die der Fahrtechnik verbessern möchten empfehle ich ein Technikkurs zu besuchen.

Ob Biken etwas bringt für unsere Fahrtechnik wenn wir uns nur auf unbestätigte Straßen bewegen ist eine andere Sache. Das wichtigste wird aber erfüllt: Die erforderten Kilometer am Rad zu sammeln.

Die Tatsache aber bleibt das wir auch in Winter Radfahren müssen! Ob wir uns hier für Indoor Cyckling (im welchen Form wie immer) entscheiden oder außen z.B. mit ein altes Rennrad ausgestattet mit Schutzbleche und profilierte Reifen ist eigentlich egal.

Athleten die über den Jahren genug Rad-Kilometer in den Beinen gesammelt haben können sogar auf alternative Trainingsformen in Winter ausweichen wie Langlaufen, Schneeschuhe laufen oder Tourengehen ohne das der Radform in Sommer leiden muss. Bei den Winteraktivitäten ist es nicht Mal wichtig das der Technik stimmt, aber so gut soll es schon sein das wir auch Trainingseinheiten in aeroben Bereich machen können.

Wenn du schon genug Trainingsjahre und/oder Kilometer in den Beinen hast ist es erstaunlich mit wie wenig Training insgesamt (wie sprechen von Trainingstunden unter 10 Stunden in der Woche) absolute Topleistungen noch möglich sind.

Auch Triathlon Anfänger haben viele Möglichkeiten. In den meisten Fällen macht es kein Sinn gleich mit ein Triathlon Zeitfahrrad anzufangen. Ein Dirtbike, ein Crossrad, MTB oder normale Rennrad bietet eine breitere Auswahl an Aktivitäten, und reicht allemal für den ersten Triathlon. Später wenn das erste Triathlonrad gekauft wird kann „der erste Rad“ dann der Winter-Trainings- oder Rollen-Rad werden.

Zu aller Letzt noch ein paar Worte zum Schwimmen. Wenn wir den „Crossgedanken“ auf Schwimmen übertragen bedeutet es 2-3 Monate pro Jahr verstärkt auch die anderen Lagen außer Kraul zu schwimmen. Die Kondition kannst du auch mit Brust, Rücken und Delfin verbessern und gleichzeitig verbesserst du dein Koordination und dein Gefühl für Wasser.

Wir als Triathleten müssen also nicht unbedingt noch weitere „Sportarten“ in Repertoire aufnahmen. Immer nur auf Asphalt und Straßen unterwegs zu sein kann für den Kopf sehr monoton werden, darum KANN „Cross“ es eine enorme Bereicherung sein und ein Motivationsfaktor der notwendig ist um lang genug trainieren zu können um das persönliche Maximum zu erreichen.