Triathlon Trainer und Coach - Bennie Lindberg
Laufzeiten früher Laufzeiten heute?

Laufzeiten früher - Laufzeiten heute?

Eine neue Frage ist entstanden bezüglich Laufzeiten beim Ironman. „Ob nicht die Laufzeiten Anfang 2000 schneller waren als jetzt da viele damals von Marathonlaufen zum Triathlon gekommen sind?“

 

Ob es Anfang 2000 in Relation mehr Läufer gab die von Marathon nach Triathlon gewechselt sind kann ich nicht beurteilen da ich davon keine Daten habe. Vielleicht könnte die Veranstalter da etwas rausgraben und irgendein Student könnte davon vielleicht eine schöne Arbeit machen?

Wie schnell ich am Ende von ein Ironman noch laufen kann hängt von viele Faktoren ab.

Das einfachste zu trainieren ist wahrscheinlich das Herz-Kreislauf System. Dafür reichen 15 maximal 20 Stunden pro Woche aus.

Beweis fällig: Niemand würde behaupten das die weltbesten Marathonläufer einen schlechten Ausdauer oder Herz-Kreislauf System haben? Selten trainieren Läufer mehr als 15 Std. in der Woche! 13-14 Std. laufen mit etwa 16,5-17,0 km/h im Schnitt, ist schon weit über 200km in der Woche. Etwas Kraft und Zirkeltraining dazu und wir sind bei 15 Std.

Das ist aber selten der limitierende Faktor, vorausgesetzt ist natürlich das eine gewisse Basistalent vorhanden ist. Das man von ein Brauereigaul kein Rennpferd machen kann stimmt leider auch für uns Menschen!

Sebastian der die Frage gestellt hat, vermutet das muskuläre Defizite ein Faktor für langsame Laufzeiten in Ironman sein kann. Das ist ohne Zweifel ein weiterer Faktor der von großer Bedeutung ist. Ob regelmäßige Läufe über 30 km dafür ein adäquates Training ist, das ist aber eine andere Frage, kann ein Mittel sein muss aber nicht, da auch viele Koppeleinheiten, Kraft, Zirkeltraining sowie z.B. Bergintervalle auch sehr gute Trainingseinheiten dafür sind.

Welches Tempo ich in Ironman laufen kann ist am Ende immer auch eine energetische Frage. Kann ich genug Energie während das Rennen aufnehmen, wie ökonomisch bin ich unterwegs und wie gut funktioniert mein Fettverbrennung.

Was ich oft sehe ist das die Athleten einfach nur rum gurken, trainieren weder ihr Fettverbrennung oder ihren Muskeln! Nicht Mal das Herz-Kreilslauf-System bekommt genug Training, trotz dem kann es ein Sinn haben und da kommen wir zum nächsten Punkt - die Nerven.

Egal ob es Schwimmen, Radfahren, oder Laufen ist, um effizient und vor allem ökonomisch unterwegs zu sein ist es wichtig das die Befehle für den Muskeln (Von Hirn durch den Nerven)im richtigen Reinfolge und Geschwindigkeit kommen und das braucht sein Zeit und die richtigen Reize.

Es ist ähnlich wie wenn du ein 3 jähriges Kind ein Fußball zuwirfst. Das Kind sieht den Ball kommen, der Ball trifft seine Brust und erst danach wenn der Ball schon weg ist schließen sich die Arme. Es dauert eben bis das Hirn alles schnell genug steuern und durchführen kann.

Das spannende ist, wenn du es einmal gelernt hast dann kommt es wieder schnell auch nach 10 Jahre Pause. So konnte z.B.  Lance Armstrong sehr schnell wieder zum Triathlonspitze aufschliesen (egal was er genommen hat), die Nervenbahnen waren schon optimiert, während z.B. Kai Hundertmark oder Lauren Jalabert es sehr viel schwerer hatte und länger brauchte.  

Die Laufzeiten sind auch sehr viel von der Renngestaltung abhängig. Viele sehen immer noch nicht Triathlon als eine Sportart sondern eher als drei verschiedene Sportarten und fahren einfach Rad viel zu schnell. Wenn es noch in eine Gruppe möglich ist und du am jeden Berg Vollgas fahren muss um mitzukommen, hast du zwar eine schnelle Radzeit aber du fängst den Marathon mit leeren Tank an und dann kommt eben eine langsame Zeit heraus. Kein top Läufer läuft ein Marathon zwischen kilometer 6 und 28 einfach Vollgas um Zeit für den letzten 14 km herauszuholen. Es funktioniert einfach nicht und so ist es eben in Triathlon auch!

Also eine schwierige Frage zu beantworten, liegt es an der Training oder an der Einteilung und Renngestaltung, oder vielleicht eine Mischung davon?