Triathlon Trainer und Coach - Bennie Lindberg
Meine Surfing-Camp-Anfängerkurs Erfahrungsbericht

Meine Surfing-Camp-Anfängerkurs Erfahrungsbericht

Jetzt haben wir das auch probiert und was kann ich sagen, Surfen ist cool, hat viele Ähnlichkeiten mit Triathlon aber vor allem Anfängersurfen ist viel, viel härter als was ich gedacht habe.

Wir haben das Drop In Surfcamp in Lourinhã in Portugal für ein paar Tage besucht. Wir haben alle in ein großes Haus gewohnt, oft gemeinsam gekocht und die Stimmung hat mich an meine Studienzeit erinnert. Lässig cool, chillig genau wie man es sich von ein Surf Camp erwarten könnte.

Klar haben wir dann auch ein Surflehrer gebucht und dann hat es angefangen.

Erstmals checken wo die Wellen sind. Wir haben auf einen wunderschönen Sandstrand gesurft und die Sandbänke sind immer in der Bewegung. Darum brechen auch die Wellen auf unterschiedlichen Stellen und wir haben die Wellen gebraucht die für uns passt. Ein bisschen hat es uns gewundert dass wir am ersten Tag erst um 15 Uhr angefangen haben. Als Triathlet ist man ja gewohnt den kompletten tag für Training zu nützen, hier Fehlanzeige, da man nicht immer surfen kann. Wegen die Zeiten konnte man auf diesen Strand immer am besten wenn es Ebbe war surfen! Bei der Flut hätten die Wellen direkt an Strand gebrochen, und wir wären nicht Mal raus zu den surfbaren Wellen gekommen. Kleinigkeiten aber so was muss man erst auch lernen.

Dann Theorie und Trockenübungen am Strand. Wie man auf den Brett liegt, hochsteht, wie man die Welle fängt und ein paar Sicherheitsinstruktionen wie man sein Kopf schützt soll wenn man von die Welle zerschmettert wird.

Was danach kam hat mich gewundert: Wir haben uns auf Land aufgewärmt und gedehnt. Lachend habe ich unsere „Surf-Pro“ gefragt ob das jetzt nur Show ist da wir den Kurs machen und er hat nur gelacht und gesagt abwarten wirst du schon sehen.

Und dann ab in den Wellen! Wir haben solche lange „soft“ Boards gehabt die weiche Kanten haben und mit relativ viel auftrieb. Länge würde ich auf ca. 2,5 Meter schätzen und Gewicht schwer zu sagen vielleicht 10 kg.

Als Anfänger macht man „white water surfen“. Man ist eigentlich nie tiefer als Brust/Hals-Höhe im Wasser also immer mit Fuß-Kontakt zum Boden. Man surft immer eine Welle der schon gebrochen ist darum das Name „white water surfen“. Der Welle ist dann nicht ganz so brutal wie eine ungebrochene Welle und vor allem nicht so steil. Es ist wie beim Skifahren blaue Piste gegen schwarze Piste.

Nachteil ist du musst nach jeden Versuch wieder 30-50 m raus in den Wellen, genau in den Bereich wo die Wellen ständig gegen dich hereinbrechen wie ein Güterzug. Dein Brett musst du dann über jede Welle stemmen und wenn der Welle 1 – 1,5 Meter hoch ist und du bis Hals im Wasser stehst -> gar keine so einfache Übung. Ständig geht das Wasser rauf und rein, es herrscht also ständig ein unberechenbarer Strömung. Ständig musst du Körperspannung halten, ständig wirst du von Wellen zerschmettert ABER dann wenn du raus gekommen bist und ein Welle fängst Adrenalinkick PUR.

Falls du dann von Board fliegst kommst du wieder in die Waschmaschine, und wenn du Pech hast schlägt dir dein Board dich noch! Das Board ist ja immer an dein Fuß mit eine Reißleine befestigt und wenn du keine Kontrolle hast kommt es vor das du von Board geschlagen wirst.

Nach 2 Std. surfen fühlst du dich  so an als hättest du 12 Runden gegen Klitschko geboxt.

Wenn du dann besser bist und grüne Wellen surfen kannst wird es leichter aber der Anfang ist verdammt schwer. Nach 1 Std. Indoor Surfen in München und 3 Tage Surfkurs in Portugal habe ich es geschafft 5-6 Wellen (schätzungsweise etwa 5 Sekunden) stehend bis zum Strand zu reiten. DAS war richtig geil!

Surfen als „Ausgleichssport“ in der Off-Season kann ich wärmsten Empfehlen! Unterschätze es nicht! Es ist wirklich ganz Körper Training mit enormer Spaß Faktor, UND ja aufwärmen vorher ist eine sehr gute Idee!!!

Was macht dann Triathlon und Surfen ähnlich. Klar Ursprung ist Hawaii, aber um einen guten Surfer zu werden musst du auch sehr viel Engagement haben undes ist aufwendig. Egal was und wie, surfen hat Priorität. Das kenne ich auch von Triathlon. Auch das Chillen kenne ich von den Triathlon Camps. Was mir auch auffällt ist wie Modebewusst die Surfer sind. Alle sehen ähnlich auch mit ihre Schlabberhosen und Mützen. Triathlon ist ja auch nicht anders!

Aber kurz: Surfen wäre der perfekte Off Season Sportart wenn wir hier Wellen hätten!

Mir hat es sehr gut gefallen!